Bericht Deutschland Frankfurt(Oder) - Köln(Troisdorf)
Vom 18.Mai 2015 – 10.Juli 2015; 23 Tage
Gesamt Deutschland: 1642
km; Gesamt 2014/2015: 16.802 km


Vom 18.Juni 2015 – 22.Juni 2014 Tag 151 (421) - Tag 155 (425)
Etappe Frankfurt(Oder) – Berlin 376 km Rad; 8 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 4560

Autor: Michael Schreiber

Das Wetter war nicht besonders, Nieselregen, passte zum Abschied von Andrea, die sich mit der Bahn von Frankfurt(Oder) auf den Heimweg machte. Nicht so einfach nach so langer Zeit. Also habe ich noch einen Ruhetag eingelegt, bevor es für mich weiter zum Spreewald geht. So hatte ich auch Zeit mal wieder zum Friseur zu zu gehen, die Haare waren während der letzten Zeit in Thailand, Laos, China, Lettland, Litauen und Polen gut gewachsen. Also endlich alles ab, man muss Gewicht sparen wo es geht. Am Nachmittag lud das Wetter doch noch zu einem Spaziergang über die Ziegeninsel ein. Sie war die frühere Badeinsel der Frankfurter und ist mitten in der Oder gelegen. Eine Einkehr im Biergarten war auch noch möglich bevor wieder dunkle Wolken aufzogen.
Mein neues Ziel war Hubert zu treffen mit dem ich schon einige Benelux Radtouren unternommen hatte. Er war gerade auf dem Weg von Dresden nach Berlin. So führte mich der Weg erst mal Richtung Süden über einen schönen Radweg durch dichte Fichtenwälder des Naturparks Schlaubetal. Ja, in Deutschland kann man wieder vielen ausgeschilderten Radwegen folgen, die einen durch die schönen Landschaften Deutschlands führen. Leider ist das Wetter im Moment nicht der Jahreszeit gerecht, doch bis auf wenige Tropfen von oben war es wenigstens trocken. In Uhyst an der Spree hatten Hubert und ich das perfekte Timing, wir rollten gleichzeitig vorm Gasthaus Drei Eichen ein. Wir hatten uns 1,5 Jahre nicht gesehen, es war toll wieder Heimat zu spüren. Nach einem Begrüßungsbier checkten wir Zum Adler ein, wo ich schon mal vor Jahren bei einer Spreeradtour war.
Das Wetter sollte nicht besser werden, auch nicht hier an der Spree, der wir jetzt folgen wollten. Nach unzähligen Schauern, 5 oder 6, machten wir eine Einkehr in einem Reiterhof als sich der Himmel schon wieder verdunkelte. Wir bekamen von der Bedienung das Angebot auf dem Sofa im Gastraum zu übernachten oder einen Transport nach Burg unserem heutigen geplanten Ziel. Doch nach einem starken Regenguss machten wir uns selber wieder auf den Weg. Der Regen sollte für heute nicht das einzige Problem bleiben, denn wir fanden keine Unterkunft, der gesamte Spreewald schien ausgebucht zu sein. Unzählige Nummer haben wir angerufen und an vielen Unterkünften nachgefragt, immer hieß es: Wir sind ausgebucht! Nach weiteren 14km kam das Glück zurück, in Leipe hatte jemand ein Zimmer storniert und so konnten wir doch noch im Herzen des Spreewalds nächtigen.
Auf der Etappe nach Königs Wusterhausen war es endlich wieder trocken und die Sonne zeigte sich, wie im Sommer eigentlich üblich. Wir konnten das radeln durch den Spreewald genießen. Vom Spreeradweg, schwenkten wir auf den Gurkenradweg und weiter auf den Dahmeradweg, der uns noch unbekannt war. So machte sich mal wieder die Vielfalt der deutschen Radwege bemerkbar. Der Dahme folgten wir bis Berlin immer durchs Grüne.
Ich hatte endlich nach Prag, Yerevan, Kuala Lumpur, Bangkok, Peking und Riga die Deutsche Hauptstadt erreicht. Doch musste ich auch von Hubert Abschied nehmen, der hier seine Frau traf um mit Ihr nach Schwerin zu radeln. Aber so ist er auch ein Teil der Traumradreise, auch wenn nur ein kleiner. Morgen steht noch Sightseeing in Berlin auf dem Programm, bevor es zur Mecklenburgischen Seenplate geht.


