Bericht Tschechien von Grenze bei Cheb - Grenze bei Makov (SK).
Vom 10.Aprill 2014 - 26.April.2014; 18 Tage
547 km


Vom 10.April 2014 - 15.April 2014 Tag 13 - Tag 18
Etappe Grenze bei Eger (Cheb) - Kralupy nad Vltavou 268km; Gesamtkilometer: 1038km

Autor: Andrea Büchsenschütz

Unser Pensionswirt schleppte am Morgen das bestellte Frühstück in unsere kleine Behausung im Souterrain und erkundigt sich ob alles in Ordnung ist. Danach erster Stadtrundgang, Geld tauschen, 4000 Kronen, klingt viel,sind aber nur 170 Euro. Kurzer Stopp in einem Cafe mit lecker Kuchen und dann einfach mal gepflegten Mittagsschlaf halten, herrlich. Micha hat die ersten Sachen aussortiert und wir haben ein Päckchen mit 1,3kg Zeug nach Hause geschickt, wird bestimmt nicht das letzte Päckchen sein!
So, Ruhepause ist vorbei, denn wir wollen ja in absehbarer Zeit nach Prag kommen. Unser Pensionswirt verabschiedet uns wortreich, checkt noch eben über sein Smartphone das aktuelle Wetter und ab gehts. Raus aus der Stadt und bald haben wir durch Zufall den sehr schön gestalteten Eger-Radweg gefunden. An allen wichtigen Weggabelungen gibt es ausführliche Hinweistafeln über die nächsten Wegabschnitte, für Radler ganz wichtig, sind die Einkehrmöglichkeiten zum Essen beschrieben und natürlich auch Sehenswürdigkeiten. Wir fuhren durch eine wunderschöne Flusslandschaft bis Loket, danach durch eine Schlucht mit Felsformationen (Jan Svatos), die erinnerten mich an das Elbsandsteingebirge bei Dresden. Weiter gehts Richtung Karlovy Vary, besser bekannt als Karlsbad. Eine Stadtrundfahrt haben wir uns gespart und sind dem Radweg weiter gefolgt, bergan auf 450m, dann zügig bergab nach Radosov auf den Campingplatz.
Nachts setzte Regen ein, aber als wir startklar waren, war es zum Glück wieder trocken und sonnig. Zunächst kurz bergauf und zügig zurück ins Tal, immer dem Eger-Radweg folgen und plötzlich offroad. Eigentlich kein Problem, aber der Weg war in einem sehr schlechten Zustand. Stetig über Geröll und Schlamm hoch und runter, Weg teilweise nicht befahrbar, über die Wiesen ausgewichen und endlich irgendwann unten, eine ziemlich kräfteraubende Angelegenheit ohne wirklich weit gekommen zu sein! Keine Experimente mehr, weiter auf der Landstraße, die über die Höhen der Eger führte, anstrengend rauf und runter, dafür mit schönen Ausblicken. Hinter Kadan ist die Eger zum See aufgestaut, hier wollten wir eigentlich zelten, es gibt 4 Campingplätze, aber alles war geschlossen, die Saison beginnt wohl deutlich später. Also ab auf die Landstraße und in die nächste größere Stadt, Zatec, Hotelsuche geglückt, Einkehrmöglichkeit gefunden, alles gut.
Erster Regentag, morgens schon durchwachsen und kalt, nützt alles nichts, wir müssen trotzdem los. Zuerst nach Louny und weiter bis Roudnice nad Labem (an der Elbe). Das Wetter spielte verrückt, wie es sich für April gehört, wie hatten jede Witterung, Sonne, Regen, Hagel, Gewitter, Schnee und Sturm! Immer haben wir es geschafft eine Unterstellmöglichkeit zu finden, mal unter einem Dachvorsprung, im Bushaus und in einer Dorfkneipe! Dort lauter diskutierende Arbeiter beim Feierabendbier. Schon wieder Hotel, diesesmal ein großes Zimmer, familientauglich, das Bad ist so groß, wie sonst ein ganzes Zimmer, aber trotzdem günstig.
Start bei leichtem Nieselregen, jetzt auf dem Elberadweg, der direkt am Hotel liegt. Es war kalt, 4 Grad, bald kein Regen mehr, es geht Richtung Prag. Laut Michael noch mehr als 80 km, da wir nicht abschätzen können, ob wir die Strecke an einem Tag schaffen (wegen Wetter, Wegbeschaffenheit) planten wir zwei Tagen. Das Hotel in Prag ist via Internet am Abend zuvor für Mittwoch gebucht, also Zeit genug. Kurz vor Melnik haben wir die 1000km Marke geknackt!!! Weil es so kalt war, haben wir nach einer Cafe-Bar gesucht, alles zu, noch keine Saison. Also im Bushäuschen selbst Kaffee kochen, Bushäuschen sind super bei starkem Wind, außerdem haben die Einheimischen endlich was zu gucken. Sind an der Moldau, wieder neuer Fluss seit Melnik. Der Radweg endet und wir müssen auf die andere Seite der Moldau, einzige Möglichkeit ist eine kleine Personenfähre. Kein Fährmann in Sicht, er hat uns glücklicherweise gesehen und auf eine Klingel verwiesen, die nur keiner sieht, der nicht weiß wo sie ist. Das Übersetzen war ein klein bißchen Abenteuer, es schaukelte, mir war schon ganz komisch, aber wir gelangten sicher ans andere Ufer. Bei ordentlich Wind, manchmal als Rückenwind, gehts weiter. Der Campingplatz ist wie immer geschlossen, nochmal Hotel in Kralupy nad Vltavou ( bedeutet an der Moldau). Das Zimmer ist schnell bezogen, mit Aufzug fiel das leidige Schleppen der vielen Taschen erheblich leichter. Ich, wie immer, total auf Süßigkeiten fixiert, entdeckte ein kleines eingepacktes Betthupferl auf dem Handtuch. Micha ist noch behilflich beim Öffnen, ich beise vorsichtig hinein, sieht aus wie weiße Schokolade und stelle dann entsetzt fest es ist die fehlende Seife aus dem Bad! Endlich startklar fragen wir nach einem Stadtplan, die Frau an der Rezeption grinst schon, denn wirklich was zu gucken gibts hier nicht, so ist unser Rundgang nach kurzer Zeit beendet. Essen im Hotelrestaurant und in der Lobby Blog schreiben. Morgen nur noch ca. 25km bis nach Prag, quer durch die Stadt zum Hotel und dann Pause bis Samstag!
Ortlieb hat Wort gehalten und die defekte Packtasche anstandslos ersetzt. Sie ist per Post über Micha´s Schwester nach Prag zu einem ehemaligen Kollegen von Micha gelangt.


