Bericht Iran Teil 1 von Grenze Nurdoz - Qom
Vom 4.September 2014 – 20.September; 17 Tage
Gesamt Iran (902km, 17 Tage)


Vom 04.September 2014 – 07.September 2014 Tag 160 – Tag 163
Agarak – Tabriz 209 km; Gesamtkilometer: 6744

Autor: Andrea Büchsenschütz

Die Spannung ist groß, heute geht es über die Grenze in den Iran. Im Hotel letzte Vorbereitung, Michael zieht sich lange Hose und langärmliges T-Shirt an, ich brauche zusätzlich ein Kopftuch. Dann geht es die letzten 4 km bis zur Grenze, Ausreise aus Armenien klappt zügig, unsere Taschen können am Rad bleiben und müssen nicht durch den Gepäckscanner, Glück muss man haben. Wir radeln weiter zur Brücke, die über den Fluss Aras führt, ein Armenischer Grenzpolizist kontrolliert nochmal unsere Pässe. Am Ende der Brücke werden wir von einem iranischen Grenzpolizisten begrüßt, kurzer Blick in unsere Pässe und er zeigt uns in welches Gebäude wir zur Einreise müssen. Ich schwitze jetzt schon unter den vielen Klamotten, es ist heiß, das Gebäude ist glücklicherweise klimatisiert. Ein weiterer Polizist begrüßt uns, blickt in den Pass, stellt Fragen, tippt in seinen PC und schon ist der Einreisestempel im Pass. Doch wir sind noch nicht fertig, ein weiterer Beamter muss uns kontrollieren, er blickt in seinen PC, stellt Fragen und vergleicht anscheinend unsere Angaben mit dem Visaantrag. Mein Nachname bereitet Schwierigkeiten, dass bin ich schon gewohnt, aber alles kein Problem, wir dürfen einreisen! Jetzt noch Euro in Rial umtauschen, freu, wir sind plötzlich Millionäre ( 1 Euro= 40000 Rial). Alles in allem sind wir nach 1,5 Stunden fertig, schneller als erwartet.
Die Landschaft ist unglaublich, wir sehen nicht mal die Straße, denn die Berge sind hoch und die Schlucht wirkt undurchdringlich. Die Straße und der Fluss winden sich durch das enge, fast kahle Tal, nur in unmittelbarer Nähe des Flusses sprießt grün, sonst ist alles braun, es ist unheimlich trocken und heiß. Wir halten Ausschau nach einem bestimmten Schild, dass haben Dorothee und Kurt ( Radreisende aus Köln, 10 Jahre Weltreise mit dem Rad, www.reducespeed.de) zu ihrem Reisemotto gemacht. Es handelt sich um das Schild mit der Aufschrift Reduce Speed und siehe da, sofort eines entdeckt und gleich ein Selfi gemacht! Leider können wir unser Reisetempo nicht so verlangsamen, wie wir das gerne wollten, den 30 Tage Visum für so ein großes Land ist wenig. Obwohl es heiß ist und wir bald Mittag haben müssen wir weiter, auf der anderen Seite des Flusses ist erst die Grenze zu Armenien und später zu Aserbaidschan, auf beiden Seiten Grenztürme, hier wird kein Zelten möglich sein. Ich probiere eine neue Kopftuch-Variante, soll nicht die letzte sein, und weiter geht es. Wir suchen Schatten für eine längere Pause, es gibt keine Bäume, bestenfalls dornige Büsche. Doch dann ein Tunnel, die Straße wird offensichtlich ausgebaut, ein Teil ist planiert und der unfertige Tunnel ist der perfekte Platz. Wir haben Schatten und sind von der Straße nicht direkt zu sehen. Die Iraner hupen und winken, kaum hinter der Grenze, schon bekommen wir Obst geschenkt, alle wollen mit uns sprechen, Foto´s machen, unsere Räder ganz genau anschauen, jeder heißt uns im Land herzlich willkommen, es ist einfach unglaublich. Der Tag geht zu Ende, wir haben es bis Jolfa geschafft und suchen einen Platz zum Schlafen. Die Iraner sind gerne draußen, machen Picknick in den großen Parkanlagen und nächtigen dort auch manchmal. Also fragt Michael am nächsten Park, alles kein Problem, wir schlagen unser Zelt auf, haben einen Pavillon, es gibt Toiletten und fließend Wasser, perfekt. Ich mache eine Verschnaufpause im Zelt, denn nur da drin, abseits der Öffentlichkeit, darf ich mein Kopftuch ablegen. Bin ich draußen, muss ich lange Hose tragen, langärmliges Oberteil und Kopftuch, selbst wenn ich nur mal eben nachts zur Toilette muss! Wir sind eigentlich kaputt und müde, doch an Schlaf ist nicht zu denken, der Verkehrslärm dröhnt unablässig und immer mehr Leute kommen zum Grillen in den Park, weit nach Mitternacht herrscht endlich Ruhe.