Vom 23.Juni 2015 – 27.Juni 2014 Tag 156 (426) - Tag 160 (430)
Etappe Berlin – Schwerin 307 km Rad; 15 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 4868

Autor: Michael Schreiber

Der Ruhetag in Berlin ist im Dauerregen untergegangen. Habe mir ein Tagesticket für die Berliner Bahnen gekauft, hier drin war es wenigstens trocken. Eigentlich wollte ich zum Mauermuseum der Bernauerstraße, doch im Regen machte das keinen Sinn. So war ich stattdessen auf dem Alexanderplatz, am Brandenburger-Tor, am Reichstag und am Potsdamer-Platz, alles gut mit der Bahn zu erreichen. Zum Abschluss lag das Gaffel-Haus auf dem Weg, an dem ich nicht vorbeigehen konnte, kölsches Bier ist doch lecker so nach 6 Monaten ohne. Abends habe ich noch Christina in Schöneberg getroffen, eine ehemalige Radlerfründin aus Köln die jetzt in Berlin lebt.
Nun hieß es Abschiednehmen von Berlin mit dem Rad fuhr ich weiter über den Havelradweg im morgendlichen Regenschauer. In Spandau war es wieder trocken, wo ich einen Radler traf der auf dem Weg nach Kopenhagen war, wir sollten uns heute noch öfter über den Weg fahren. Es waren sehr viele Reiseradler auf dieser Strecke unterwegs, einen weiteren traf ich in Nieder-Neuendorf. Hier besichtige ich einen Wachturm der Grenzbefestigung zwischen Ostdeutschland und Westberlin. Er war zur freien Besichtigung geöffnet. Es war schön auf dem gut ausgebauten Havelradweg zu Radeln bis zu meinem heutigen Ziel in Zehdenick.
Nun endlich mal gutes Radlerwetter, kein Regen in Sicht. Auf dem heutigen Weg lag zuerst ein Ziegeleismuseum, welches aber zu so früher Zeit noch geschlossen hatte, also hatte ich nur die Möglichkeit das Areal von außen zu besichtigen. Im weiteren Verlauf der Route stieß ich mal wieder auf die dunkle Seite der Deutschen Geschichte. Ich stoppte an der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück nahe Fürstenbergs. Im ehemaligen Konzentrationslager war das Führerhaus, Quartier der SS-Führer zu besichtigen und das riesige Gelände der Barackensiedlung und am Rande noch der sogenannte Bunker (Lagergefängnis). Im KZ Ravensbrück mit seinen 40 Außenlager hielt die SS mehr als 140.000 Menschen aus 40 Nationen gefangen. Zehntausende starben an den Haftbedingungen, zudem wurden Häftlinge erschossen oder vergast oder auf andere Weise ermordet. Alle SS-Führer sind Namentlich bekannt. Es war für mich ein bedrückendes Gefühl hier herum zulaufen, mit dem Gedanken was hier passiert ist.
An einer Radlerrast kehrte ich ein und traf Radler aus Köln, die mit dem Rad von Berlin nach Larz unterwegs waren. Hier findet am Wochenende ein großes Open Air Festival statt. Quasi ein kleines Wacken. Der Weg führte mich direkt am Festival Gelände vorbei, die Supermärkte waren in den nahegelegenen Orten von Festivalbesuchern belagert und es wurde ein Einkaufswagen nach dem anderen zum Festivalgelände geschoben. Ich habe noch kurz überlegt hier zu Zelten, doch da würde ich wohl keinen Schlaf finden. So bin ich noch bis Federow durch den Nationalpark Müritz geradelt und im Bauernhof Zur Bunten Kuh eingekehrt. Denn es waren Gewitter angesagt und somit wieder besser nicht zelten. Nach dem ich im Biergarten saß ging auch schon der erste Regenguss nieder.
