Berichte Grenze Vietnam - Hanoi
Vom 04. Oktober 2017 – 17 Oktober 2017; 14 Tage; 416 km; 1.326 Höhenmeter
Gesamt Teil 4: 42 Tage; 1.990 km; Höhenmeter: 10.668 m; Gesamte Traumradreise 2014-2017: 38.062 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 04. Oktober 2017 - 07. Oktober 2017 Tag 31 (809) – Tag 34 (812)
#Vom 08. Oktober 2017 - 10. Oktober 2017 Tag 35 (813) – Tag 37 (815)
#Vom 11. Oktober 2017 - 17. Oktober 2017 Tag 38 (816) – Tag 44 (822)


Vom 04. Oktober 2017 - 07. Oktober 2017 Tag 31 (809) – Tag 34 (812)
Etappe Grenze Vietnam – Cua Ong 121 km Rad; 27 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 1.741 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
04.10.17 43,85 15,52 45,76 417 LongSon
06.10.17 101,80 19,59 45,97 306 Tien Yen
07.10.17 46,38 17,49 47,96 180 Cua Ong

In Vietnam bin ich von einer guten Straße empfangen worden. Nach dem obligatorischen Bild vor dem Vietnamesischen Grenzgebäude bin ich der Straße nach Lang Son gefolgt. Nach dem Grenzübertritt habe ich jetzt nur noch die Ungewissheit der Geldbeschaffung und so habe ich den ersten Geldautomaten angesteuert der auf meiner Route lag. 3.000.000 Dong kamen aus dem Automaten und ruckzuck war ich dreifacher Millionär doch der Spaß kostete mich 22.000 Dong Gebühr umgerechnet knapp 1 Euro. Doch mein chinesisches Geld wollte man in der Bank nicht annehmen aber ich bin es problemlos in meinem Hotel zu einem guten Kurs losgeworden. Nun konnte ich Sorgenfrei zum ersten Rundgang auf vietnamesischem Boden starten und auf den ersten Eindruck war alles ähnlich wie in China, doch ich konnte wieder Buchstaben wie in Deutschland erkennen auch wenn mir die Zusammensetzung und die vielen Achsions fremd vorkamen. Dank eines Stadtplans den ich für 80 Cent also 20.000 Dong im Hotel erworben hatte stolperte ich gleich in den ersten Tempel. Sehr eng und voll gestellt mit kleinen Figuren und Opfergaben wie Kekse, Cola, Wasser, Obst oder auch echtes und unechtes Geld. Anschließend habe ich im New Century auf einer kleinen Insel im kleinen Phai Loan See mein erstes Bia Ha Noi beim Tagebuch schreiben genossen. Ich freue mich das alles reibungslos geklappt hat auch den ich den Grenzübergang erst im dritten Anlauf gefunden habe und nun stressfrei durch Vietnam radeln kann.
Nun sitze ich ein paar Meter weiter am gleichen See in einer Art improvisierten Promenadenbar. Es stehen kleine Plastikstühle und Tische neben einem kleinen Rollwagen mit Getränken, Zigaretten und sonstigen Kleinigkeiten. Das Bier wird anders als in China meist mit Eis serviert da es weniger Kühlschränke gibt. Während ich hier so sitze wird im Lokal von zuvor die Karaoke Anlage hochgefahren, somit hat es sich erledigt das es in Vietnam ruhiger wird. An einem Döner Kebab Stand in der Nähe war ich essen und weil es so lecker war gleich 2 Mal.
Zurück am See auf dem die Mücken tanzten das es aussah, als wenn es regnet wurde geangelt mit normaler Angelroute und dreizackiger Harpune. Die Fische flogen harpuniert vor meine Füße und wurden von der Standbesitzerin präsentiert. Nun wurden leider aus den Mücken erzeugten Tropfen richtige Regentropfen, doch ich saß ja unterm Sonnenschirm und blieb trocken.
Den Abend habe ich auf der im zwölften Stock liegenden Dachterrasse des Hotels verbracht mit tollem Rundumblick über Long Son.
