Berichte Grenze Spanien– Grenze Portugal
Vom 21.März 2016 – 09.April 2016; 19 Tage
Gesamt Spanien: 1198km; Gesamt 2014/2015/2016: 19.929 km

Autor: Michael Schreiber


Vom 21.März 2016 – 24.März 2016 Tag 24 (462) - Tag 27 (465)
Etappe Grenze Spanien Col de Pierre St.Martin - Pamplona 171 km Rad; 24 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 1837 km
Buenos Dias!
Spanien empfing mich auf dem Col de Pierre St. Martin mit Nebel, Schneefall und eisigen Temperaturen. Es war schon 18 Uhr. Wie weit wird es wohl bis zu einer festen Unterkunft sein? An zelten war nicht zu denken, bis ins Tal hoher Schnee am Straßenrand und es schneite immer noch, ich war schon froh das er nicht auf der Straße liegen blieb. Nach 24 km bergab erreichte ich Isaba am Rio Esca. Hier gab es eine tolle günstige Unterkunft, so hätte ich sie mir in Frankreich gewünscht und das Frühstück am nächsten Morgen war fantastisch: Baguette, Croissant, Ei mit Speck, einen Teller mit zubereitetem Obst, Joghurt, und eine warme Süßspeise. So konnte ich gut vorbereitet in Richtung Pamplona radeln. Den ersten Pass Alto Laza hatte ich hinter mir als ich zur ersten Pause in Ochagavía einkehrte. Nach dem Nieselregen tat ein Kaffee gut. Zum Pass Remendia ging es nochmal auf 1040 m hoch bevor eine lange Abfahrt nach Aribe folgte. Unterwegs beim kochen kam ein Mann auf mich zu, Freude strahlend und begeistert von mir. Wir konnten uns ganz gut mit Händen und Füßen verständigen. Ich muss erstmal von französisch merci auf Spanisch gracias umschalten. Werde wohl das ein oder andere Spanisch noch lernen, denn spanisch ist in Südamerika ja auch stark verbreitet.
Ich wollte heute bis Aribe kommen doch ich musste weiter, die einzige Unterkunft im Ort hatte heute geschlossene Gesellschaft, so fuhr ich durch die Schlucht des Rio Irati der in den Stausee de Usoz mündet. Der Weg führte noch einige male, auf einer breiter werdenden Straße, bergan. Am Scheitel war immer ein Tunnel der längste Namens Carrovide war 760 m lang. Durch die breiter werdende Straße merkte ich das ich mich einer größeren Stadt näherte.
Ich erreichte am nächsten Tag nach 30 km Gegenwind Pamplona. Ich checkte im vorher gebuchten Hotel Eslava am Plaza Virgen de la O direkt an der Stadtmauer und nicht weit von der Calle Mayor der Hauptmeile der Stadt ein. Nach Duschen und Wäsche waschen war es gerade mal Mittagszeit und so machte ich mich gleich zu einem großen Stadtrundgang auf. Alle Sehenswürdigkeiten der einstigen Königsstadt des Reich Navaras lagen alle fußläufig in der Altstadt. Über die Stadtmauer lief ich zur Markthalle bis zur Santa Maria Kathedrale. Hier waren schon die großen Tragegestelle mit Santa Maria und das mit Jesus am Kreuz für die Karfreitagsprozession aufgebaut. Diese werden durch die Altstadt getragen. Da ich Gründonnerstag noch in der Stadt verweile, werde ich mir die Prozession der Hermandad de la Pasion del Senor (Bruderschaft der Leidenschaft des Herrn) anschauen. Sie startet um 20Uhr an der Kathedrale und führt zum Plaza Sta. María la Real. Von der Kathedrale ging ich weiter vorbei an der berühmten Stierkampfarena zum Stierkampfdenkmal und zurück vorbei an zahlreichen Kirchen. Die meisten sind in einem zugleich gotischen und barocken Stiel erbaut, eine interessante Mischung, wenn man in dem Barockteil steht und in den gotischen Teil blickt.
Pamplona mit seinen Gassen, Bodegas, Cafes und kleinen Läden gefällt mir sehr gut. Zum Schluß stand noch der zentrale Plaza del Castillo auf dem Programm. Von dem Pavillion in der Mitte hatte man einen schönen Rundumblick auf die meist 4-5 stöckigen Stadthäuser. Jedes Fenster hat ein Balkönchen mit Schmideeisengeländer oder einen Holzerker. Es ist viel Leben in der Stadt, Einheimischge, Pilger des Jabobuswegs oder auch die normale Touristengruppen.
Am Gründonnerstag habe ich erstmal ausgeschlafen und mir mein eigenes Frühstück mit Baguette, Marmelade, Käse, Banane und Kaffee auf dem Zimmer bereitet. Gegen 10 Uhr bin ich durch die Parks der Stadbefestigung losgezogen. Hier hält man teilweise Rehe und Gefieder aller Art bis zu Pfauen. Diese befinden sich in den ausgedehnten Gräben des Bollwerks. Nach Rundgang durch die Cidadelle bin ich wieder in der Altstadt gelandet. Vor der San Saturnino Kirche, der Schutzpatron Pamplonas, habe ich mir in der Sonne einen Kaffee mit Croisson gegönnt.
Bin heute Abend noch auf die Prozession gespannt bevor es morgen zu einem Bahntrassenradeg Richtung Andoain ins Baskenland geht.