Unser Wecker klingelt vorm ersten Ruf des Muezzin, es ist 5 Uhr, wir wollen oder besser müssen früh los, um möglichst viele Kilometer in der angenehmen Kühle des Morgens zu schaffen. Es geht unaufhörlich bergan, die Berge leuchten in Braun- und Rottönen, kein grün weit und breit, ab und zu kleine Dörfer abseits der Straße und da gibt es tatsächlich Bäume. Wir winken und grüßen, können nicht mit jedem Menschen sprechen, dann würden wir nur noch 20 km am Tag schaffen. Doch eine Einladung schlagen wir nicht aus, zwei Auto´s auf der anderen Straßenseite halten. Sie wollen uns kennenlernen, laden uns zu Tee ein, es gibt Brot mit Käse, die Kinder machen Foto´s von uns, alle sind sehr interessiert und einfach nur sympathisch. Die Großmutter nimmt meine Hände und hält sie ein Weile beim Abschied, ich weiß nicht, was diese Geste zu bedeuten hat, aber es rührt mich. Wir dürfen natürlich nicht fahren, ehe wir noch etwas zu Essen mitnehmen, die schwere Melone kommt auf Micha´s Rad! Er muss sie noch bis zur Mittagspause transportieren, wir finden einen Baum an einem Sonnenblumenfeld, mit viel Bewässerung ist Landwirtschaft möglich. Keine Ahnung wo das Wasser herkommt, auf unserem Weg sahen wir nur ausgetrocknete Flussbetten.
Ich habe endlich die geeignete Kopftuchvariante gefunden, Tuch am Hinterkopf über den Zopf und das Ganze am Helm fixiert, so dringt wenigsten Luft durch den Helm an den Kopf und die Haare sind trotzdem unsichtbar. Nehme ich den Helm ab, schwuppdiwupp, Tuch schnell nach vorne ziehen und alles ist gut. Heute ist es nicht ganz so heiß, denn es ziehen Wolken auf, sie werden dunkler, es sieht nach Regen aus. Tatsächlich, kurz vor Marand regnet es, sogar Pfützen haben sich gebildet, ich sage noch, davon müssen wir eigentlich ein Foto machen, sonst glaubt uns das keiner. Es sind noch 20 km bis Marand, wir wollen es bis hinter die große Stadt schaffen, damit der Weg bis Tabriz nicht mehr so weit ist. Bald schon sehen wir die Stadt in einer Senke liegen, es geht endlich auch mal bergab, auf der anderen Seite kommt uns ein Radler entgegen, wir winken und radeln weiter. Ich sehe im Rückspiegel, dass er uns folgt, wir halten an. Siehe da, er trägt ein T-Shirt von Warmshowers, das ist eine Internetplattform für Radreisende, die sich kostenfrei gegenseitig Unterkunft geben. Er denkt, dass wir die beiden Radler sind, die sich morgens bei ihm angekündigt haben, sind wir nicht, wir wollen weiter. Er begleitet uns, wir lernen seinen Freund kennen, wo die anderen Radler bleiben ist weiter unklar, sie haben sich wohl von einem LKW mitnehmen lassen. Beide bieten uns an in Marand zu bleiben, doch wir lehnen hartnäckig ab, denn sonst schaffen wir die Etappe nach Tabriz nicht. Sie begleiten uns noch ein Stück, wir reden über dies und das und als wir auf dem richtigen Weg sind, trennen wir uns, nicht ohne Kontaktdaten von anderen Iranischen Radlern, die in den Städten auf unserem weiteren Weg liegen. Wir schnaufen den nächsten Berg wieder hinauf und halten Ausschau nach einem ungestörten Zeltplatz. Nicht so einfach, kaum etwas entdeckt, da sollen wir schon wieder mitkommen zum Essen und Übernachten, auch die dritte Einladung schlagen wir aus. Ich weiß, wenn wir eine Einladung annehmen, dann müssen wir uns Zeit nehmen, die Leute wollen uns