Am Morgen bin ich doch wieder in die Zeit Falle beim Grenzübertritt getappt. Um 6:30 Uhr chinesischer Zeit stand ich vorm dunklen Frühstücksraum denn hier gilt die Indochina Zeit und so hatten wir erst 5:30 Uhr. Also bin ich noch mal ins Bett und habe es eine Stunde später nochmal versucht. Das Frühstücksbuffet war sehr üppig, von Suppen über gebratene Nudeln und Reis gab es Salate, Obst und Süßes, aber es gab auch Toast und Spiegelei, wovon ich gleich
zwei Portionen orderte. So konnte ich gut gestärkt auf Besichtigungstour gehen. Auf meinem Programm standen die 2 stadtnahen Höhlen zu denen es 2–3 km waren. Vorher war ich noch im Den Ky Cung Tempel der auf dem Weg lag. Hier wurden gerade Gaben dargebracht die auf Papierpferden vor dem Tempeleingang aufgebaut waren. Dazu wurde mit Trommel und Glocke der Gesang der Betenden begleitet.
Die erste Höhle war die Dong Nhi Thanh mit einem 600 m langen unterirdischen Fluss und dem Chua Tam Giao Grottentempel. Der Eintritt betrug weniger als 1 Euro. Der Tempel war stufenweise in die Grotte eingepasst. An dem unterirdischen Fluss führte ein befestigter Weg, mit vielen Brücken, die den Fluß überquerten, entlang. War in buntes Licht getaucht, genauso wie die zweite Tam Thanh Höhle am anderen Ende des Bergs.
Somit habe ich die ersten Besichtigungen in Vietnam hinter mir, es werden noch viele folgen. Nachher werde ich noch den Hügel Nui Phai Ve besteigen.
Diese Besteigung hat sich gelohnt den der Ausblick über die Stadt war fantastisch. Ganz oben tronte auf eine Mast die Nationalflagge Vietnams.
Anschließend habe ich es mir nach 2 Dönerbroten am See wieder gutgehen lassen.
Nach dem Frühstück am Morgen auf die erste Etappe durch Vietnam gestartet. Es ging durch 2 größere Städte und kleine Dörfer. Die Straße wurde immer kleiner und führte schön durch dichtes Grün zwischen den bewaldeten Berghügeln hindurch. Auf jeder ebenen Fläche waren Reisfelder auf Terrassen angelegt und die Straße war ab und an von Bananenstauden gesäumt.
Eigentlich hatte ich ja geplant in Dinh Lap zu nächtigen, doch ich hatte einfach noch Lust weiter zu radeln auch wenn der Himmel nichts Gutes versprach. Auf dem Kilometerstein stand 43 km bis Tien Yen. Also auf, das schaffst du schon. Doch nach 10 km öffnete sich der Himmel und ich musste zum ersten Mal an einer kleinen Tankstelle stoppen und konnte mich mal wieder mit Rollerfahrern, die ebenfalls auf weniger Regen warteten, austauschen. Ich bin erstaunt das in Vietnam englisch weiter verbreitet ist als in China. So hört man auch aus allen Ecken Hello sobald man mich sichtet. Manchmal finde ich es nett, manchmal für den rufenden peinlich und manchmal auch nervig, aber ich werde mich wohl die nächste Zeit daran gewöhnen. Bei meinem 2. Regenstopp, war ich in einem Dorf an einem Shop zum Stehen gekommen und auch viele Kinder waren hier um sich unterzustellen. Sie kamen gerade aus der nahen Schule und hatten ihren Spaß mit mir.
Als aus dem Regen Niesel wurde bin ich weiter gefahren und kam in Tien Yen an und habe eines der vielen Hotels bezogen für ca. 10 Euro, nicht hoher Standard aber ausreichend für eine Nacht.
Der Ort am gleichnamigen Fluß war ganz nett. Er wurde von kleinen Lampions behangenen Straßen durchzogen, über ein Stauwehr konnte man auch die andere Flussseite gelangen. Ich habe mich in einem Restaurant niedergelassen und man sprach wieder Englisch. Von hier bin ich Pizza essen gegangen im Cham doch die Pizza war so naja. Besser war dann das frisch gezapfte Bier an einer Straßenecke mit Flussblick für 18 Cent der Chop. Und wie war das komisch mir war kalt und das bei 26 Grad. Einfach andere Dimensionen.