Vom 25.März 2016 – 27.März 2016 Tag 28 (466) - Tag 30 (468)
Pamplona – Barrio de Arriba 308 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 2145 km

Nachtrag Prozession
Es war ein tolles Erlebnis diese Prozession zu sehen, Ich stand direkt an der Residenz der
Hermandad de la Pasion del Senor zuerst öffnete sich das große Metalltor und die Musikkapelle trat mit Trompeten und Trommelklängen hervor. Sie hatten die Spitzhauben an die auch Ihr Gesicht verdecken. Die Musik drang durch den Körper, sehr emotional genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, denn geplant war das nicht. Als nächstes zogen 3 von Hand gezogene Karren mit großen Figuren die die Szenen vom letzten Abendmahl und vom Ölberg darstellen aus der Residenz und zogen unter den Klängen der Musikkapelle durch die Altstadt Pamplonas zum Bischofssitz auf dem Plaza Maria Real. Hier fand noch ein Gebet des Bischofs statt, immer untermalt von der ausdrucksstarken Musik. Ein toller Abschluss in Pamplona.
Auch wenn ich so erst spät ins Bett kam, beschloss ich früh aufzubrechen. Per Navi lies ich mich auf meiner geplanten aus der Stadt leiten, vorbei am VW-Werk bis Irurtzun. Unterwegs musste ich nach langer Zeit mal wieder meine Regensachen nutzen. Doch nach meiner Pause in Irurtzun mit Kaffee und Teilchen war es wieder trocken und ich konnte ich den Bahntrassenradweg aufsuchen. Er war zwischen Irurutz und Leutberi ehr ein Wenderweg, so wurde mir von einem entgegenkommenden Wanderer ehr die Straße empfohlen. In Lekunberri musste ich mir erstmal die spanische Karte ins Navi laden, denn ich drohte von der Karte zu fallen. Also Parkbank gesucht, Netbook ausgepackt und Datentransfer gestartet. In der Zeit überlegte ich den Weg gleich nach Tolosa einzuschlagen und nicht den Bahntrassenradweg. Wenn der so weiter geht ist es ein unnötiger Umweg. Doch zum Glück entschied ich mich gegen die Abkürzung, denn ab nun war der Weg super, zwar nicht Asphaltiert aber es lohnte sich. Ich konnte die Tunnel gar nicht mehr zählen es waren bestimmt über 40., der längste an Scheitelpunkt war 2km. Auch die Landschaft wechselte zwischen enger Schlucht und Bauernhöfen am Hang mit Schafzucht. Es waren auch immer wieder alte Wasserviadukte zusehen. Vermutlich Wasserversorgung für Pamplona und auch Energiegewinnung. Die Entscheidung war Gold richtig dem Camino Natural Via Verde del Plazaola zu folgen, er hat mich nicht enttäuscht und am Ende habe ich sogar doch noch Tolosa erreicht. Die Besiedlung im Tal … war zu eng um einen geeigneten Zeltplatz zu finden so habe ich eine billige Pension bezogen. Am Abend entspannte ich auf dem Rathausplatz in einer Bar und beobachtete das Treiben. Alle Kinder waren am spielen und die Eltern saßen im Café. Die Jungs spielten die ganze Zeit Fußball, kein Wunder das die Spanier so gut sind, hier wird noch viel Straßenfußball gespielt. Ich genoss den Abend auf dem Platz.
Morgens setzte ich den Weg auf der geplanten Route fort. Von Zamanya Nach Ak... war wieder ein schöner Bahnradweg durch viele Tunnel und über viele Brücken schön gleichmäßig bergab.