Am nächsten Tag weiter durch den Müritz-Nationalpark über Waren und vorbei am Kölpinsee und Fleenensee nach Malchow. An der Drehbrücke gönnte ich mir die erste Pause mit Kaffee und Kuchen. So hielt ich am Ritual von Hubert und mir fest, 11 Uhr Kaffeepause. Ich wollte heute eigentlich nur bis ca.30km vor Schwerin kommen, doch das Wetter und der Wind (alle Windkrafträder standen still) waren auf der Seite der Radler. Es rollte ganz gut auf der B192 Richtung Schwerin und eine weitere Einkehrmöglichkeit gab es auch nicht. Kurz vor Schwerin hat es doch noch mit dem ersten Bier und einem Camembert mit Preiselbeeren geklappt. Prompt war ich eingekehrt fing es auch schon an zu regnen. Nach 8 km hatte ich Schwerin erreicht und somit auch die Touristeninformation, die mir ein günstiges Zimmer für 2 Nächte vermittelte. Ich machte noch einen kurzen Rundgang durch die Stadt denn den die eigentliche Stadtbesichtigung hatte ich für den nächsten Tag eingeplant.
Am Morgen bei angenehmem Wetter machte ich mit dem Heft „Schwerin Kompass für die Region“ auf Entdeckungstour durchs historische Schwerin.Zuerst Marktplatz mit seinen schönen Giebelhäusern und dem Rathaus, weiter zum Schlachtermarkt und durch den Domhof mit alten Fachwerkhäusern zum Dom. 220 steinerne Stufen führten hinauf auf den Turm der Kathedrale. Ein weiter Blick über die Dächer Schwerins und den idyllischen Schweriner Seen und den Pfaffenteich mit dem markanten Arsenal war garantiert. Turmbesteigungen sind fast überall lohnenswert. Nach einem kleinen Abstecher vorbei am Marschall-Haus, Museum und der Staatsoper hatte ich auch schon das Highlight des Stadtrundgangs erreicht. Schloss Schwerin. Die einstige Residenz der zahlreichen Herzöge liegt auf einer kleinen Insel, umgeben vom schönen Burggarten. Sie wurde als Slawenburg gebaut und nach einem Brand von Heinrich dem Löwen wieder aufgebaut. Heute beherbergt Sie den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das Schlossmuseum welches ich besichtigte. Ich besichtigte die über 30 Wohn-, Gesellschafts- und Prunkräume darunter der imposante Thronsaal. Hier hatte sich der Eintritt von 6 Euro mal gelohnt. Während des Schlossbesuchs hatte es wieder mal geregnet. Über den Schlossgarten und die Schlossstraße beendete ich meinen Stadtrundgang. Ein Besuch Schwerin ist lohnenswert. Nun genieße ich noch die Ruhezeit am Nachmittag im Bernstein-Café neben meiner Pension. Morgen geht es weiter nach Lübeck zur nächsten Stadtbesichtigung.