Am nächsten Morgen wollte ich früh starten, da es eh kein Frühstück gab. Beim wach werden regnete es in Strömen, auch um 7 Uhr noch, um 8 Uhr und 9 Uhr, also Regensachen anziehen und los. Auf den ersten Kilometern war es Niesel der von stärkeren Schauern abgelöst wurde. Diese Schauer habe ich immer unter Überdachungen abgewartet bis zum fünften Stopp des Tages. Nun ging es richtig zur Sache. Bestimmt eine Stunde Starkregen wie ich ihn noch nicht erlebt habe, kaum zu glauben was für Wassermassen vom Himmel fielen. Die Straße wurde überflutet und teilweise lief das Wasser schon durch den Laden in dem ich Unterschlupf gefunden hatte. Die Autos und LKW nahmen die Überflutung mit Vollgas und das Wasser spritze nur so über die Gegenfahrbahn, ein Rollerfahrer erwischte eine ganze Ladung. So habe ich es mir gut gemerkt und im weiteren Verlauf bei den unzähligen Überflutungen der Straße, darauf geachtet das keine Autos entgegen oder von Hinten kam wenn ich eine durchquerte. Ich musste viele Wasserdurchfahrungen hinter mich bringen. Das Wasser strömte auch Seitenstraßen die zu Flüssen geworden waren auf die Hauptstraße. Auch in Cua Ong war Land unter, die Straße im Ortskern stand bis zur Bordsteinkannte unter Wasser, so das ich den Gehweg zum Weiterkommen nutzte und nach 46 km ein Hotel aufsuchte. Ich war durch und durch nass den auf den letzten 10 km bin ich durch Starkregen gefahren und als ich meine Regenjacke öffnete, ergoss sich ein Schwall Wasser auf den Boden der sich gesammelt hatte. Nun hängt das Zimmer voll nasser Klamotten, aber so brauche ich in Ha Long nicht mehr zu Waschen. Ich hoffe aber das es morgen etwas trockener ist.
Auch Nachmittags als ich mich aus dem Hotel traute, fing es wieder an zu regnen und ich habe mich erst einmal bei einem Saigon Special Zielbier niedergelassen.
Eigentlich war der Regen auch ein schönes Erlebnis nur schade das ich heute die Landschaft nicht so wahrnehmen konnte, denn es ging schon ein Stück entlang eines Ausläufers der Schwesterbucht der berühmten Ha Long Bucht. So ist das halt mit dem Wetter, im Reiseführer stand ja das es auch mal 2 Tage am Stück regnen kann, so habe ich ja ein einhalb Tage hinter mir. Aber es Regnet immer noch aber so habe ich heute zu ersten mal nicht schwitzen müssen seit ich in Gungzhou gestartet bin. So gehe ich nun ins Hotel und tippe endlich mal mein erstes Vietnam Tagebuch und stelle es online. Dabei gibt es die erste Dose Ha Long Bia.


Vom 08. Oktober 2017 - 10. Oktober 2017 Tag 35 (813) – Tag 37 (815)
Etappe Cua Ong - Halong 48 km Rad; 18 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 1.790 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
08.10.17 48,53 17,83 46,04 209 Halong

Am Morgen prasselte es immer noch gegen die Fenster, keine guten Aussichten für die Halong Bucht. Ich musste wieder in Regenklamotten starten und war mal wieder froh über meine hinten offene Rainlegs Regenhose. Das Wasser stand wieder auf der Straße. Es ging vorbei an Kohlekraftwerken die an der Küste lagen und eine Bahnanbindung mit Dieselloks hatte.
Aber was soll ich euch sagen, das Glück war auf meiner Seite, der Regen wurde weniger und als sich in Cham Pha zum ersten Mal an die Bucht kam war es trocken. Der Blick war traumhaft und ich hatte wieder Glücksgefühle wie in Machu Pichu, Iguazu, Rio de Janeiro oder auch in Istanbul, Isfahan und Kuala Lumpur usw. Ich legte mich sogar für ein Selfie auf den noch nassen Boden vor der Bucht. Im Wasser erhoben die gleichen Karstfelsen wie in China auf dem trockenen und vor ihnen dümpelten die Boote und Schiffe. Auf dem weiteren Weg bin ich noch an einem Tempel vorbeigekommen den ich mir angeschaut habe. Vor der Haupthalle war ein großer weißer liegende Bhudda. Auf der anderen Seite waren kleiner ebenfalls weise Statuen der erleuchteten Erbauer in den Fels dekorierte.