Ins Tal des Rio … musste ich noch einen 410m hohen Pass überwinden. Mich überholten zahlreichen Rennradfahren. Beim Überholvorgang munterten sie mich immer auf und waren verwundert wie man mit so einem Gewicht die Anstiege schafft. Hinter Eibar machte ich in einem kleinen Ort wieder Mittagspause auf dem Dorfplatz, auch hier Spielte ein Junge wieder Fußball. Er versuchte immer den Basketballkorb zu treffen. Ab und an gelang es sogar. Gut gestärkt fuhr ich Richtung Bilbao weiter, eine grausame Großstadt, das was ich gesehen habe. Ich wollte schnell hindurch, aber es dauerte über eine Stunde. Also Belohnung tauchte plötzlich nach einem weiteren Hügel erblickte ich wieder den Atlantik. Ich wusste gar nicht mehr das ich die Route hier her geplant hatte. So ist das halt auf so einer Reise, unverhofft kommt oft. Schön mal wieder das Meer zu sehen. Aber ebenso ein Hotel nach 130km zu sehen war auch toll. Und genau das was ich brauchte, Regenschauer Dusche, Nette Hotelangestellte, nette Bar. So konnte ich mal wieder Bilder sichern, Tagebuch tippen und mich entspannen. Bin schon gespannt wo meine Tour morgen weiter geht. Nett war auch das ich auf die Uhrumstellung aufmerksam gemacht wurde. Sonst wäre ich wohl eine Stunde zur früh zum von mir gesponserten Osterfrühstück gekommen.
Frohe Ostern! So hies es auch per Handy an meine Mutter und Schwester. Vom Hotel aus waren es nur 4 km bis zurück auf meine Route, aber wie! Der letzte Kilometer war brutal. Ich wollte nur auf den Radweg der entlang des Berghangs führte. Doch es war so steil das ich kaum schieben konnte. Dabei mußte mich eine Frau aus ihrem Haus beobachtete haben. Sie kam raus und half mir die letzten 500m bis auf den Radweg. Muchas gracias! Doch nach 1km schönem radeln auf der Höhe war schon wieder Ende der Radweg war durch eine Baustelle versperrt und ich konnte wieder nach unten radeln, die ganze Mühe umsonst, obwohl ich nochmal einen schönen Blick aufs wellen schlagende Meer hatte. Danach blieb ich lieber auf der Landstraße bergan. Es waren wieder viele Rennradfahrer unterwegs, einer begleitete mich am ersten Berganstieg und wir unterhielten uns, er auf Spanisch ich auf Deutsch. Sehr interessantes Gespräch aber trotzdem eine schöne Gesellschaft zur ersten Bergwertung. Den 2ten Pass La Escrita 430 m habe ich wieder alleine in Angriff genommen. Oben ein schöner Ausblick auf die Landschaft, im Hintergrund Schneebedeckte Berggipfel der Sierra del Hornio. Nach der rasanten Abfahrt kehrte ich zur Kaffeepause ein. Ich konnte mir auch gleichzeitig noch ein Baguette für die Mittagspause besorgen. Diese machte ich im nächsten Anstieg in Riva, na wo wohl? Auf dem Dorfplatz. Diesmal nur ein Fertiggericht. Der eigentliche Anstieg zum Pass erfolgte in Arredondo, von hier waren es noch 550 Höhenmeter bis zum Alto de Alisas auf 674 m. Und ich hatte wieder freien Blick auf das Meer bei Santander. Ein Wahnsinns Blick. Nur noch die Abfahrt und ab in die Unterkunft. Denn der Wind wurde zum Sturm. Eine nette Unterkunft war mit dem Hotel Rural Posada El Remanso del Triviecu gefunden. Da mir der Mindestbestellwert bei einem Pizzaservice zu hoch war bereitete man mir noch ein Schälchen Fisch und ein Omelette Echt nett.
Nun sind es noch ca. 200km bis Oviedo mal schauen ob das in 2 Tagen klappt. Bin im Moment gut drauf.


Vom 28.März 2016 – 31.März 2016 Tag 31 (469) - Tag 34 (473)
Barrio de Arriba – Oviedo 216 km Rad; 15 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 2362 km