Vom 28.Juni 2015 – 2.Juni 2014 Tag 161 (431) - Tag 165 (435)
Etappe Schwerin – Hamburg 136 km Rad; 23 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5004

Autor: Michael Schreiber

Ich merkte das erste mal das es Sonntag ist seit dem ich wieder in Deutschland unterwegs war, alle Supermärkte und alle anderen Geschäfte hatten geschlossen. Ich finde es gut einen solchen Tag in der Woche zu haben, dies gibt es so in den anderen bereisten Ländern nicht. So war der einzig mögliche Stop an einer Tankstelle. Über die B104 fuhr ich nach Lübeck meist über einen neuen Radweg entlang der Bundesstraße, die am Wochenende wenig befahren war. Der Radweg war teilweise mit einem Blumenmeer gesäumt. Besonders war der Geruch der Kamille. Ein Duft von frisch aufgebrühtem Kamillentee stieg mir in die Nase.
Mein Navigationsgerät leitete mich mal wieder problemlos zu meiner vor gebuchten Unterkunft mitten im Zentrum von Lübeck. Wie gewohnt begab ich mich nach dem Check-In und einer erfrischenden Dusche auf einen kleinen Stadtrundgang. Es war viel Trubel in der Stadt, den heute war der Auftakt des Volksfest, zu diesem Anlass machte sich ein Umzug auf den Weg durch die Altstadt. Es war wie Karneval im Sommer. Doch ich musste schmunzeln als die ersten Kamellen auf mich nieder prasselten und zum Finale noch ein Prinzenpaar vorbei fuhr und das mit der Musikuntermalung „Jeile Zick“.
Nun wurde aus dem kleinen doch noch ein großer Stadtrundgang, denn ich umrundete die von einem Kanal umgebene Altstadt. Lübeck ist eine schöne Stadt, hier gibt es auch kleine Hintergassen auf die mich die Mitarbeiterin des Hotels aufmerksam gemacht hatte. Sie sind durch kleine unscheinbare Eingänge zu erreichen, sie erinnerten mich an die Hutongs in Peking, allerdings waren sie aufgeräumter als in China.
Anschließend drehte ich noch eine Runde über den kleinen Volksfestrummel. Dies bestärkte mich doch in Soltau noch einen Stop einzulegen um nochmal einen Besuch im Heidepark zu absolvieren, wie damals mit 3 Radlerfreunden aus Köln, glaube nochmal Holzachterbahn zu fahren ist eine gute Idee.
Für Morgen habe ich die Turmbesteigung der St. Petri Kirche auf dem Programm und Shopping im Buchladen, denn ich möchte mir für die Route von Hamburg noch das Radbuch des Heide-Leine-Radweg zulegen.
Zur Turmbesteigung der Petri Kirche bin ich pünktlich 9 Uhr zur Öffnungszeit angetreten. Der Blick von oben auf Städte ist immer toll. Heute ging es sogar per Aufzug, anstatt einer Treppe hinauf. Schöner 360 Grad Rundblick über Lübeck. Der Kauf des Bikelinebuch hat leider nicht geklappt, so habe ich es online bestellt und in die Thalia-Filiale Hamburg liefern lassen. Dies hat auch perfekt funktioniert, als ich es heute Abend abholen wollte. So ist die Etappe Hamburg nach Leinefelde gesichert.
Ja ich bin schon in Hamburg, es waren nur 70km von Lübeck, bin über die B75 geradelt. Eigentlich nur 5km, denn den Rest habe ich auf dem parallel verlaufenden Radweg absolviert. Stadteinwärts folgte ich der Radbeschilderung entlang der Wandse, einem kleinen Fluss. Der Weg führte immer durchs Grüne. Mein Quartier habe ich in St. Georg bezogen, dem neuen Szene Viertel Hamburgs mit vielen Restaurants und Kneipen, echt schön, erinnert mich ans Kwatier Latäng in Köln. Nachdem ich bei Thalia mein Heide-Leine-Radweg Buch abgeholt hatte bin ich weiter durch die Speicherstadt gelaufen, um zu schauen, wo das Miniatur-Wunderland ist, welches ich am nächsten Tag besuchen wollte. Auf dem Weg zurück bin ich an der Republik Köln (Sion-Restaurant) vorbeigekommen und hatte mich schon auf ein Kölsch gefreut, doch ich traute meinen Ohren nicht als die Bedienung mir den Preis für ein 0,3l nannte, es sollten 3,20 Euro sein. Ich bin gleich aufgestanden und gegangen, da freue ich mich schon auf das Scheurer Brauhaus in Köln-Zündorf! Also lief ich zurück und kehrte in St. Georg bei Frau Möller ein, laut der Kellnerin hieß so mal der Hund des Vorbesitzers. Wie es der Zufall wollte gesellte sich jemand zu mir an den Tisch der wohnhaft in Lichtenberg und in Morsbach arbeitete, also jemand aus meiner alten Heimat. Wir haben uns lange über die Reise unterhalten und es war ein schöner Ausklang des Tages.
Früh morgens machte ich mich nun auf zum Top Sightseeingtour Punkt Hamburgs (Tripadvisor), dem Miniatur-Wunderland, ja es war wirklich ein Wunderland für Modelleisenbahn Fans aber auch für den Rest. An meinem Aufenthalt von 7 Stunden kann man erkennen , es gab viel zu sehen. Ich habe Knuffingen, Mitteldeutschland, Bayern, Hamburg, Knuffingen Airport, Skandinavien, USA, Österreich und die Schweiz besucht. Die 13 Euro Eintritt waren gerechtfertigt. Was die Anlage aus macht sind die vielen Kleinigkeiten die zu Entdecken sind. Ich glaube die meisten Einzelheiten findet man erst im zweiten Besuch.
Nun sitze ich wieder bei Frau Möller zum Tagesabschluss. Morgen habe ich noch mal ein Tag um Hamburg anzuschauen. Ich möchte eine Wanderung zu den Landungsbrücken, dem Fischmarkt, dem alten Elbtunnel, der Reeperbahn und zur Alster zum entspannen machen.