Vom 16.April 2014 - 18.April 2014 Tag 19 - Tag 21
Etappe Kralupy nad Vltavou – Praha (Prag, Ruhetage) 34km; Gesamtkilometer: 1072km

Autor: Andrea Büchsenschütz

Weiter auf dem Moldauradweg nach Prag, keine Einkehr unterwegs, alle Lokale bereiten die Saisoneröffnung erst eifrig vor. Mit Navi kreuz und quer durch Prag geradelt, dann ein 1km langer Tunnel zu unserem oben gelegenen Stadtteil Zizkov und schon um 13:30 Uhr am Hotel. Zimmer bezogen, ersten Schwung Wäsche gewaschen und schnell auf in die Stadt. An der Straßenbahnhaltestelle die erste Hürde, wie bekomme ich das richtige Ticket??? Irgendwann haben wir´s kapiert und sind bequem zum Wenzelsplatz gefahren. Ein bisschen Zeit zum Orientieren braucht´s schon, bis man sich auf dem riesigen ca. 750m langen Platz orientiert hat, aber mit ein bisschen herumfragen haben wir schließlich die Touristeninfo gefunden, ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel erstanden, einen Stadtplan und einen Straßenbahnplan. Zur Zeit findet ein Frühlingsfest statt, Prag ist entsprechend voll, natürlich auch wegen Ostern. Viele wunderschöne alte Häuser in unzähligen Gassen, mit genauso vielen unzähligen Souvenirläden. Noch was Essen auf dem Festplatz, natürlich zu überhöhten Preisen, aber auch wir müssen mal in die Touristenfalle tappen! Noch zur Karlsbrücke einen Schnappschuss machen und auf die Ruhetage einstimmen.
Frühstück im Hotel ist nicht gerade toll, aber wir sorgen für uns und werden immer satt. Jetzt geht’s per Bahn zur Prager Burg, heute das volle Touristenprogramm bei strahlend blauem Himmel und Sonne. Es ist Gründonnerstag, eine lange Prozession zieht aus der Basilika singend über den Platz vor der Burg, jetzt noch die Wachablösung mit allem tamtam und nun wird dem gemeinen Touristen Einlass gewährt. Wir kaufen Tickets für die kleine Runde, für Beide 500 Kronen, also ca. 25 Euro, nicht gerade ein Schnäppchen, dementsprechend unsere Erwartungen. Man darf mit dem Ticket den St.-Veitsdom, die St.-Georgs-Basilika, den alte Königspalast und das goldene Gässchen besichtigen. Zunächst in den Königspalast, hier folgt man einem Rundweg, zu sehen gibt es wenig, ein paar Möbel und in einem Raum mit vielen Wappen an der Decke. In der St.-Georgs-Basilika bis auf einen Sarg nichts zu sehen, dann ins goldene Gässchen mit Wehrgang. Im Wehrgang gibt es eine Waffenausstellung, dass goldene Gässchen besteht aus vielen netten kleinen Häuschen, in denen das frühere Leben dargestellt wird und natürlich Souvenirläden! Das einzig wirklich Sehenswerte ist der St.-Veitsdom, übig ausgestattet, schöne Fenster und viele Leute!!! Das Beste an der Burg ist die schöne Aussicht auf die Stadt und die ist kostenlos! Durch den Park zurück zur Bahnhaltestelle und runter in die Stadt, über die volle Karlsbrücke durch die Gassen treiben lassen, begleitet von Touristen aus allen Ländern dieser Welt. Auf der Suche nach einem Elektronikmarkt hat Micha den Stadtplan verloren, in der nächsten Touri-Info einen Neuen besorgt. Den Elektronikmarkt dank durchfragen gefunden und auf dem Weg Reiseradler aus Frankreich getroffen, die erschöpft vorm Supermarkt saßen und nach China wollen. Schnell zurück in unseren Stadtteil (Zizkov) und eines der vielen Bar´s mit Restaurant aufgesucht, lecker gegessen für kleines Geld und erschöpft ins Bett.
Heute Regenwetter, „Haushalt“ erledigt, mit Jiri getroffen und das Paket mit der Ortlieb-Tasche in Empfang genommen. Als Dank mit ihm Kaffee getrunken und lecker Palatschinken gefuttert. Morgen geht’s weiter Richtung Brno (Brünn).