Nach gutem Frühstücksbuffet am Ostermontag machte ich mich auf den Weg, es war sehr windig mit starken Böen meist von vorne, doch auch mal von hinten, da ging es gleich einfacher den Berg hinauf. In Vargas war die erste Kaffeepause. Noch 25 km und ich bin zurück auf der Küstenstraße. Die Landschaft ist wie im Voralpenland, kleine Dörfer Viehwirtschaft, man hört die Glocken der Tiere in der Ferne. Im Hintergrund sieht man die 2000 m hohen schneebedeckten Gipfel der Sierra de Pena Sarga. Wieder an der Küste war es diesig, ich denke auch durch das aufgewühlte Meer. Da es teils eine Steilküste ist, ist auch der Weg ein auf und ab, immer schön 80 Höhenmeter rauf und gleich wieder runter. Auf dieser Straße waren auch viele Pilger unterwegs immer an der Straße lang. Dies ist der historische Weg nach Compostella. Direkt an dieser Straße in Pesues lag ein Hotel 20 Euro mit Frühstück das passte. Der Inhaber sprach Deutsch, er war in Augsburg und hat auch in Deutschland studiert so war die Verständigung einfach. Da ich die Entfernung nach Oviedo nun einschätzen konnte habe ich dort eine Unterkunft für 2 Nächte gebucht. Mal wieder ein Ruhetag.
Am Morgen musste ich mit den anderen Gästen des Hotels vor dem Restaurant auf das Frühstück warten, zum Glück hatte ich noch Baguette und Käse in meinen Gepäcktaschen, so konnte ich mir schonmal was zubereiten. Nach einer halben Stunde tauchte dann auch der Inhaber auf und bereitete uns einen Kaffee, ein Stück Baguette und Marmelade, ok mehr kann man auch für den Zimmerpreis nicht erwarten. Entlang der Küste hatte ich mal wieder nette Begleitung. Zuerst ein Rennradler und kurz später 2 Jungs mit Ihren Trekkingrädern die auf dem Weg zum Einkauf nach Llanes waren. Beide konnten Englisch, so war die Unterhaltung einfacher. Sie erzählten das sie gerade ebenfalls an einer Tour nach Südamerika planten. So gab ich ihnen noch kurz vorm Supermarkt meine Visitenkarte der Homepage. Sie wollen sie noch mal melden. Nach einer kurzen Besichtigungsrunde durch Llanes ging es weiter an der Küste entlang zur Kaffeepause in Balmori. Oft konnte man das Meer nicht sehen aber wenn war der Ausblick fantastisch, wie zur Mittagspause in der Bucht wo der Rio de las Cabras in Meer mündet. Nach morgendlichen trüben Wetter mit einzelnen Regentropfen und Regenbogen über dem Weg lachte zu Mittag wieder die Sonne. Nach Ribadesella bog mein Weg entlang des Rio Sella und später des Rio Pilona ins Landesinnere ab. Adios Atlantik. Der Blick wurde frei auf den Picos de Europa über 2500m hoch. Übrigens bin ich nach Cantabrien, welches ich heute Morgen verlassen habe, schon in Asturien angekommen. Morgen kann ich mich mit nur 45km auf den Ruhetag einstimmen. In Peleon kehrte ich zur Übernachtung in der Dorfkneipe mit Hotelanschluss ein. Schön die Atmospähre zu genießen, wie der Bauer mit seinen Stiefeln gerade den Barhocker einsaut. Laute spanische Thekengespräche und auch der plärrende Fernseher darf nicht fehlen. Komisch das ich sowas genießen kann.

Am Morgen gab es endlich mal Haferflocken die ich schon seit Deutschland als Notfallverpflegung mitschleppe, denn hier im Hotel gab es kein Frühstück. Immer gut wenn man sich selbst verpflegen kann. Nun auf nach Oviedo, ja es ging auch bergauf aber nur 300 Höhenmeter vom Tal des Rio Pilona ins Tal des Rio Nora. Oben kehrte ich zu Kaffee und Donut ein. Der Spanier kehrt auch morgens gerne zu einem Kaffee in der Bar ein, rein ins Café, Kaffee runter spülen und wieder raus, eventuell noch einen Blick in die ausliegende Tagespresse werfen.
In Oviedo angekommen, konnte ich gleich mein Zimmer beziehen, duschen und mich neben an im Supermarkt versorgen. Es gab mal wieder richtigen Gouda mit Baguette und mit Ketchup verfeinert, man gönnt sich ja sonst nichts. Bei der Ankunft in Oviedo habe ich gleich an der Touristeninformation angehalten und mir einen Stadtplan ergattert, so konnte es gleich auf Stadtrundgang gehen, denn das Wetter war besser als angekündigt, das sollte sich am nächsten Tag, meinem Ruhetag ändern. Oviedo ist ganz nett aber kein Highlight. Schöne Gassen, das ein oder andere Gebäude was gefällt, wie Rathaus, kleine Stadtpaläste, die Kirchen mit ihren Plätzen davor. An einem dieser Plätze lies ich mich in der Sonne nieder und genoss ein Bierchen. Hierbei kann man auch satt werden, denn zu jedem Bier wird eine Kleinigkeit (Tapa) gereicht. Erst ein Schälchen mit Reis in Fischpaste dann etwas nach Kartoffel schmeckendes auf Brot. Da es mir hier gut gefallen hatte bin ich Abends noch mal zum Essen hier aufgeschlagen, es gab Patatas 3 Salsa, also Kartoffeln mit 3 Dips, sehr lecker. Das Abendwetter kündigte schon das Wetter des nächsten Tages an, Regen. Also werde ich mir wohl die 2 kostenlosen Museen in der Stadt anschauen und nicht zu den alten Kirchen Santa Maria del Naranco und San Miguel de Lillo wandern die ca. 3 km außerhalb liegen.
Und so kam es, nach dem ich ausgeschlafen hatte war es am regnen also ab ins Museo de Bellas Artes de Asturias. Halb nass kam ich dort an, doch im warmen Museum war ich schnell wieder trocken. Es gab Bilder aus allen Epochen zu sehen, angefangen von alten Kirchengemälden, Bilder aus Herrenhäusern, über Picaso, Miro und Dali bis zur Modernen Kunst. War eine schöne Alternative im Regen. Im Anschluß wechselte ich ins Museo Arqueologico de Asturias, hier fing die Epoche bei Neandertaler und Co. an und führte bis in die Zeit der Römer in Asturien. Nun Einkaufen und Ruhetag weiter geniesen.
Ich hoffe das die nächsten Tage Richtung Santiago de Compostella nicht zu feucht werden, denn ich möchte nochmal quer durch die Berge Asturiens und Galizien radeln. Schauen wir mal.