Vom 03.Juni 2015 – 05.Juni 2014 Tag 166 (436) - Tag 168 (438)
Etappe Hamburg Laatzen 240 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5077

Autor: Michael Schreiber

Leider konnte ich nicht viel Entspannung an der Alster finden, denn nach dem Stadtrundgang verbrachte ich den Rest des Tages mit Durchfall auf dem Zimmer, so fiel mir das radeln heute schwer. Mit halber Kraft fuhr ich aus Hamburg heraus, über die Elbbrücken nach Harburg. Das erste Zeichen des Heide-Leine-Radwegs war erst hier zu finden. Ein Regenschauer kam nun noch zu meinem Unwohlsein hinzu. Der Weg verlief durch die Nordheide, teilweise offroad und neben gepflasterten Wegen. Die Landschaft und die kleinen Heidedörfer entschädigte für die Strapazen. Nach einer Pause in einem Landgasthof fühlte ich mich schon etwas besser, doch noch nicht 100%, so quartierte ich mich in Niederhaverbeck ein. Ich bin mal auf die nächste Nacht gespannt, aber der Besuch des Heidepark fällt wohl flach, denn hier sollte man topfit sein. Ja so ist das auf der gesamten Reise durch Länder, wo man es eigentlich Durchfall erwartet bleibt man verschont und nun ist man zurück in Deutschland mit des Gleichen.
Nach einem, tollen Frühstücks-Buffet machte ich mich auf zur Leine durch weite Heidelandschaft Richtung Soltau und Fallingbostel. Teils führte der Weg über schöne Waldtrails. An der Leine angekommen steuerte ich gleich einen netten Campingplatz an. Der Zeltaufbau klappte noch ganz gut nach so langer Phase des nicht Zeltens. Im Biergarten des Campingplatz chillte ich den verbleibenden Abend bei netter Musik im Hintergrund. Aber auch hier musste ich wieder feststellen das Deutschland eine Internet-Wüste ist, auch hier gab es keinen Zugang, das war Weltweit kein Problem auf der langen Reise. Gut es gab auch in bestimmten bereisten Ländern Sperren für bestimmte Seiten, aber Internet es gab immer einen Zugang zum Internet. Sonst war es ganz nett in der Gaststätte Zur alten Leine, die direkt am Campingplatz gelegen war. Das prognostizierte Unwetter ist auch vorbeigezogen, so wurde es auch vorher von den einheimischen Wetterfröschen prophezeit. Denn hier gibt es das durch die Leine und Aller verursachte Wetterfernomen, das alles Wetter aus dem Westen von den Flüssen umgeleitet wird und so die umgeknickten Bäume und vollgelaufenen Keller nur auf der anderen Allerseite zu beklagen sind, so war es auch diesmal.
Gestärkt mit mal wieder selbst gekochtem Kaffee und 3 Marmelade Toasts, die ich am Vorabend noch von der Gaststätte gratis bekam machte ich mich nach dem Zeltabbau weiter auf den Weg nach Süden. Die Sonne schaute schon hervor und verwandelte schnell die Luft in ein Tropenhaus. Trotzdem lief es heute ganz gut mit dem radeln. Ich war wieder topfit nach der Durchfall Attacke.
Der Heide-Leine-Radweg war ein Mix aus asphaltierten Wegen, geschotterten Feldwegen, Waldwegen und echten Offroad Trails. Doch der Mix machte mir Spaß, auch wenn die meisten mich auf den Trails mit meinem Gepäck erstaunt anschauten wie ich über die Wurzeln und sonstiges rumpelte.
Nach 92km kamen die ersten Tropfen vom Himmel die mir das Zeichen gaben: Es reicht für heute, Quatiersuche ist angesagt. Die erste Unterkunft war unbesetzt und so machte ich mich auf zum Hotel Haase, zwar teuer aber ich gönnte es mir am heutigen Tage. Kurz nachdem ich eingecheckt hatte kam natürlich wieder die Sonne, aber was soll es so konnte ich wenigstens im Biergarten Berichtschreiben um euch zu berichten.