Vom 19.April - 23 April Tag 22 - 26
Etappe Praha - Brno(Brünn) 248km; Gesamtkilometer: 1319km

Autor: Andrea Büchsenschütz

Die Ruhetage in Prag sind vorbei, wir finden den Weg aus der Stadt ohne Probleme. Es ist Ostersamstag und auch der Verkehr auf den großen Ausfallstraßen hält sich in Grenzen. Nach einem ordentlichen Anstieg verschnaufen wir, es parkt ein antik anmutender LKW rückwärts in eine Hofeinfahrt und plötzlich fängt es erbärmlich an zu stinken. Der LKW pumpt Fäkalien ab, also nichts ist mit Pause! In einer Parkanlage finden wir den Radweg Nr. 1, dieser führt Richtung Brno (Brünn). Beim Mittagessen verglich Micha die Radwegführung und stellte fest, dass dieser permanent die Bundesstraße kreuzt. Also macht es mehr Sinn gleich die Bundesstraße zu fahren und Kilometer zu sparen, geht gut, wenig Verkehr. Das Einzige was wirklich nervt war der Gegenwind, der ständig zunimmt und sogar die wenigen Abfahrten erschwerte. Nach einem längeren Anstieg eine Tankstelle, wir sind in Suchdol, Verschnaufpause, wir entdecken Hinweisschilder für Übernachtungen und finden wenige Kilometer später eine Kneipe mit Pension. Der Pensionsbesitzer wird vom Inhaber der Kneipe angerufen und wir können das Apartment beziehen, bekommen sogar die Taschen hoch getragen, was ein Service.
Morgens machen wir uns Frühstück in unserem Apartment, doch bevor es weiter geht muss Micha noch die gebrochene Speiche am Hinterrad reparieren und so verzögert sich unsere Abfahrt, es ist schon 10:00 Uhr! Schnell in Kutna Hora zur Info und neue Karten besorgt, die gibt’s gratis! Noch schnell im Potraviny einkaufen, so nennen sich die kleinen Supermärkte, die man in fast jedem Ort findet, so ähnlich wie „Tante Emma Läden“. Komischerweise werden diese fast immer von Asiaten betrieben. Der Gegenwind blieb uns erhalten, in Caslav mangels Angebot von offenen Lokalen am Penny-Markt pausiert und mit einem Tschechen mit Händen und Füßen über unsere Tour palavert. Noch so eine Besonderheit, Supermärkte haben hier immer auf, auch Sonntags, selbst am Ostersonntag. Außerdem sind alle gängigen Ketten vertreten, Lidl, Penny, Netto, Kaufland, Rossmann, DM usw., man bekommt den Eindruck, dass die einheimischen Supermärkte geradezu vom Markt gedrängt werden, schade, dass bald überall die selben Geschäfte zu finden sind.
Gut, dass wir uns nochmal gestärkt haben, denn kurz nach der Rast, ab Zleby, ging es nur noch bergauf, bis auf ca. 550m nach Sec. Wir waren ziemlich erschöpft und froh jede Menge Hinweistafeln mit Unterkünften zu sehen. Bei den Hinweistafeln blieb es auch, denn es gab nichts! An einem Haus stand noch Restaurant und Hotel, doch der Hotelbetrieb war längst eingestellt. Letzte Hoffnung ein ausgeschilderter Campingplatz am See. Das Wetter fing auch an verrückt zu spielen, der Wind nahm zu, der Himmel verdunkelte sich und als wir am Campingplatz ankamen setzte Regen ein. Toll, genau dass, was wir jetzt brauchen. Auf dem Campingplatz standen ein paar einsame Wohnwagen und Wohnmobile, keiner zu sehen, Rezeption verweist. Wir schoben unsere Räder auf den Platz unter einen Holzpavillion, der Regen prasselte nur so, es war kalt, der Wind fegte um uns herum, es begann zu donnern und zu hageln. Irgendwann lies das Unwetter nach und wir erkunden den Platz, als plötzlich ein Auto eines Gemeindemitarbeiters kommt. Ich dachte schon, jetzt gibt’s Ärger, der Typ schaute auch ziemlich grimmig drein. Als er aber Verstand, was wir wollten rief er bei der Campingplatzbesitzerin an und wir bekamen einen Platz und die nötigen Schlüssel für die Waschräume. Schnell Zelt aufbauen, es tröpfelte schon wieder und dann noch unter einem Dachvorsprung Nudeln kochen, denn gegessen hatten wir auch noch nicht richtig. Ich habe ewig gebraucht, bis mir in meinem Schlafsack endlich warm wurde, Micha war schon am schwitzen, keine Ahnung wo der Mann die Hitze her nimmt.