Vom 01.April 2016 – 05.April 2016 Tag 35 (474) - Tag 39 (478)
Oviedo – Santiago de Compostela 390 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 2751 km

Aus der Stadt Oviedo führte mal wieder eine Bahntrasse hinaus und auch noch bergab, dies hatte ich garnicht erwartet, da es ja heute in die Berge ging. Die Landschaft war mal in dichten Nebel gehüllt und mal war die Sonne schon durchgedrungen. Ab Fuso de Reina war die Bahn noch aktiv aber es gab parallel noch einen Verbindurgsweg nach Trubia. Hier wollte ich eigentlich dem gleichnamigen Fluss bergauf zum Puerto San Lorenzo folgen, doch im Internet stand das er nur mit Schneeketten zu befahren sei, also lieber nicht. Doch ich sah gerade einen Polizist in ein Kaffee gehen, warum nicht nochmal fragen dachte ich mir. Ich hinterher, da ich ja schon wusste was geöffnet auf Spanisch heißt war das Fragen ja nicht mehr schwer. Er sagte: „Si, abierto“ und machte noch Handzeichen das es nicht glatt sei. So konnte ich doch den Pass in Angriff nehmen. Bis San Martin, wo ich meine Kaffeepause machte, war der Anstieg noch moderat, aber die Landschaft war schon echt toll. Erst eine Schlucht, hier konnte man entweder die Bahntrasse auf der einen Seite nutzen oder die kaum befahrene Straße auf der anderen Seite. Ich wechselte mehrmals hin und her. San Martin war schon von weisen Gipfeln eingerahmt. Hier fing die 11 km Steigung an, laut Internet meist über 10%, ganz schön dick, so nutzte ich wieder die Schlangenlinientechnik im kleinsten Gang. Doch die Umgebung war grandios, immer wieder Entschädigung genug für die Anstrengung. Zuerst vorbei an der Sierra de Sobia, dann auf dem 1347 m hohen Pass der Pena Micho und Pena Prieta. Die Abfahrt, 750 m auf 10 km. In Aguasmestas gab es ein Bier auf der Sonnenterasse des Cala Lolo mit Blick aufs Bergpanorama. Danach habe ich einfach bis Belmonte de Miranda laufen lassen und nach getaner Arbeit ins Hotel eingekehrt. Freu mich schon aufs angekündigte Frühstücksbuffet.
Es war gut das Büffet. Sonst war heute nicht viel besonderes, viel Landschaft, Schluchten, keine Einkehr, 2 Pässe der Pozo de las Mujeres Muertas 1098 m und kurz später gleich der zweite Alto de Valvalev 1116 m und alle Prozentschilder waren im Anstieg zu sehen 10%, 9%, 11%, 14%, 12%, und nochmal 10% das war der Anstieg. Aber dafür war mal wieder Zelten angesagt, denn nach 114 km noch einen Berg nach A Fonsagrada wäre doch Zuviel Mein Zeltplatz lag hinter einem stillgelegten Transformatorenhaus. Dies nutzte ich nach dem Zeltaufbau als Windgeschützen Kochplatz. Sitze nun im Zelt und draußen stürmt es, hoffe es geht vorbei. Nix mit vorbei es kam noch Regen dazu. Er prasselte die ganze Nacht aufs Zelt, doch am Morgen war es zum Zeltabbau wieder trocken. Gut das Zelt war noch nicht trocken, aber dann muss es wohl nass in die Tasche. Da ich wieder ganz unten an der … Talsperre kam der Anstieg den ich ja am Vortag glücklicherweise nicht mehr in Angriff genommen hatte. Er war 20 km lang bis nach A Fonsagrada, gut es waren wohl 2 in einem, denn nach dem ich wieder gut auf über 600 m geklettert war, musste ich wieder hinunter um die andere Seite eines Baches zu erreichen. Regen setzte auch wieder ein. Also kleine Regenbekleidung anziehen, Überschuhe, Hosenlatz (Rainlegs) und die versalzene Jacke. Dabei bemerkte ich das ich wohl auf der Zwischenabfahrt meine normale lange Radhose verloren hatte. Wohl nicht fest genug gezurt, so muss ich mir bei Gelegenheit mal was neues besorgen. Ebenso ist auch mein Personalausweis weg. Ist in einer Unterkunft liegen geblieben, gut das es nicht der Reisepass war, der ist wichtiger, vielleicht schicken sie ihn ja zurück.