schließlich kennenlernen und sich mit uns unterhalten, dass kann schon mal länger werden und dann steht man nicht um 5 Uhr auf und macht sich auf die Piste. Wir werden bestimmt so eine Einladung auch einmal annehmen, ist sicher eine schöne Erfahrung, ich bin jedes mal beeindruckt, wie offen und herzlich die Leute sind, sie wollen einfach so zwei wildfremde Europäer bei sich aufnehmen und bewirten. In Deutschland würde das kaum Jemand einfach so tun, wir Deutsche haben immer Angst bestohlen zu werden oder was auch immer. Gezeltet haben wir schließlich im Gestrüpp an der Hauptstraße und sind sofort eingeschlafen.
Heute schon um 5 Uhr aufgestanden, es ist kühl, wir müssen noch ein paar Kilometer bergan, sind auf etwa 1800m Höhe bevor es runter nach Tabriz geht. In einem größerem Ort kaufen wir im Mini-Market ein, der ist erstaunlich gut sortiert, wir bekommen auch wieder Kaffeeweisser und wo es Brot gibt erklärt der Besitzer. Der Bäckerladen ist winzig, hinten ein großer Ofen, davor die Teiglinge, die der Bäcker unaufhörlich in den Ofen schiebt und anschließend herrlich duftende längliche Brote herausholt. Wir können nicht widerstehen und bis zur nächsten Pause warten, sondern essen ein halbes Brot direkt, einfach köstlich und noch warm. Im Ort herrscht viel Verkehr und der Verkehrsstrom wird nicht mehr abreisen, viele Fabriken säumen die Straße, dazwischen meist Autohändler. Auf mehrspuriger Straße geht es in die Stadt, das Navi hilft enorm, doch auch jeder Iraner will helfen, sobald wir stehen bleiben bekommen wir Hilfe angeboten. Verkehrsregeln existieren, wir werden nicht in Gefahr gebracht, nur auf die Motorräder muss man achten, die fahren auch gegen die Fahrtrichtung oder auf dem Bürgersteig. In der Innenstadt herrscht Stau, alles fährt kreuz und quer und die Fußgänger kreuzen die Fahrbahn, es gibt nicht immer Fußgängerampeln und so ist man gezwungen sich seinen Weg über den Zebrastreifen zu bahnen. Auto´s halten nur, wenn die Fußgänger einfach mutig über die Straße laufen und das forciert natürlich den Stau, Entlastung schaffen Fußgängerbrücken mit Rolltreppe, einige sind noch im Bau. Mit Navi und durchfragen erreichen wir unsere Unterkunft, duschen und los in den Stadttrubel. In der sog. Touristeninformation spricht der Betreiber deutsch, er hat in Heidelberg gelebt, mit Stadtplan ausgestattet kommen wir besser durch das Chaos. Im Internetcafe nehmen wir Kontakt mit zu Hause auf, Skype funktioniert, unsere Homepage auch, alles andere ist geblockt. Noch was essen, es gibt Hackfleischspieße, sehr lecker und günstig.
Wir Frühstücken in der Unterkunft, danach Stadtrundgang, zuerst zur blauen Moschee, dann in den großen Basar. Die vielen Eindrücke sind kaum zu verarbeiten, die Augen sehen unzählige Menschen, im Basar Gewürze, Teppiche, Haushaltswaren, Schreibwaren, Kleidung, große und kleine Handkarren werden mit Waren durch das Getümmel geschoben, Warenlieferung von Hand. Ständig wird man begrüßt und in ein Gespräch verwickelt, jeder bietet Hilfe an, Augen und Ohren sind oft überfordert! Ich will ein paar Haarspangen kaufen, weil ich nur 6 Klammern brauche und nicht die ganze Schachtel, bekomme ich sie einfach geschenkt, auch gut. Wir kaufen noch Zucker, der lose verkauft wird, Kekse, Kaffee, Klopapier, Wasser und beim Bäcker leckere kleine Kuchen. Im ruhigen Innenhof unserer Unterkunft endlich Ruhe und Entspannung, herrlich, natürlich werden wir auch hier ständig gefragt, ob wir etwas brauchen, Cay (Tee) wollen und ob alles in Ordnung ist. Gleich wollen wir nochmal ins Internetcafe und irgendwo etwas Essen, auf dem Weg noch etwas Touristenprogramm, eine katholische Kirche gibt es hier, bin gespannt.


