Berichte Deutschland
Vom 22 August 2018 bis 09.September 2018
19 Tage; 934 km; 6.222 Höhenmeter
Gesamt Teil 4: 371 Tage; 21.472 km; ca. 149.979 Höhenmeter; Gesamte Traumradreise 2014-2018: 57.773 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 22. August 2018- 27. August 2018 Tag 365 (1137) – Tag 370 (1142)

#Vom 28. August 2018- 03. September 2018 Tag 371 (1143) – Tag 377 (1149)
#Vom 04. September - 09.September 2018 Tag 378 (1150) – Tag 383 (1155)


Vom 22. August 2018- 27. August 2018 Tag 365 (1137) – Tag 370 (1142)
Grenze Deutschland-Hamburg 214 km Rad; 3 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 20.751 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
22.08.18 115,36 15,82 41,55 742 Eckernförde
23.08.18 98,45 17,07 33,66 420 Bad Bramstedt
24.08.18 47,45 14,97 31,05 244 Hamburg

Nach 353 Tagen war ich zurück. Es war komisch im ersten Café am Strand am Rande von Flensburg konnte ich plötzlich wieder alles lesen, wieder auf Deutsch bestellen und das Lästern und das Schimpfen über den Job am Nachbartisch wieder verstehen. In der Touristen Information in Flensburg City war ich noch auf Englisch gepolt. Ich kommunizierte weiter auf Englisch und bekam meinen Plan des Ochsenradwegs. Danach merkte ich, das ich ja in Deutschland bin und ich Sprach deutsch, wir mussten beide lachen und ich erzählte, dass ich 1 Jahr nicht in Deutschland war. Danach ging es um 11 Uhr zu einem Flensburger Pils ins Gosch Sylt. Hier war das Bier fast so teuer wie in Skandinavien, na ja nur fast 3,90 zu 7,20 Euro. Aber ohne einen Schluck Flensburger in dieser Stadt geht es nicht weiter.
Bin dann über den Ochsenradweg, der gleich hier startete aus der Stadt hinaus geradelt und habe ihn auch bald schon verloren. Ich bin wohl zu schnell. Doch entlang der Straße waren es 10 km weniger nach Schleswig und immer auf Radweg neben der Straße. Nach einer Runde durch den Ort sitze ich nun im Zander's Nordlicht am Hafen und habe die erste Currywurst bekommen und dazu das erste Erdinger Weizen. Deutschland ist gar nicht so schlecht. Wenn ich in dänischen Preisen rechne, war die Currywurst gratis.
Ich bin dann, kaum zu glauben, noch viel weiter gefahren und habe mich verfahren und sitze nun bei Störtebeker an der Kirche in Eckernförde. Ich wohne nobel in der Siegfriedswerft, wo ich schon beruflich mit Schüring genächtigt habe. Michael Polte, mein Kollege wird sich erinnern. Nun muss ich morgen zuerst mal nach einer neuen Route Richtung Hamburg schauen.
Dies habe ich gerade bei einem weiteren Störtebeker im Ander's Lokal getan und schon mal ein Hotel für 3 Nächte in St. Georg in Hamburg gebucht und Tickets für Sonntag ins Miniatur-Wunderland gebucht. Danach weiter im Liegestuhl vor dem Ander's relaxt. Morgen werde ich noch einen Abstecher zur Firma Kampovsky machen, einem alten Kunden aus Schüring Zeiten und weiter durch Kiel nach Hamburg radeln.
Deutschland ist schön und auch die Radwege, die man hier oben im Norden neben jeder Straße findet, dadurch war der Weg nach Altenholz sehr entspannend. Bei der Firma Kampovsky wurde ich gleich wieder erkannt und auf einen Kaffee im Büro eingeladen. Ich habe auch noch den Senior getroffen, was mich besonders gefreut hat. Das Arbeiten für und mit der Firma Kampovsky hat immer Spaß gemacht.