Morgens ist es noch kalt, der Wind bläst ohne Unterlass aus der falschen Richtung,nämlich von vorn. Es ist Ostermontag und überall sehen wir Kinder/ Jungen und Männer mit Körbchen und Ruten mit bunten Fähnchen. Die Bedeutung ist wohl : Ostermontag sind alljährlich die böhmischen Burschen unterwegs, um Mädchen und Frauen mit der Rute zu verhauen. Damit fordern Sie von den Frauen Ostereier und Süßigkeiten ein. Die Ruten gab es in den vergangenen Tagen überall zu kaufen. Micha hatte keine Rute besorgt, so habe ich Glück gehabt. Spontan entschieden wir uns möglichst auf direktem Weg nach Brno (Brünn) zu fahren, der ständige Gegenwind setzte uns zu und die Radwege machten das Fahren zusätzlich unnötig schwer, also ab auf die Bundes- bzw. Landstraßen. Irgendwann ein einigermaßen windgeschütztes Plätzchen zum Kochen gefunden, die Gaskartusche ging zu Ende und das Kochen hat schon eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Als das Essen endlich fertig war, viel Micha der Topf aus der Hand und unser schönes Essen lag im Dreck! Eine Kleinigkeit war noch zu retten, reichte nicht zum Satt werden und so ging es mit knurrenden Mägen weiter immer im Gegenwind. Es ist schon16:30 Uhr und wir sind gerade einmal 42km gefahren, total erschöpft, der Wind hat gewonnen, wir geben auf und nehmen eine Unterkunft direkt an der Nationalstraße 37. Ostermontag ist hier wohl als Feiertag eher von Bedeutung und viele Geschäfte, Restaurants und Hotels/Pensionen sind geschlossen. Die Unterkunft hat glücklicherweise ein Restaurant, keiner der Kellnerinnen kann eine Fremdsprache, die Verständigung ist dementsprechend kompliziert. In der Speisekarte erkennen wir einige tschechische Worte wieder und so bestellen wir mutig, es gibt für Micha ein überbackenes Hähnchenschnitzel, für mich Hähnchengeschnetzeltes mit Gemüse, lecker und endlich satt. Die Kellnerin redet unaufhörlich in endlos langen Sätzen tschechisch mit uns, keine Ahnung was sie sagt, aber unsere Zimmeranmeldung gelingt. Micha ist noch im Glauben, dass sie auch seine Fragen nach dem Frühstück verstanden hat und so gehen wir ins Zimmer.
Der nächste Morgen, keine Menschenseele zu sehen, war wohl nichts mit Frühstück, also direkt losradeln. An der nächsten Tanke zwei Kaffee geholt und wir schmieren uns Brötchen, der Morgen ist gerettet. Sogar der Gegenwind hat aufgehört, dafür jetzt leichtes Tröpfeln und später Regen. Der Regen begleitet uns den lieben langen Tag, ab und zu kommt ein Bushaus zum kurzen Rasten im Trockenen. Wir wollen bis Brno (Brünn) durchziehen, irgendwas um die 80km. Nachmittags lies der Regen etwas nach, ein Schild, nur noch 21km bis Brno, komisch, Micha´s Navi zeigt deutlich mehr an und das Navi sollte Recht behalten. Ist uns hier schon öfter passiert, dass die Kilometerangaben nicht stimmen, auf dem Schild hätte 31km stehen müssen. Wir machten einen kurzen Kaffeestopp in einer Dorfkneipe. Die Kneipe, wie immer mit biertrinkenden Arbeitern besetzt und stark verraucht. Tschechien ist das Raucherparadies schlechthin, rauchen geht fast überall, in Kneipen, Restaurants, Hotels, ganz selten sieht man rauchfreie Lokale! Wieder raus aus der verqualmten Bude an die frische Luft, weiter über stark befahrene Straßen bis zur Stadtgrenze, die üblichen Hochhäuser und immer noch 10km bis ins Zentrum. Die erste Unterkunft ist voll, das zweite Hotel hat Platz, nach 86km bekommen ein 4 Bett Zimmer und haben viel Platz für unseren ganzen Kram. Ausgeschlafen das Frühstücksbuffet geplündert und ab zum Stadtrundgang mit Burg, Kirchen, schönen Plätzen. In einer Kirche gibt es ein Gebeinhaus zu besichtigen, das zweitgrößte in Europa. Wir waren die einzigen Gäste und bekamen eine Privatführung.
Unser Geld ging zur Neige und wir wollten am Geldautomaten Neues besorgen. Normalerweise kein Problem, nur wenn man eine DKB Visakarte besitzt, denn die funktioniert an keiner Bank! Zum zweiten Mal die Hotline angerufen, angeblich haben wir Banken ohne Visa-Zeichen aufgesucht, stimmt nicht, denn wir sind ja nicht blöd! Übrigens die Visakarte einer anderen Bank funktionierte am gleichen Automat tadellos!