Für mich hies es weiter im Regen bergauf, fast bis auf 1000 m in A Fonsagrada hatte ich bereits 1150 Hm und das nach nur 23 km in den Beinen. So machte ich in dem einzigen offenen Café eine ausgedehnte Pause bei Kaffee, Teilchen und Donut. Hoffte das meine Sachen etwas trockneten, die von außen vom Regen und von innen vom Schwitzen nass waren. Regen hatte auch wieder eingesetzt teils mit Schnee vermischt, so bestellte ich mir noch einen Burger und wartete ab. Ich hatte ja schon einen Tag gut auf dem Weg nach Santiago A Fonsagrada hatte ich eigentlich für heute Abend als Ziel eingeplant. Doch trotz des wiedrigen Wetter wollte ich noch ca. 40 km machen so brach ich nach gut 2 Stunden wieder auf. Es standen mir noch 2 Pässe bevor, der Alto do Cerredo 960 m und der Alto da Fontaneira 936 m. Natürlich fing es pünktlich im Anstieg zum zweiten Pass wieder an zu regnen uns zu stürmen, doch ich schaffte es bis oben als der noch stärkere Schneeschauer kam. Zum Glück kam gleich nach der Passhöhe das Casa Bortelon. Ich kam völlig nass in der Gaststube an, die Männer an der Theke grinsten freundlich. Ich konnte schnell trockene Sachen anziehen und der Inhaber heizte extra nochmal den offenen Kamin an damit ich meine Sachen trocknen konnte. Durch eine anschließend lange Abfahrt schaffte ich es noch bis nach Castroverde, wo es Unterkünfte gab. So nass wollte ich nicht wieder zelten. Am Abend gönnte ich mir noch eine Pizza in Spanien nicht so empfehlenswert, aber zum sattmachen hat es gereicht.
Heute startete der Tag mit heißem Kaffee, denn es kam mal wieder kochend heißes Wasser aus dem Wasserhahn, dazu Haferflocken mit Zucker, denn in der Pension hieß es mal wieder „no desayuno“. Der Himmel war immer noch Regen verhangen, doch die 22 km bis Lugo schaffte ich ohne nass zu werden. Ich fuhr quer durch die Stadt, so kam ich auch gleichzeitig in die Altstadt, die von einer Stadtmauer umgeben ist. Diese fällt aber nicht groß auf, da Außenrum direkt große Stadthäuser gebaut sind. Die Altstadt hatte die gleichen Gassen wie Pamplona oder Oviedo. Einen Stopp legte ich noch an der Kathedrale ein und besichtigte das UNESCO Welterbe von innen. Als ich fast aus der Stadt raus war zwang mich der Regen zu einer Kaffeepause. Es wurde mal wieder eine ausgedehnte Pause, so kam zu dem Kaffee ein Bocadillo Jamon Cocido medio (Halbes Brötchen mit gekochtem Schinken), der sogar warm war. Lecker! Die Zeit vertrieb ich mir mit Leute, TV und Sportzeitung schauen.
Nach der Regenpause kam ein toller Abschnitt über eine kleine Landstraße, zwar sehr hügelig aber von der Landschaft sehr schön immer wieder durch kleine Dörfer mit schätzungsweise 50 Einwohnern, hinunter zum nächsten Bach wieder rauf zu einer schönen Aussicht übers Land, einfach toll zu genießen und die dunklen Regenwolken waren nur um mich rum. Der Jakobusweg war auch sehr präsent, so kehrte ich nochmal an einer Auberque am Wegesrand zu einem Kaffee und Käsebrot ein. Es waren immer wieder seltsame kleine Gebäude zu sehen, auf einer Seite mit einem Kreuz versehen und an den Seiten entweder ein Lattenrost oder Luftdurchlässige Steine. Ich fragte die Frau bei meinem Stopp in der Herberge. Sie teilte mir mit das dies Behältnisse für geerntete Kartoffel oder Mais ist. Die Landstraße führte mich bis nach Melide. Hier nutzte ich das erste mal eine Unterkunft für Pilger, im Vierbettzimmer. Ich hatte es aber für mich alleine. Abends bin ich noch in eine nette Bodega eingekehrt, zum Tagebuch tippen und Estrella Galicia zu genießen. Als Beilage gab es einmal Brot mit Serano Schinken und dann ein Tapa mit Bohnen und lecker Soße! So freue ich mich nach den 4 anstrengenden aber auch sehr schönen intensiven Tagesetappen, morgen Santiago de Compostela zu erreichen und hier mal wieder 2 volle Tage zu relaxen. Gespannt auf die Kathedrale mit ihrem großen Weihrauchfass, die ganzen Pilger, einfach auf die bestimmt interessante Atmosphäre.
Nach weiteren 50 km auf und ab am Morgen habe ich Santiago erreicht.