Über eine kleine Bergkuppe den Hauptteil Ha Longs. Ich folgte der Promenade und musste immer wieder Bilder von der Bucht machen. Auch von einem skurrilen Gebäude das aussah wie ein UFO, doch ich glaube es könnte eine Skihalle sein.
Ich war jetzt schon von der Landschaft begeistert und war dankbar das sich das Wetter hielt. Nun musste ich noch die große Hängebrücke überquere, die ich über eine Schleife durch Ha Long Ost erreichte. Ich musste noch wieder etliche Höhenmeter gewinnen denn ihr Scheitelpunkt war fast 100 m über dem Meer. Auf der Brücke gab es zum Glück einen abgetrennten Fahrradweg, der aber auch von hinten heran rauschenden, hupenden Motorrollern benutzt wurde.
Nach 48 km hatte ich so mein Hotel im westlichen Ha Long oberhalb des Stadtzentrums gelegen erreicht. Der Blick reichte vom Riesenrad im östlichen Teil bis zum Vergnügungspark mit großer Achterbahn im westlichen Teil der mit einer riesigen Seilbahn verbunden war.
Nach kurzer Büroarbeit, also tippen im Notebook, habe ich eine 6 stündige Tour durch die Ha Long Bucht und anschließend bin ich einmal um den Vergnügungspark gewandert und über den weißen Palmen bewachsenen Sandstrand. Auch ein toller Blick auf die Nebel umschlungenen Hügel im Wasser. Als der Himmel sich über dem Ort wieder verdunkelte bin ich schnell in einen Biergarten namens Ha Long Cafe geflüchtet und es schüttete mal wieder aus Eimern. Kurze Zeit später erstrahlte die Achterbahn gegenüber wieder im Sonnenlicht. Ich überlege, ob ich sie mal teste, der Eintritt in den Park beträgt 13 Euro, Prospekt habe ich eingesteckt.
Nun sitze ich gerade in der Partymeile im Brother Pub, während die Sonne im Abendrot hinter den Bergen verschwindet. Den Rest des Abends war ich im Hotel.
Denn am nächsten Morgen ging es mit dem Boot so richtig in die Halong Bucht. Pickup am Hotel, per Bus ging es außerhalb der Stadt zum neuen touristischen Hafen. Hier wurde die ca. 20 köpfige Gruppe auf ein der unzähligen Holzdschunken verladen. Innen waren schwere massive Holzbänke mit Tisch unter denen für jeden eine Schwimmweste versteckt war. Auf dem Oberdeck gab es nur einfache Bänke die nur nach auslaufen der Häfen besetzt erden durften. So schipperten los in eine bezaubernde unglaubliche Welt aus Wasser und aus ihm herausragenden steilen Bergen. Mal wieder ein echtes Highlight, es ist nicht umsonst UNESCO Welterbe.
Es zog sich eine lange Schiffskette zwischen den Bergen hindurch. Es waren Fischerboote zu sehen aber auch Inseln von aneinander gebundenen Schiffen zu sehen, die fast einen kleinen Ort bildeten.
Unser erster Landgang war am Dau Go Cave. Einer riesigen Höhlenkammer. Hinauf führte eine Treppe und weiter in einem Rundweg´hindurch zu einem anderen Anleger und es war kein falsch laufen möglich. Weiter brachte und das Boot durch die Zauberwelt zu einer Perlenzucht Farm. Hier war neben einer kleinen Führung, wo der Zuchtablauf der bis zu 8 Jahren dauern kann präsentiert wurde inklusive einsetzen einer Perle und öffnen einer Muschel auch Kajakfahren angeboten. Dies hatte ich nicht mit gebucht und war auch froh den man konnte nur durch die ausgelegten Perlmuscheln rudern. Ich habe mir Touristenprogramm vom Oberdeck unseres Bootes angeschaut.