Ich bin dann durch das von Fähren und Kreuzfahrtschiffen verseuchte Kiel geradelt. Die Kullisse der Schiffe war schon imposant doch nicht die Abgase.
In Neumünster habe ich nach 72 km die erste Pause eingelegt und sitze immer noch hier. Das Wetter ist bedeckt aber ideal zum Radeln und so werde ich heute noch mindestens bis Bad Bramstedt weiter fahren.
Das habe ich auch gemacht, immer schön gerade aus auf dem Radweg neben der Straße. Irgendwie hatte ich auch keine Lust zu Zelten, obwohl es in kleinen Wäldern möglich gewesen wäre. So bin ich in Bad Bramstedt ins Hotel Freese eingezogen. Anschließend zum Griechen auf ein Bierchen und zum Bilder kopieren und für die Homepage aussuchen. Nach der Arbeit gab es eine Currywurst und eine Pizza mit Salami in verschiedenen Lokalen.
In der Nacht gab es Regen und am Morgen ein gutes Frühstück bei Freese. So war die Entscheidung mit dem Hotel gar nicht so schlecht.
Entlang der B4 ging es nun nach Hamburg bis St. Georg, wo mein doch recht teures Hotel in der Rotlichtmeile lag. Umringt von türkischen Gemüsehändlern, Sexshops und an der Ecke zum Hansaplatz von Prostituierten, die schnelles Geld machen wollten. Hier waren alle Nationalitäten vertreten.
Nun sitze ich bei Frau Möller bei einem Pilsener Urquell und dem lang ersehnten Zigeunerschnitzel. Hier in Hamburg ist mir vieles wieder bekannt, da ich schon einige Male hier war. Hamburg ist einfach eine interessante Stadt mit den unterschiedlichen Vierteln und dem Multikulti. Das Schnitzel war sehr lecker und anschließend gab es noch eine hausgemachte Frikadelle. Danach bin ich losgezogen vorbei an der Aussen und Innenalster zu Jungfernstieg, weiter zur rheinischen Republik von Sion, wo ich mir das erste Kölsch für 3,70 €, 0,3l verkniffen habe. Doch nach meiner weiteren Runde durch die Speicherstadt und Hafencity gab es nach der Rückkehr in St. Georg doch noch das erste Kölsch. Etwas günstiger 0,4l für 3,50€, das musste jetzt einfach sein. Zum Abschluß des Tages ging es nochmal zur Frau Möller, wo ich den Start der Bundesliga geschaut habe.
Es ist schön wieder in Hamburg zu sein und morgen werde ich wieder auf eine große Runde durch die Viertel gehen.
Am Morgen habe ich wie bei jedem Aufenthalt in einer grüßeren Stadt auch hier wieder die Unterkunft um einen Tag verlängert und danach gut gefrühstückt. Da es regnete, habe ich den Tag ruhig angehen lassen und so konnte ich erst am Mittag auf die Stadtwanderung starten. Am Steindamm wo mein Hotel lag, konnte ich meine letzten schwedischen und dänischen Kronen in einer Wechselstube tauschen, bevor ich über den Hauptbahnhof und die Einkaufsmeile zur Speicherstadt gelaufen bin. Hier fing es wieder an zu regnen und ich habe im alten Kesselhaus des Hafens Unterschlupf gesucht. Hier stand ein großes Model der Hafencity. Anschliesend bin ich schnell hinüber zum 4 € teuren Speicherstadtmuseum gelaufen und habe es besichtigt. Nun war es wieder trocken und ich konnte meinen Weg hinüber zu den Landungsbrücken und dem Fischmarkt fortsetzen. Von hier waren die Nächsten Stationen waren die Große Freiheit und die Reeperbahn, die am frühen Nachmittag noch ausgestorben schienen, bis auf wenige Personen die vom Vorabend noch übrig geblieben waren. Von hier bin ich