Vom 06.April 2016 – 07.April 2016 Tag 40 (479) - Tag 41 (480)

Santiago de Compostela
Ausgeschlafen! So bin ich n ach eigenem Frühstück mit Baguette, Frischkäse, Banane und Joghurt aufgebrochen Santiago zu erkunden. Durch die Altstadtgassen besuchte ich zuerst die Markthallen, wo Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse angeboten wurde. Auch rund um die Markthallen gab es noch Stände mit frischen Schnittblumen usw. Danach folgte ich dem auf dem Stadtplan eingezeichneten Rundweg zum Park Alameda. Da er etwas erhöht lag gab es Aussichtspunkte auf die Stadt. Durch Gassen und über die kleinen Plätze kehrte ich zurück in die Altstadt, auf dem Weg habe ich noch die ein oder andere Kirche besichtigt. Im Cabalo Bianco auf dem Plaza da Prescaderia Vella habe ich dann die Sonne bei Cafe con Leche und gratis Kuchen genossen. Hier war ich Abends zuvor schon einmal und werde während meines Besuchst in Santiago noch öfter sein. Ich besuchte auf dem Rückweg zur Unterkunft noch mal die Kathedrale des heiligen Jakobus mit dem größten Weihrauchfass der Welt. Bei besonderen Anlässen schwingt es durch die gesamte Kirche. Es ist an der Kuppel befestigt und wird durch die Kraft mehrerer Männer in Schwung gebracht. Über einen Aufgang durch den Altar gelangt man zum Jakobus. Berührt man seine Büste bedeutet es Glück. Mal schauen ob ich Morgen an einer Messe teilnehme um eventuell das Weihrauchfass in Aktion zu sehen.
Am Abend machte ich nochmal einen Bummel durch die Albstadt um im zweiten mir empfohlenen Lokal Namens Adarimo einzukehren Zum bestellten Glas Bier gab es ein Stück Pizza und ein Tellerchen Nudeln, das gleiche beim zweiten Bier nochmal. Im Fernsehen lief Wolfsburg gegen Real Madrid. Zur Halbzeit 2:0, die Stimmung war am Boden nur einer lächelte. Mein Nachbar signalisierte mir das das Ergebnis in Ordnung geht, so schaute ich auch noch die 2. Halbzeit und war auch danach satt.
Auf dem Rückweg zur Pension traf ich noch einen Reiseradler der gerade vor der Kathedrale aus Barcelona angekommen war. Wir unterhielten uns auf Englisch.Er war auch schon mal an Donau und Rhein unterwegs gewesen. ES war eine nette Begegnung.
Am nächsten Morgen habe ich ausgeschlafen und dann den Mittagsgottesdienst für alle Pilger in der Kathedrale miterlebt, es war sehr meditativ.
Nach einem Telefonat mit meiner Mutter ist sie nun auch über mein weiteres Vorhaben Südamerika informiert. Ich möchte immer das sie sich nicht unnötig Sorgen macht.
Das Wetter ist heute wolkig bis bewölkt, doch mit meiner Daunenjacke ließ es sich bei einem Kaffee draußen aushalten. Werde heute so noch etwas herumlungern und entspannen bevor es morgen wieder aufs Rad Richtung Portugal geht. Freue mich schon auf neue Erlebnisse.
Letzter Abend in Santiago ist also angebrochen. Abschied fällt schwer! So ging es noch mal durch alle drei mir empfohlenen Cafés – Bars der Stadt. Acarimo, Casa Pepe, Cabala Bianco. Hier habe ich noch die Sportzeitung durchgeblättert, nur Lob für den VFL Wolfsburg zu sehen. Bin jetzt auch wieder satt, nach Bohnensuppe im Acarimo, 2 mal Käse Salami Schinkenplatte im Casa Pepe und Patatas Schinken Thunfischschnitte im Cabala Bianco. So günstig wird man sonst nirgends satt. Ich werde Santiago so schnell nicht vergessen. Der abschließende Abschied von Jakobus in der Kathedrale war daher auch nicht ohne. Danke!