Der letzte Stopp war auf der Insel Dao Ti Top. Die konnte über eine steile Treppe bestiegen werden, was ich natürlich gemacht habe und das nur in 10 Minuten als in den 25 angegebenen. Ich wurde wie auch die anderen mit einem tollen Blick über die Bucht belohnt. Die Alternative wäre schwimmen am Strand gewesen, aber das fällt ja bei mir aus.
Zurück ging es über eine andere Route 1 Stunde 20 bis zum Hafen. Und das Wetter war perfekt bis ich mich vor dem Halong Cafe aus dem Bus verabschiedete. Ich saß kaum im Cafe, da prasselte mal wieder so ein Starkregen nieder. Soviel Glück muss man haben, wenn ich mir vorstelle bei der Tour diesen Regen gehabt zu haben wäre gruselig.
Den Abend habe ich im Hotel verbracht mit 2 Irinnen, einem US Boy und einem britischen Pärchen.
Am nächsten Morgen war es sehr windig, gut das ich schon die Tour durch die Bucht bei bestem Wetter absolviert hatte, Glück muss man haben, aber wenn Engel reisen. Habe gemütlich gefrühstückt mit einem vietnamesischen Kaffee der unendlich brauch bis er auf dem aufgesetzten Behälter auf der Tasse durchgelaufen ist. Er war stärker als ein Espresso trotz Milch. Anschließend habe ich meine Unterkunft in Cat Ba für 3 Nächte klar gemacht die ich über die 15 km entfernte Fähre erreiche. Der gleichnamigen Ort liegt an 25 km entfernt vom Anlieger auf der Insel. Habe mit ein Hotel mit Meerblick gegönnt. Anschließend habe ich noch einen Spaziergang über den lokalen Markt gemacht und weiter zum Wasser wo ich noch ein Foto vom Panorama der schon überquerten Hängebrücke machen wollte. Dann was gegessen und endlich habe ich mal in dem Gewühl von Waren Sprühöl für meine Kette gefunden. Ich glaube das eh bald ein Kettenwechsel fällige, habe heute nochmal nachgespannt. Auf dem Rückweg zum Hotel bin ich mal wieder in einen kleinen Laden ohne Tourismus hängen geblieben. Es gab frisch gezapftes Bier aus der Tiefkühlbox und am Nebentisch saßen 3 Jungs aus dem Ort mit denen ich mich auf englisch verständigen konnte.
Zurück im Hotel habe ich dann Kettenpflegen betrieben. Mir wurde aus dem Hotel ein Lappen zur Kettenreinigung zur Verfügung gestellt. So habe ich erstmal Kette und Ritzel vom Dreck befreit, doch das Ritzel vorne war schon sehr abgenutzt ich hoffe es trägt mich noch bis Ha Noi.
Nun sitze ich im Laden nebenan wo auch Wasserpfeife geraucht wurde. Ach ja und es regnete mal wieder volle Pulle. Aber es ist wieder schön abseits des Touristroms zu sitzen und sich mir den Einheimischen zu unterhalten, was hier ganz gut auf Englisch geht. Rest des Tages habe ich Tagebuch getippt.

Vom 11. Oktober 2017 - 17. Oktober 2017 Tag 38 (816) – Tag 44 (822)
Etappe Ha Long - Hanoi 200 km Rad; 18 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 1.990 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
11.10.17 37,86 15,38 46,98 179 Cat Ba
14.10.17 99,60 17,12 46,19 295 Hai Duong
15.10.17 63,11 17,94 29,84 70 Hanoi

Am Morgen ging es mal wieder auf das Fahrrad. Ich wollte mit dem Fahrrad auf die Insel Cat Ba und musste dazu zu dem 14 km entfernten Hafen den ich schon von der Bootstour durch die Halong Bucht kannte. Die Fähre sollte um 7:30 Uhr ablegen und ich war schon eine Stunde vorher da. Der Start verzögerte sich aber das stört hier keinen. Die normale Autofähre wie wir sie auch vom Rhein her kennen nur etwas klappriger brachte mich nochmal in die Felswelt der Halong Bucht. Das Wetter war wieder sehr feucht und ein Regenschauer löste den nächsten ab und ich musste oft die Starkregenabschnitte unter Dächern abwarten. Schade den die kleine Straße führte durch kleine Dörfer und von Primerwald bewachsenen sat grünen Hügeln von dem einen Ende der Insel zum anderen Ende zur Stadt Cat Ba. Das Gebiet neben der Straße gehört zu einem Nationalpark. In den Senken stand viel Wasser neben der Straße und es lief von einer Seite auf die andere und ich mußte immer wieder hindurch. Doch nach 20 feuchten Kilometern hatte ich Cat Ba City erreicht. Es gab den normalen Teil und den touristischen, in dem mein Hotel mit Blick auf die Bucht mit dem Fischerhafen lag. Das Hotel war nicht das Beste aber zum Schlafen OK.