Vom 06.Juni 2015 – 10.Juni 2014 Tag 169 (439) - Tag 173 (443)
Etappe Laatzen - Fell 581 km Rad; Gesamtkilometer: 5826

Autor: Michael Schreiber

In Laatzen konnte ich mich dank des frühen Frühstücks um 7:30 auf auf die Piste machen. Am Abend hatte ich mal wieder ein langes Gespräch mit einem älteren Radlerpärchen aus Ludwigshafen, die auf dem Weg nach Sylt waren und dies schon zum zweiten Mal auf unterschiedlicher Route. Sie hatten heute auch ihre 85 km auf dem Tacho, Respekt. Ich folgte weiter dem Heide-Leine-Radweg und traf unterwegs auf ein Weiteres Pärchen diesmal aus Frankreich. Sie wollten zur Nordsee um der Küste wieder zurück nach Frankreich zu folgen.
Ansonsten war meine Route heute unspektakulär, so bin ich einfach geradelt und geradelt, bis mein Körperliche Akku leer war. Ich habe eine Unterkunft aus meinem Bikeline-Buch angerufen und vor reserviert, doch ich habe im falschen Ort nach der Unterkunft gesucht. Dank eines älteren Herren, der noch ´mit der Unterkunft zur Linde telefoniert hatte, schickte mich dann nach Mengershausen. Dank seiner Hilfe fand ich letztendlich die Unterkunft.
Von Mengershausen kehrte ich zurück zur Leine. Über einen ersten echten Berg seit Riga fuhr ich zur Werra, und Fulda bis zur Eder. In Hann Münden besorgte ich mir für den weiteren Weg die Süddeutschland-Karte um mich weiter orientieren zu können. Doch in Kassel hatte ich echte Probleme den Weg zur Eder zu finden. Alle Radschilder zeigten nur nach Hann Münden wo ich herkam. So folgte ich einfach mal wieder meinem Navi, es war zwar chaotisch und teils über üble Feldwege doch ich kam ans Ziel nach Felsberg. Hier kehrte ich in einem Café/Biergarten ein wo ich mal wieder meine ganze Geschichte erzählen musste. Hier verließ ich wieder die Eder, da ich nach Marburg zur Lahn wollte. Über die Bundesstraße 494 ging es nach Schwalmstadt. In der Ziegelhütte hätte ich zelten können, trotz Ruhetag, aber nach 130km und vorausgesagten Unwettern war mir eher nach einer Unterkunft mit Gaststätte. Der Inhaber aus dem Westerwald kümmerte sich noch um ein Nachtlager im Hof Weidelbach. so musste ich noch 4km weiter radeln und kam aber noch vor dem Unwetter an, welches den Fahnenmast und den Hasenstall der Unterkunft umwarf. So war ich froh in einer festen Behausung zu sein. Vom Hof Weidelbach fuhr ich nun über Bundesstraßen hinüber zum Fluss Ohm. Entlang der Ohm gelangte ich auf dem Radweg zur Lahn. Der Wind hatte mich voll im Griff, er wehte kräftig von vorne aber wenigstens war es dafür trocken und ich schaffte es bis Löhnberg. Nun waren es noch 2 Etappen bis nach Fell dem Ort mit dem 20h Radmarathon, wo ich schon 8 mal Teilnehmer war. Doch das Zwischenziel war Kastelaun im Hunsrück. Zuerst weiter an der Lahn bis kurz vor Limburg, hier über den ersten Anstieg zur Aar. Der Wind und die kühlen Temperaturen des Vortags hielten an. Aber die Kühle war für die weiteren Berge gar nicht so schlecht, über Kazenelenborgen und Nasstätten ging es zum Rhein nach St. Goarshausen. Ich überquerte den Fluss mit der Fähre nach St. Goar. Das gleiche Vorhaben hatte auch ein anderer junger Radler, er war auf dem Weg von Kehl entlang des Rheins und der Weser zur Nordsee. Bemerkenswert war das er mit einem alten Rad sogar ohne Gangschaltung unterwegs war, echt toll! Vor mir stand nun der 17% Anstieg zur Burg Stolzenfels und weiter hinaus aus dem Rheintal in den Hunsrück. Dies war nach langer Zeit eine echte Herausforderung und das nach schon 90 geradelten Kilometern. Doch ich schaffte es schnaufend und keuchend bis Kastellaun. Bin hier abends noch auf die Burg gestiegen, sonst gab es auch nicht viel zu sehen. Die Etappe nach Fell hatte ich mir ein wenig einfacher über die Hunsrückhöhenstraße vorgestellt, doch am Ende waren es über 1000 Höhenmeter über 4 Berge. Doch die Aussichten waren echt fantastisch und mit der guten Fernsicht am heutigen Tage noch besser. Da sind die Berge schnell vergessen. Bin auch am international Airport Hahn vorbeigekommen.
In Fell angekommen, bin ich noch die Einführungsrunde des Radmarathon abgefahren. An der Steigung im Ort wurde ich wie zu Radmarathon Zeiten am Straßenrand bejubelt. Ich wurde wiedererkannt. Nun mache ich mir einen schönen Abend im Gasthaus Kasler und freue mich morgen auf das wiedersehen von Schwester und Schwager.