Vom 08.September 2014 – 12.September 2014 Tag 164 – Tag 168
Tabriz - Zanjan 302 km; Gesamtkilometer: 7046

Autor: Andrea Büchsenschütz

Es dauert 2,5 Stunden bis Tabriz endlich hinter uns liegt. Wir müssen wieder hoch, auf über 2100m, die Steigung zieht sich über viele Kilometer und so ist es nie richtig steil, lässt sich gut fahren. Wenn da nicht die Sonne wäre, es wird stündlicher heißer, kaum schattige Plätze und so sind wir froh, als wir eine Unterführung sehen, nicht sehr sauber hier, aber wenigstens Schatten in der Mittagshitze. Plötzlich kommen 3 Männer, reden auf uns ein, wir verstehen kein Wort, nur so viel ist klar, wir sollen nicht da sitzen bleiben. Noch ein Mann auf einem Motorrad kommt hinzu, will auch, dass wir gehen, erzählt irgendetwas mit „no face“. Uns ist nicht klar, was wir für einen Fehler begangen haben, zunächst vermuten wir, dass es vielleicht ein militärisches Sperrgebiet ist, denn der Motorradfahrer zückt sein Handy und telefoniert. Wir rechnen mit der Polizei, dumm gelaufen. Micha diskutiert hin und her und versucht herauszubekommen, was „no face“ bedeutet. Erst als der Motorradfahrer seine Worte mit Gesten verbindet, wird klar, dass er Sorge hat wir könnten dort überfallen werden. Das Handy wandert zu Micha, er spricht mit irgendwem Offiziellen und erklärt unsere Route und schon ist alles wieder gut, Hände werden geschüttelt und sich freundlich verabschiedet. Als wir wieder auf der Straße sind begegnet uns der Motorradfahrer nochmal, er wollte wohl sicher gehen, dass wir wirklich weiter fahren.
Am höchsten Punkt der Straße nochmal eine kurze Pause im Bushaus und jetzt geht es wieder bergab. Wir kommen durch eine kleine Ortschaft mit etlichen Mini-Markets und wollen noch schnell einkaufen. Normalerweise kein Problem, hier schon, wir grüßen den Inhaber freundlich, keine Antwort, er telefoniert weiter. Auf Fragen reagiert er nicht, er verlässt den Laden, quatscht mit seinem Kumpel, telefoniert erneut und ignoriert uns einfach. Nicht alle Iraner sind höflich und hilfsbereit, es gibt auch ganz offensichtlich welche, die ein Problem mit Touristen haben und eben an so einen sind wir geraten. Also lassen wir die Sachen, die wir schon in der Hand hatten einfach liegen und gehen! Es gibt in der Straße ja noch genug andere Märkte. Auch am nächsten Tag geraten wir an einen Touristenhasser. Unsere Räder parken vorm Supermarkt, wir stehen auf dem Gehweg und trinken noch etwas, da kommt ein Autofahrer, der genau dort parken will, wo unsere Räder stehen! Er setzt mit dem Wagen zurück und beginnt mein Fahrrad anzufahren! Einfach unglaublich, so was habe ich noch nie erlebt! Micha schimpft und tobt, doch der Fahrer will einfach weiter zurücksetzen und unsere Räder überrollen. Micha schafft es noch gerade eben unsere Räder in Sicherheit zu bringen. Ich bin fassungslos, wenn dass der einzige Parkplatz weit und breit wäre, dann hätte ich ja noch verstanden, dass er die Parklücke braucht, aber es waren etliche andere Parklücken frei! Glücklicherweise überwiegen bisher die positiven Begegnungen.
Ich traue meinen Augen nicht, als ich kurze Zeit später zwei Teenager auf ihren Räder vorbei flitzen sehe. Die jungen Frauen sausen um die nächste Ecke, das Kopftuch fliegt weg und die Beiden sind verschwunden. Bisher die einzigen weiblichen Radfahrer in diesem Land, ich fühle mich manchmal wie eine Außerirdische. Männer sieht man häufiger radeln, uns ist sogar eine große Gruppe Rennradfahrer begegnet. Keiner trug lange Hose und langärmliges Shirt, sondern schicke Radtrikots und enge kurze Radhosen! Ich wäre schon zufrieden, wenn ich ohne Kopftuch radeln könnte.
Vorbei an vielen Feldern, es werden Möhren geerntet und direkt aufwendig in großen Bassins gewaschen, kleine Möhrenwaschanlagen. Dann kommen sie in Säcke, man kann sie direkt kaufen oder sie werden auf Kleinlastern in die nächste Stadt gebracht. Und endlich ein kleines Wäldchen abseits der Straße, ideal zum Zelten. Zunächst haben wir noch Besuch von 4 Jungs aus dem Nachbarort, sie haben Fußball gespielt und gegrillt. Alles wird genau betrachtet, unsere Räder bewundert, dass Zelt angeschaut und als geklärt ist, dass ich nicht die Schwester von Micha bin, sondern die Frau, sind sie zufrieden und fahren heim. Doch erst müssen sie sich vergewissern, dass wir genug zu trinken und zu essen haben, schließlich lässt man als guter Iraner keine hungrigen Touristen in der Wildnis zurück. Es dämmert bereits, als wir mit kochen beginnen, die warmen Schlafsäcke werden wir brauchen, es wird nachts schon richtig kalt. Am nächsten Morgen, wir sind wie immer vorm Sonnenaufgang aufgestanden, ist es so kalt, dass ich mir die Softshelljacke anziehe, auch Micha holt sich seine Jacke. Selbst als die Sonne über den Bergkamm schaut, braucht man noch eine Jacke, aber spätestens ab 11 Uhr ist es wieder richtig heiß und man denkt wehmütig an den schönen kühlen Morgen zurück!