Bei dem ersten Rundgang schüttete es wieder aus Kübeln und die Straßen verwandelten sich wieder in Flüsse. Der Touristische Teil von Cat Ba bestand aus Hotels und Hostels und Restaurants die auch auf Pontons auf dem Wasser lagen. Beim ersten Blick dachte ich wieder nicht schön hier, doch beim zweiten fand ich 500 m weiter eine schöne Bucht mit Blick auf eine Insel mit einer natürlichen Felsbrücke und das beste es gab dort eine Terrasse zum Verweilte mit ruhiger Musik im Hintergrund. Ich habe hier den ganzen Abend verbracht und noch mit 2 Mädels, eine aus Roermond die andere aus Wetzlar am Tisch gesessen und wir haben uns auf Englisch unterhalten. Im Hintergrund knatterten die Generatoren der schwimmenden Dörfer und dabei ist es eine schöne Luft am Abend und wieder trocken.
Nach dem morgendlichen Regen war es nach dem Frühstück trocken und der Himmel war blau und ließ die Bucht in der Sonne erstrahlen. Ich habe eine Wanderung zuerst zum nahegelegenen Aussichtspunkt über der Stadt mit toller Aussicht über die Bucht gemacht. Anschließend bin ich hinauf zum Canon Fort gewandert 2 schweißtreibende Kilometer bergauf. Durch die alte Geschützstellung mit 2 Arterielle Kanonen führte ein Rundweg mit Ausblicke in die Bucht und das in alle Richtungen. Am Ende des Rundweges war ein Café, wo ich mir eine Cola gönnte mein mit Schweiß durchtränktes T-Shirt zum Trocknen aufhängte. Ich bin die gleiche Straße hinabgestiegen bis zum Hafen Bem Beo. Unterwegs traf ich auf Wildschweine und Ziegen die den gleichen Weg nutzten. An einem Café oberhalb der Bucht Bem Beo gab es ein weiteres Café wo ich Chicken Noodle Soup gegessen haben.
Zurück im Hotel habe ich Mittagspause auf dem Bett gemacht. Nachmittags bin ich über den Rundweg vorbei an den Stränden zum Restaurant Le Pont vom Vorabend. Habe hier den Abend mit der Wetzlarerin und einem weiteren Langzeitreisenden aus Deutschland verbracht. Abschlussbier im Hotel und schlafen.
Der nächste Tag brachte einen echten Relaxtag: Frühstücken, kleiner Rundgang um einen See und in den nicht Touristischen Teil Cat Ba's. Hier suchte ich einen Weg zu Pagoden auf dem Berg die ich vom See aus gesehen habe. Ich bin in zwei Stichstraßen gelaufen, doch sie endeten irgendwann, die dritte war vielversprechend doch nach 200 m ich vom Militär zurück gewiesen. Ich glaube sie lagen in einem militärischen Sperrgebiet. So bin ich dann zum Pizzaessen und aufs Zimmer zum Ausruhen. Abend bin ich nochmal zum Rundgang entlang der Strände und in die Le Pont Bar aufgebrochen. Hier gabs mal wieder 3 Halong Beer für 2. Dazu mal italienische Spagetti mit Basilikum Sose. Tom habe ich auch wiedergetroffen der morgen ebenfalls nach Hanoi aufbricht.