Vom 08.April 2016 – 09.April 2016 Tag 42 (481) - Tag 43 (482)
Santiago de Compostela – Grenze Portugal 151 km Rad; 2 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 2902 km

Beim Aufbruch aus Santiago hatte der Unterkunstbetreiber das Bedürfnis mir beim Packen des Fahrrads zu helfen. Er hielt es die ganze Zeit fest, während ich die Taschen anhing und die Quertasche festzurrte. Nun konnte es losgehen, ich folgte erst meinem Navi über kleine Dorfstraßen die parallel zur N550 führten, der ich im späteren Verlauf folgte. Erste Kaffeepause war in Carracedo, hinter Pendeverda folgte ich mal wieder einer kleinen Nebenstraße, hier hatte fast jeder einen kleinen Weinberg am Haus. In Redandela erreichte ich die Bucht des Ria de Vigo, er wurde von einer großen Hängebrücke überspannt auf der die Autobahn verlief. Vigo zu durchqueren war anstrengender als die 80km vorher. Eine Großstadt wie jede andere. Auch hier gab es keine intelligente oder abgestimmte Ampelschaltung, wie in ganz Spanien. Sie schalteten egal ob an der anderen Straße ein Auto oder ein Fußgänger wartete oder nicht. Auf rot schalten macht den spanischen Ampeln einfach Spaß Nach gut einer Stunde hatte ich Vigo hinter mir und landete im kleinen Vorort Sampaio de Navia im Cafe Navia Vello. Vom Wirt bekam ich ein Bier ausgegeben und ich bestellte mir noch ein Bocatas Queso. Nun hoffte ich gleich einen schönen Zeltplatz zu finden. Schnell war ich an der Küste, schon mal echt toll und nach den nächsten 2 Kurven kam auch gleich der Campingplatz, der war gebongt. Endlich haben die Campingplätze jetzt auch mal geöffnet. Freue mich schon auf den Abendspaziergang an der Bucht. Zum Abendessen gab es noch Bocadillo Pollo, ein Baguette gefüllt mit 2 Hühnerbrüsten, wow und das für 3,50 Euro. Jetzt noch Sonnenuntergang über dem Meer genießen und dann ab in den Schlafsack.
Nach einem schönen Tag hörte ich in der Nacht schon den Regen auf mein Zelt prasseln, zum Glück war es am morgens beim Zeltabbau wieder trocken. Doch nach 5km auf dem Rad setzte Nieselregen ein der nach 10 km in Regen überging. Die Ausblicke aufs Meer und die Atlantischen Inseln waren Regen verhangen. In A Ramallosa kehrte ich ins Café am Strand ein, es war eine alte Straßenbahnstadion, so wird hier an der Küste wohl früher mal eine Bahn verkehrt sein. So wie es ausschaut werde ich hier wohl noch einige Zeit sitzen und dem Regen zuschauen. Sitze auch noch nach 3 Kaffee und einem Käsebrot im Café und schaue dem Regen zu, der den vielen spanischen Rennradlern scheinbar nichts ausmacht. Aber ich glaube bei mir geht es nach 3Stunden im Café auch weiter, denn es wird heller am Horizont.
Nach Wiederaufbruch war das Wetter bestens und die Küstenstrecke traumhaft. Das Meer brandete mit voller Kraft gegen die Felsen. Es ging zügig voran, so hatte ich auch bald die Fähre nach Portugal erreicht, die den Grenzfluss überquert. Es war mal wieder Warten angesagt. Zwei deutsche Mädels warteten ebenfalls, waren aber nicht sehr gesprächig, so bin ich zurück zum Ort um noch einen Kaffee zu trinken. Mit der Überfahrt war es das mit Spanien.

 

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