Vom 24.April 2014 - 26.April 2014 Tag 27 – Tag 29
Grenze Slowakei 173 km; Gesamtkilometer: 1493km

Autor: Andrea Büchsenschütz

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet geht es mittels Navi raus aus Brno auf die Nationalstraße 430 bzw. 47. Immer schön weiter im Gegenwind, sind wir ja schon gewohnt. Neidvoll sahen wir einen anderen Reiseradler mit polnischen Fähnchen, der mit viel Rückenwind in die andere Richtung unterwegs war. In Bezmerov bezogen wir Quartier. Das bestellte Hähnchenschnitzel erwies sich eindeutig als Schwein, aber was soll´s wir haben das Tier hungrig verspeist.
Zeitig aufgestanden und fertig mit frühstücken wollten wir eigentlich los, doch leider kamen wir nicht an die Räder. Die sind in einem Nebenraum eingeschlossen wurden und keiner vom Personal wusste wo der Schlüssel ist. Hektisches gelaufe vom Kellner, Telefonate, die Zeit verstrich, irgendwann war der Raum wie von Geisterhand auf, keine Ahnung, wer den Schlüssel gefunden hat. Jedenfalls konnten wir erst um 10:00 Uhr aufbrechen und uns in den Gegenwind werfen. Zunächst wenigstens flach, ab Holesov leicht bergan und zum Schluss mit 12% Steigung. Zur Krönung im dicken Regen, leichtes Donnergrollen im Hintergrund, nicht das beste Radelwetter. Im Wintersportort Na Trojaku fanden wir endlich eine geöffnete Unterkunft mit nebelverhangenem Blick auf Skipiste und Schneeraupe.
Morgens in voller Regenkleidung zügig 10 km runter vom Berg, um den nächsten Berg zu erklimmen, denn wir wollen es bis in die Slowakei schaffen. In Vestin spricht uns eine nette Frau an und schickt uns auf einen recht neuen Radweg. Der Anstieg ist moderat, die letzten 3 km sind steiler und endlich auf ca. 809 m sind wir oben und an der Slowakischen Grenze. Nach 5 km Abfahrt erreichen wir Makov, es ist 19:00 Uhr, ziemlich kalt und wir nehmen direkt die erste Pension im Ort.

 

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