Nach dem Anbau von Möhren sind jetzt Äpfel dran, eine Apfelplantage folgt auf die nächste. Das benötigte Wasser kommt aus Brunnen, manchmal sieht man, wie neue noch tiefere gebohrt werden. Das Wasser wir mittels laut knatterten Pumpen nach oben befördert. Also Achtung bei der Zeltplatzwahl, nie in unmittelbarer Pumpennähe, denn die knattern auch die ganze Nacht durch! Wir sind in Miyaneh, eine größere Stadt und wollen nach 90km nur noch duschen und schlafen. Doch die Suche nach einem Guesthouse oder Hotel ist umsonst! Keiner kann uns den Weg erklären. Es sind sowieso nur wenige Leute unterwegs, im Supermarkt erfahren wir, dass irgendein Feiertag im Ort ist und deshalb ist alles geschlossen. Also doch zelten, wenigstens ist der Supermarkt gut sortiert und wir bekommen alles was wir brauchen. Micha wird ständig angesprochen, woher wir sind, wohin wir wollen, wie uns der Iran gefällt, warum wir den Iran besuchen usw. nur mit mir spricht kaum jemand! Es ist, als wäre ich nicht da, quasi unsichtbar. Seltsames Gefühl, wenn Leute mit Micha sprechen, ihm die Hand geben und mich ignorieren. Jedenfalls soll das nicht abwertend gemeint sein, sondern, weil ich Michas Frau bin, bin ich für andere Männer tabu und sie reden wohl aus Respekt nicht mit mir. Zum Glück gibt es Ausnahmen, sonst wäre der Iran für mich eine sehr stille Reise! In Städten wie Tabriz sind die Menschen offener, selbst die Frauen gehen offen auf uns zu und freuen sich über eine Unterhaltung. Bei vielen Frauen ist das Kopftuch schon mehr ein Accessoire als eine Kopfbedeckung, die Tücher hängen gerade noch so am Hinterkopf und das Ganze wird mit Sonnenbrille im Haar dekoriert.
Wie gesagt, mit mir spricht kaum einer, dafür muss Michael ständig die selben Fragen beantworten und er ist schon manchmal genervt. Manch ein eifriger Iraner gibt sogar sein Handy an Micha weiter, weil auch der Kumpel alles ganz genau wissen will! Nachdem Micha mit erzählen und telefonieren fertig ist kommen wir auch wieder raus aus Miyaneh. Die Innenstadt liegt hinter uns, jetzt kommt noch die obligatorische Autoschrauber-Meile und dann hoffen wir auf einen Zeltplatz. Leider wird das Tal wieder enger, kein Platz zum Zelten, weiter durch einen stinkenden unbelüfteten Tunnel und dann kommt eine LKW-Rast. Nach über 112km reicht es, wir dürfen an der Rast unser Zelt aufschlagen. Es wird eine sehr unruhige Nacht! Denn jeder Iraner lässt den Motor seines Brummis laufen, egal ob er zur Toilette geht, den Wagen putzt oder Tee trinkt, der Motor muss laufen! Als ob Krach nachts nicht schon schlimm genug wäre, dürfen wir jetzt noch die Dieselabgase, die durch unser Zelt wabern einatmen, herrlich!
Müde sind wir am nächsten Tag unterwegs, da hilft nur noch Kaffee und so lassen wir uns am nächsten Bushaus nieder. Ein Polizeiwagen hält, doch die Polizisten schauen nur interessiert was wir machen und stellen die üblichen Fragen (an Micha)! Sie geben uns aus ihrem Auto eine Wolldecke zum Sitzen, geht ja nicht, dass Touristen einfach so auf dem Boden sitzen und dann bauen sie ihre Polizeikontrolle auf. LKW und PKW werden kontrolliert, Papiere werden überprüft, nur für die abgefahrenen Reifen oder die schlechte Ladungssicherung interessiert sich keiner. Unsere Ausweise werden nicht kontrolliert, wir radeln weiter, vorbei an Melonenständen. Nach den Möhrenfeldern und Apfelbäumen sind wir jetzt in der Melonenmeile, es gibt keine gemischten Stände mit unterschiedlichem Obst und Gemüse. Hat man genau jetzt Lust auf einen Apfel, Pech gehabt, hier gibt es nur Melonen! Wir kaufen eine und verzehren sie direkt vor Ort, unser Mittagessen, für andere Speisen ist es eh zu heiß. Der Stand hat sogar ausrangierte Sofas und Sessel unter die Bäume gestellt und so können wir es uns bequem machen! Kaum ist die Melone vertilgt, da kommen junge Leute und wir bekommen noch eine geschenkt, das schwere Ding kommt auf Michas Rad! Die gibt es am nächsten Tag mit Haferflocken zum Frühstück! Wir finden einen schönen Platz zum Zelten, eine kleine Wiese mit Bäumen, nicht einsehbar und so fliegt als erstes mein Kopftuch ins Zelt, noch das bequeme luftige Trägertop anziehen und endlich entspannen.
Melonen sind vorbei, jetzt sind Zwiebeln dran, die ersten Bauern sitzen schon auf dem Feld und ernten. Wir schaffen die letzten 60km bis Zanjan und beziehen ein Hotel, nichts tolles, aber mit eigenem Bad und Internet! Abends kaufen wir in diversen Mini-Markets ein, die Stadt ist voll, keine Ahnung wer so viele Bekleidungsläden braucht, ein Supermarkt wäre mir lieber. Ich werde wie üblich angestarrt, wir starren mittlerweile zurück, wir fühlen uns manchmal wie im Zoo! Da hier kaum Europäer unterwegs sind, ist es auch verständlich angestarrt zu werden, nur daran gewöhnen werde ich mich wohl nicht. Essen waren wir in einem Iranischen Schnellrestaurant, das große M am Eingang und die Farben gelb und rot glichen schon sehr dem Mc Donald M. Nur die Auswahl war nicht gerade übig, es gab eine Sorte Stangenbrot mit warmen Fleisch, Tomaten und Gurke, aber lecker und günstig. Durch den schönen Basar und vorbei an einer großen Moschee zurück ins Hotel, ausschlafen.
Morgen geht es weiter Richtung Esfahan, noch 650km, vielleicht mit Umweg über Qom. Qom ist die zweitwichtigste religiöse Stadt im Iran, doch wir müssen zuerst schauen, wie wir mit unseren Visum zeitlich hinkommen.