Vom 11.Juni 2015 – 14.Juni 2014 Tag 174 (444) - Tag 177 (447)
Etappe Fell - Spich 581 km Rad; Gesamtkilometer: 5826

Autor: Michael Schreiber
Ab Fell führte mich die Route durchs Salmtal nach Wittlich. Die Strecke war mir schon bekannt. Nun noch 15km bis zum wiedersehen mit meiner Schwester und Schwager. Doch ich mußte mich erstmalhoch in die Eifel arbeiten bei schönstem Sommerwetter.Der letzte Anstieg war aus dem Liesertal nach Schladt. Ich wurde herzlich empfangen und habe mich gleichim vorbereiteten Liegestuhl nieder gelassen.Es war ein schönes entpanntes WiedersehenSonntags habe ich noch einen Tag pause bei meiner Schwester gemacht, bevor es weiter über die Eifel vorbei am Nürburgring ins Ahrtal ging. In Dernau war meine letzte Übernachtung.Am Abend bin ich noch in einen Stammtisch in der Königquelle geraten.Freue mich morgen Hubert für die Begleitung nach Hause zu treffen. Noch der letzte Anstieg aus dem Ahrtal und es geht nach Bad Godesberg an den Rhein.

Der letzte Tag ist angebrochen und die Hausdame die das Frühstück in der Unterkunft in Dernau nicht auftaucht muste der Chef selber ran. Er war nicht gut auf seine Hausdame zu sprechen, aber er hat es auch mit dem Frühstück hinbekommen. Nun der angesprochene Berg aus dem Ahrtal und dann rollenlassen bis zum Rhein. Und ich beschloß die Tour so zu beende wie ich sie begonnen hatte mit einer Kerze anzünden im Dom zu Köln.Hubertus traf ich in Sürth und wir fuhren die letzten Kilometer gemeinsam. Es war schon was besonderes als ich in der Ferne den Kölner Dom erblickte. Meine Schwester und Schwager liesen es sich auch nicht nehmen mich am Dom zu empfangen. Nun Kerze anzünden, bevor Hubert und ich weiter nach Zündorf zu unserer Stamkneipe Brauhaus Scheurer fuhren.

Der Inhaberholte gleich alle Ansichtskarten hervor die ich Ihm von unterwegs geschickt hatte und mir wurde bewusst was ich in den 447 Tagen alles erlebt hatte. Nun sind es nur noch 10km bis nach Hause doch 5km vorher legte ich noch eine Pause ein denn ich brauchte noch mal eine Stärkung. Als ich mein Schnitzel bekam wurde ich von Herbert und Ingrid überrascht die mir ein Überlebenspacket für die erten Tage geschnürt hatten.

Dann war es vorbei, ich Stand mit meinem Rad auf meiner Terrasse. Letztes mal Taschen vom Rad nehmen. Das war schon sehr emotional. Aber ich glaube so geht es jedem Langzeitradler. Nun erstmal alles verarbeiten, dann mal schauen was kommt.

Sitze nun den ersten Abend auf meiner Terrasse, habe die erste Besorgungstour hinter mir uan am Abend eine erste Rennradrunde um den Flughafen gedreht. Ganz komisch so leicht zu radeln und kein Spiegel mehr am Rad, alle gewöhnungsbedürftig.

Und ich weiß das das war nicht mein letzter Trip!!!

 

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