Ich war froh morgens wieder auf dem Rad zu sitzen und das bei strahlend blauem Himmel. Ich hatte mich gegen die Schnellfähre nach Hai Phong entschieden und bin so noch mal auf der Insel Cat Ba über die zweite Straße die es auf der Insel gibt nach Norden geradelt. Immer bergauf bergab an der Steilküste entlang bis zu den Mangroven im Norden.
Hier brachte mich eine Fähre auf kurzem Weg zur Halbinsel Cat Hai. Von hier bedurfte es keiner Fährfahrt mehr den es gab eine neue 4 km lange Brücke mit 4 Spuren in den wachsenden Industriehafen von Hai Phong. Nach dem Hafen begann die Stadt und die Straßen waren von Motorrollern verstopft und ich mittendrin. Unglaublich diese Massen an Rollern. Ich habe mich einfach mit saugen lassen. Bald nach der Stadt bin ich auf eine kleine Nebenstraße abgebogen und es gab keine Touristen mehr, wenig Verkehr und ich war wieder glücklich und für die Einheimischen wieder was Besonderes bei den Kindern und Erwachsenen. Ich hatte wieder das echte Long Distanz Feeling und als ich dann auf einen betonierten Feldweg abbog war es perfekt denn ich landete an einer Fähre die wie ein Carport ausschaute. Es standen schon einige Motorroller darauf die ebenfalls über den braun schlammigen Fluss wollten. Die Fähre legte auf der anderen Seite an einer Böschung an, während sie mit ihrem Hinterteil die Bäume streifte. Die klapprigen Laderampe wurde vom Carport Matrosen betätigt als er mit seinem Gewicht das Gestänge der Rampe bestieg. Nach der spannenden Fährfahrt führte der Feldweg, Straße in einen weiteren Ort. Die Straße diente zum Trocknen von Heu und Getreide und ich musste immer drum herum kurven.
Kurz vor Hai Duoung bin ich auf den Highway in die Stadt gefahren und habe gleich das erste Hotel bezogen. Nicht das Beste aber billig, Bett und Dusche, wackelnder Klositz für 7,40 Euro, dafür kann man in Deutschland nicht mal zelten.
Die heutige Etappe war mal wieder sehr anstrengend bei fast 37 Grad, doch auch wenn ich mich mit vielen Stopps ins Ziel geschleppt habe bin ich glücklich über die vielen Begegnungen mit den Menschen.
Bin nun noch 1 km ins Zentrum gelaufen, weil mein Navi einen See anzeigte, doch hier war Baustelle und beim Rückweg habe ich ein schönes Plätzchen an einem kleinen Verkaufsstand und in einer Seitengasse gefunden. Es gab Hanoi Beer mit Eiswürfel und ich konnte wieder das Leben genießen. Es wurde Tee auf den kleinen Holzbänken getrunken, Wasserpfeife geraucht, später kam noch die Eierverkäuferin mit Ihrem Handkarren vorbei. Danach war ich noch in einem netten verquasten Lokal Nudeln essen und zum Abschluss Hai Duong in einer Kneipe wo ich von einem Vietnamesen auf Deutsch angesprochen wurde. Er lebt in Tschechien und ist auf Familienbesuch. Morgen gibt es wieder Touristenprogramm, ich hoffe auf eine Touristen freie Gasse für den Abend in Hanoi.
Am Morgen konnte ich mal wieder früh starten da es kein Frühstück gab und bin gleich wieder auf eine kleine Betonpiste durch kleine Dörfer und es lagen wieder die verschiedenen Ernten zum Trocknen auf dem Weg, daneben meist jemand mit spitzem Strohhut der die Ernte immer mal wendete. Kühe standen am Straßenrand und auf den Feldern wurde geerntet. Vereinzelt standen Gräber auf den Feldern die es aber auch zu einem Friedhof zusammengefasst am Ortsrand gab. Jedes Dorf hatte seinen Tempel. Es war genau so wie ich mir das Radeln durch Vietnam vorgestellt hatte.
Nun musste ich noch nach Hanoi in die Altstadt. Doch ich bin gechillt über einen Damm am Fluss geradelt bis zur Brücke die mich direkt ins Herz der Altstadt führte. Im Hotel wurde ich mit der vietnamesischen Freundlichkeit empfangen.