Vom 13.September 2014 – 18.September 2014 Tag 169 – Tag 174
Zanjan-Qom 392 km; Gesamtkilometer: 7439

Autor: Andrea Büchsenschütz

Micha hatte sein Vorderrad schon am Tag zuvor repariert, doch als er morgens in die Tiefgarage kommt begrüßt ihn sein Rad erneut mit einen Plattfuß! Schade, nichts mit zeitig los kommen, erst mal Platten flicken. Doch das half auch nicht wirklich, ein neuer Schlauch musste her und das Problem war endlich behoben. Leider nicht unser einziger Schaden, eine Ortlieb-Quertasche hat den Verschluss eingebüßt, kaputt gebrochen. Doch viel schlimmer, meine Therm-a-Rest Matte verliert Luft und es ist kein Loch zu finden! Teure Matte und nach kurzer Zeit kaputt, so müssen wir sie nachts wieder aufpusten, damit ich einigermaßen schlafen kann, Ersatz beschaffen ist schwierig, vielleicht in Esfahan! Wind sollte in den nächsten Tagen unser ständiger Begleiter werden. Leider kam er des öfteren von vorne und bremste uns ordentlich aus. Nicht mal die Landschaft bot Abwechslung und entschädigte für das mühselige trampeln. Es gab nur Industrie und kleiner Firmen zu sehen, dazwischen kahle Landschaft, kaum Bäume, selten Schatten. Als eine kleine Senke in Sicht kam, die sogar ein paar mehr oder weniger vertrocknete Bäume bot, schlugen wir das Zelt auf. Heute ist nicht unser Tag, denn die vermeintliche Nudelsoßentüte entpuppte sich als Gewürzmischung, so gab es ziemlich scharfe Gewürzmischung mit Nudeln, eine kulinarische Katastrophe!
Um weiter Katastrophen in Sachen Essen zu vermeiden hatten wir am nächsten Tag Polizeibegleitung beim Einkauf. Die Polizisten waren mit Verkehrskontrollen beschäftigt, doch Touristen sind da wesentlich interessanter als Verkehrsdelikte und so kümmerte sich ein Polizist um uns. Er stand mit Rat und Tat beim Einkauf bereit, hielt einen Motorradfahrer an und knöpfte im Äpfel und Nüsse für uns ab, die Walnüsse befreite er für uns von der grünen Außenschalen, dann die braune Schale und so bekamen wir sie Verzehr fertig zurück. Wir brauchten noch Brot und so sorgte er dafür, dass wir den richtigen Laden finden. Die Polizei dein Freund und Helfer, eine weitere Polizeikontrolle an der Straße mitten im Nichts. Die Polizisten winkten uns raus, ich dachte jetzt werden endlich mal unsere Papiere kontrolliert, doch nein, sie wollten sich nur vergewissern, dass es uns gut geht. Fragen nach unserer Route, ob wir genug Wasser und Essen dabei haben, dass wir auf den Verkehr achten sollen und wenn wir Probleme haben sollen wir uns ruhig an die Polizei wenden!
Gegen Abend wollen wir an einer Wasserstelle nur noch etwas Wasser zum Waschen abfüllen, als wir plötzlich von Menschen umringt sind. Fati und ihrer Familie gehört ein Stück Land, dass sie als Garten nutzen, um dort u.a. Weintrauben anzubauen. Fati spricht englisch und so ist auch eine Unterhaltung möglich. Schnell ist klar, dass wir hier zelten können. Für mich ist es schön, dass ich mich endlich einmal mit einer Frau unterhalten kann, Fati ist sehr sympathisch und beantwortet meine Fragen. Mein Kopftuch soll ich ruhig abnehmen und nach einigem Zögern tue ich das dann auch. Wir sitzen gemeinsam im Garten auf dem Teppich, trinken Tee und essen Produkte aus dem Garten. Fati übersetzt immer wieder für die übrigen Familienmitglieder, wir haben uns sehr wohlgefühlt und denken dankbar an die Familie zurück.
Zunächst sah man noch ein paar Bäume oder Anbau von Tomaten und Trauben, dann folgte das Nichts. Eine karge trockene baumlose Weite, in der Ferne Berge und alles in eintönigem Braun. Nicht mal Gras gibt es, wenn überhaupt etwas wächst, dann sind es kleine Büsche, manche noch grün, die meisten vertrocknet und immer mit Stacheln. Die Biester haben Stacheln, die 2-3 cm lang sind und so jeden Zeltversuch im Keim ersticken. Also gehen wir eben in eine Unterführung, keine Stachelbüsche, Schatten und von den Autofahrern nicht zu sehen, perfekt. Nur der Wind fegt auch durch Unterführungen, doch unser Zelt bietet genug Windschutz und so können wir kochen.
Der Wind fegt unablässig über die Weite und wir können kleine Sandstürme beobachten, gut wenn der Sand nicht direkt vor uns über die Straße weht. Eingestaubt sind wir auch so schon genug, aber egal wie staubig und dreckig wir sind, immer treffen wir Leute, die uns Tee geben und Foto´s machen wollen. Oder uns aus ihrem Haus Feigen und Nüsse zu unserem Rastplatz bringen. Manchmal fühlen wir uns wie Popstars, an einer Kreuzung werden wir angehalten, zuerst parken 2 Auto´s, dann 4 und unzählige Familienmitglieder steigen aus, sie machen eine Iranrundreise. Wir werden bestürmt, Hände geschüttelt, Foto hier, Foto da, die Frauen wollen ständig mit mir auf ein Foto, die älteste Frau segnet mich wieder. Micha muss die Route erklären, ein Bruder, der zu Hause ist, wird angerufen und Micha muss mit ihm sprechen und dann endlich ist der Spuk vorbei, ich glaube wir brauchen bald Bodyguards.
In Saveh machen wir eine Mittagspause im schattigen Stadtpark, gut das es im Iran in jeder größeren Stadt Parks gibt, in denen man Kochen oder Grillen kann und auch dass Zelten erlaubt ist. Wir zelten weit hinter Saveh an einem Häuschen mit ehemaliger LKW-Waage, die staubige Straße führt zu einem großen Bauernhof, ein Auto und zwei Motorräder kommen vorbei, die interessieren sich glücklicherweise nicht für uns. Es ist kurz nach 22 Uhr, Scheinwerfer erhellen unser Zelt, ein Motorrad kommt angeknattert, ich denke sofort an Polizei. Befürchte, dass wir unser Zelt jetzt wieder abbauen müssen. Doch es sind nur 2 junge Männer, die wissen wollen, ob wir irgendetwas brauchen. Micha versichert, dass wir alles haben, auch genug Wasser, trotzdem kommen sie nach kurzer Zeit wieder und bringen uns noch eine große Flasche kaltes Wasser, dann schlummern wir friedlich ein.
Es sind nur noch 40km bis Qom, die sind bis mittags bewältigt und wir begeben uns auf Hotelsuche. Viele Hotels sind ausgebucht, es sind regelrechte Menschenmassen unterwegs, wir sind im zweitwichtigsten islamischen Zentrum nach Maschad, Qom ist ein Wallfahrtsort. In einer kleinen Gasse finden wir ein bezahlbares Hotel, nicht schön, aber mit kleiner Miniküche und direkt am Fatima-al-Masuma-Heiligtum. Abends wollen wir eigentlich nur einen kleinen ersten Rundgang machen, wir kommen am Fatima-al-Masuma-Heiligtum vorbei und wollen uns nur erkundigen, ob wir als Touristen da überhaupt rein dürfen. Wir dürfen, ich bekomme ein riesiges Tuch, den Tschador, geliehen und schon geht es los. Echt ungerecht, Micha braucht nicht mal ein langärmeliges Oberteil, der darf im T-Shirt rein. Wir folgen einfach den Menschenmassen durch das große Gebäude. Innen sitzen viele Menschen auf Teppichen und lesen im Koran, es wird gebetet oder man trifft sich und unterhält sich. Ich schaue mir den Frauenbereich an, schöne Bemalungen an den Wänden und jede Menge Glitzer, die kleinen Spiegelfliesen glänzen mit den großen Leuchtern um die Wette. Als ich zurück bin, ist Micha wieder einmal in eine Unterhaltung vertieft. Diesmal spricht er mit jungen Männern, die uns schon in Zanjan angesprochen haben. Micha schaut sich den Bereich für die Männer an, dann gehen wir noch gemeinsam durch die Räume und den Hof, machen Fotos und beobachten das wuselige Treiben. Danach laufen wir noch durch die vollen Gassen, essen und kaufen ein, bevor wir erschöpft ins Bett fallen. Es bleiben uns noch 2 Tage zum Ausruhen, ich muss eine neue Hose kaufen und vielleicht finden wir einen Radladen, bevor es Sonntag weiter nach Kashan geht.