Nach einem Rundgang bis zum Hoan Kiem See, war ich von dem Tourismus schockiert. Lange Rikscha Schlangen zogen sich durch die Altstadtgassen, überall hörte man Hello Motobike, und alle saßen in für mich teuren Restaurants und Cafés. Wo ich gestern noch 5000 Dong (18Cent) für ein Bier bezahlte wollte man hier an der Ecke 25000 (92 Cent), da bin ich erstmal geflüchtet an die laute Hauptstraße, wo ich in die Stadt gekommen war. Dort habe ich an einem Verkaufsstand vor einem Tempel mein Zielbier getrunken.
Anschließend bin ich zum Kebabessen und in die sogenannte Beercorner. Ich suchte mir die Ecke mit den Einheimischen und bekam gleich ein Bier zum testen ausgegeben Truc Bach. Bin dann auch zum Hotel und habe den schönen Tag Revue passieren lassen.
Am nächsten Tag war Regen angesagt und ich wollte auf Sightseeingtour gehen. Aber zum Glück gab es auf jedem Hotelzimmer einen Regenschirm und so brauchte ich meine Regenjacke nicht überziehen. Mein erstes Ziel war der Literatur Tempel. Im ersten Teil wurden schwere mit Schriften von Schildkröten getragene Steintafeln dargestellt. Es gab mehrere Nebengebäude und 2 Haupthallen und den üblichen Trommel und Glockenturm. Ganz nett nur die viele Touristengruppen mit den lauten Mikrofonen störten. Das nächste Ziel war das Ho Chi Minh Mausoleum, welches aber geschlossen war, da Mr. Ho zur Zeit in Russland ist, wo er jedes Jahr neu einbalsamiert wird. Aber eigentlich wollte er verbrannt werden und in drei Urnen auf drei unbekannten Bergen in Norden, in der Mitte und im Süden beigesetzt werden. Danach habe ich mich irgendwie von hinten unabsichtlich in das ehemalige Anwesen von Ho Chi Minh geschmuggelt. Alle Leute kamen mir entgegen und zum Schluss sah ich die Ticketverkaufsstelle und es gab sogar Sicherheitsscanner. Da bin ich einfach umgedreht und habe mir nochmal alles angeschaut und dabei den Eintritt erspart. Wenn die halt nicht aufpassen.
Anschließend wollte ich die Alte Zitadelle besuchen doch hier war montags Ruhetag. Zurück bin ich noch über die Bahntrasse gestolpert die durch die Häuserschluchten verläuft. Hier habe ich günstig abseits der Touristenpfade Fried Rice gegessen. Nach einem Foto von der Kathedrale bin ich durch die Altstadtgassen zurück zur Beerconer. Danach Pause im Hotel und Abschluss in einer Eckkneipe (Restaurant) nur von Vietnamesen besucht nicht weit vom Hotel. Und ich finde es faszinierend wie immer wieder Leute allen Alters, wie Backpacker sich mit einem Guide durch die Altstadt führen lassen und in teuren Restaurants einkehren. Ich liebe meine Freiheit.
Am Morgen bin ich nach dem Frühstück zum zweiten Versuch die alte Zitadelle zu besuchen die unter Unesco Erbe steht. Das Nordtor war frei zu besichtigen und für das Südtor und den Rest der Anlage waren 30.000 Dong fällig was für mich nicht viel ist. Hier war der frühere Regierungssitz aber auch zu Kriegszeiten war hier die Entscheidungsgewalt. Unter teile des Komplexes war ein Bunker angelegt.
Anschließend habe ich in sämtliche Tempel der Altstadt besucht und war wieder in der Küche vom Vortag. Habe dann main Notebook aus dem Hotel geholt und mich zwischen die Vietnamesen in die Eckkneipe zum Tagebuch tippen gesetzt. Nun wird es langsam Dunkel und ich freue mich auf die nächsten 2 Etappen bin Tam Coc nahe Nimh Binh in der sogenannten trockenen Ha Long Bucht. Hier werde ich wieder 3 Nächte bleiben die ich schon in einem Zimmer eines Bungalow gemietet habe.

Newsfeeds

Benutzeranmeldung

Navigation

Impressum

Copyright © 2013. All Rights Reserved.