Vom 19.September 2014 – 20.September 2014 Tag 175 – Tag 176
Ruhetage in Qom 0 km; Gesamtkilometer: 7439

Autor: Andrea Büchsenschütz

Tagsüber ist es einfach zu warm, um die Stadt zu erkunden, so machen wir uns erst am späten Nachmittag auf. Eigentlich wollen wir nur eine kleine Runde drehen, nur mal eben zum Minimarket, was Essen gehen und schauen, wo sich die Einkaufsmeile befindet. Es ist Freitag, normalerweise sind da die meisten Geschäfte geschlossen, Freitag ist im Iran wie der Sonntag bei uns in Deutschland. Doch wir sind in einem Pilgerort, Menschenmassen laufen durch die Straßen und so wollen natürlich auch die Händler ihr Geschäft machen, deshalb sind die meisten Läden auf. Zuerst statten wir dem Minimarket unseres Vertrauens einen Besuch ab, der Händler freut sich uns zu sehen, wir wollen Sachen für´s Frühstück besorgen. Immer wieder betreten Kunden den kleinen Laden, es ist sehr eng und als mich eine ältere Frau im schwarzen Tschador anspricht, denke ich zunächst ich stehe einfach nur im Weg, denn sie will Wasser aus dem Kühlschrank. Allerdings hält mich die Frau für eine Mitarbeiterin, sie nimmt sich zwei Flaschen Wasser und will bei mir bezahlen! Ich wundere mich schon, denn wie eine Iranerin sehe ich wahrlich nicht aus, ich falle hier im Ort auf wie eine lila Kuh!
Wir lassen uns durch die Straßen treiben, gehen in das ein oder andere Geschäft, aber eine halbwegs geeignete Hose zum Radeln kaufe ich auf dem Basar. Sie ist leider oben eng geschnitten und so brauche ich noch ein langes Shirt, doch für heute reicht es mir mit shoppen, der Einkauf wird auf Morgen vertagt. Immerhin habe ich aus meiner alten grünen Hose eine Art Röckchen gebastelt, so sind meine Hüften hoffentlich ordnungsgemäß verdeckt!
Langsam stellt sich Hunger ein, in einem Straßenlokal liegen im Schaufenster verlockend aussehenden Fleischspieße, wir bestellen eine Portion und werden gebeten in den Keller zu gehen. Eine steile Treppe führt nach unten, die Klimaanlage versucht gegen die Hitze und Essensgerüche anzukämpfen, gegen den Schmutz ist sie machtlos. Der geflieste Raum besteht aus einem Kühlschrank, ein paar Tischen und Bänken und in der Nische werden die Essensreste in eine große Tonne gekippt und das Geschirr gespült. Für Leute, die ein Problem mit mangelnder Hygiene haben ist das Lokal denkbar ungeeignet. Immerhin kommt ein Mitarbeiter runter und wischt mit einem alten Lappen über die schmuddeligen Tische. Wir bekommen unsere Fleischspieße mit Brot und Tomaten gebracht, sehr lecker, Hühnchen, Hackfleisch, Rindfleisch und Lamm, satt und zufrieden stürzen wir uns wieder ins Getümmel.
Auf der Rückseite des Fatima-al-Masuma-Heiligtums entdecken wir einen anderen Eingang, als am Tag zuvor. Ich muss mal wieder draußen warten, Micha schaut, was es da zu sehen gibt. Er kommt zurück und berichtet, dass wir da unbedingt hinein müssen, denn da drinnen steht der heilige Schrein unter einer großen Kuppel. Micha könnte problemlos hinein gehen, nur für mich ist das nicht so einfach, also fragt er bei einem Aufseher, ob ich mit darf und ob er einen Tschador für mich zum Ausleihen hat. Leider hat er unser Anliegen nicht wirklich verstanden, doch ein Iraner, der offensichtlich gerade vom Gebet raus kam, bot uns seine Hilfe an. Er sprach mit verschiedenen Aufsehern, besorgte mir einen Tschador und brachte uns dann zu einem anderen Eingang. Er erklärte dem Aufseher unser Anliegen und schon durften wir tatsächlich in Begleitung das Heiligtum betreten. Der Chef wurde informiert, wir erhielten die Erlaubnis uns frei auf dem Gelände zu bewegen und uns alles anzuschauen, auch den heiligen Schrein dürfen wir sehen. Als einzige Touristen stehen wir im großen Innenhof zwischen unzähligen Pilgern, viele beten und wollen natürlich möglichst den Schrein berühren. Es gibt getrennte Bereiche und so gehe ich durch den Fraueneingang hinein. Es herrscht dichtes Gedränge, alle sind in heller Aufregung, Türen werden berührt und geküsst, viele beten inbrünstig, jede Frau will den Schrein anfassen, einige Frauen sind völlig außer sich und ihnen laufen Tränen über das Gesicht. Der Schrein ist ein riesiger goldener Sarg in einer prunkvollen Halle unter eine glitzernden hohen Kuppel. Es fällt schwer die Situation und die Umgebung zu beschreiben, man muss es einfach selbst sehen und erleben. Michael berichtet, dass es auf der Seite der Männer ähnlich emotional zugegangen ist, auch er ist sehr beeindruckt. Wieder zurück im Innenhof verweilen wir noch ein wenig, bevor wir durch die vollen Straßen zurück zum Hotel laufen.

 

 

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