zum St.Pauli Stadion am Millerntor, wo im Hintergrund auf dem Heiliggeistfeld die große Kirmes Hamburger Dom stattfand. Bei dem regnerischen Wetter war noch nicht so viel los, aber alles war teuer. Eine Achterbahnfahrt kostete zwischen 4,50 und 5 Euro und das Bier gab es zum gleichen Preis. Auch das Essen war teurer als in meinem netten Stammlokal Frau Möller auf St. Georg. So war meine Entscheidung klar und ich bin über den Großneumarkt, vorbei am Axel Springer Verlag zur Binnenalster und zur Langen Reihe ins M&V zur Happy Hour, so war das Kölsch noch günstiger. Danach zu Frau Möller zum zweiten Zigeunerschnitzel und dem Spiel Gladbach gegen Leverkusen.
Ich saß mit 2 älteren Pärchen aus Gütersloh und Luzern zusammen und so war es ein schöner geselliger Abend.
Am Morgen hieß es früh raus, denn es war Modelbahntag. Um 8 Uhr stand ich pünktlich vor der Eisentür zum Miniatur-Wunderland. Es war mein zweiter Besuch bei der größten Modelleisenbahn der Welt. Für mich war der Abschnitt Italien mit einer wunderbaren Landschaft und dem Teil Venedig Neuland. Habe mir diesen Abschnitt zuerst angeschaut bis die Touristenmassen ins Wunderland strömten. Ich bin vom Petersdom in Rom bis zum Vesuv und Pompeji gelaufen. In Venedig gab es keine Gleisanlagen dafür viele Sonderfunktionen, die über Knöpfe zu starten waren. Nach 4,5 Stunden hatte ich meine erste Runde durchs komplette Wunderland geschafft. Also war mal eine Pause im hauseigenen Restaurant angesagt. Es gab Nudeln mit Bolognese. Anschließend habe ich mich für die Führung hinter den Kulissen angemeldet die eine Stunde später startete. Davor und danach habe ich noch eine zweite Runde entlang der verschiedenen Bauabschnitte gemacht, um die vielen kleinen Szenen zu erfassen. Nach 8,5 Stunden habe ich das Miniatur-Wunderland verlassen und bin erschöpft zum Kölsch in die M&V Bar, um zu relaxen und der Unterhaltung am Nachbartisch zuzuhören. Zuerst sprach man darüber zu einem Gottestdienst zu gehen und es ging um Glauben nach weiteren Bierchen und Schnäpschen ging es um Freundschaften und zum Schluss war kein Gedanke mehr an den Gottesdienst und man schaute auf die Uhr, um zu sehen wann er aus ist, um dann an der Kirche zu sein um sich mit den anderen der Gruppe wieder zu treffen. Die Mädels hinter der Theke verdrehten schon die Augen bei dem Gespräch. Nach dem Amüsement bin ich zum Essen, Nudeln mit Currysoße, zur Frau Möller.
Am nächsten Morgen gefrühstückt und dabei den letzten Bericht aus Schweden online gestellt und mit zwei Mädels aus dem Siegerland über meine Reiseerlebnisse gequatscht. Später habe ich auf dem Zimmer noch weiter getippt und auch am Abend. Sonst habe ich nichts gemacht und einfach mal entspannt.

Vom 28. August 2018- 03. September 2018 Tag 371 (1143) – Tag 377 (1149)
Hamburg-Wissen 567 km Rad; 11 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 21.319 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
28.08.18 111,70 15,88 32,15 383 Osterholz-Scharmbeck
29.08.18 108,75 16,44 32,74 241 Löningen
30.08.18 109,48 16,44 34,36 248 Greven
31.08.18 98,41 15,45 39,29 370 Dortmund
01.09.18 87,55 14,99 38,93 794 Wild Camping bei Danneberg
02.09.18 51,09 14,18 49,92 802 Wissen

Am Morgen letztes Frühstück in Hamburg und ab zum alten Elbtunnel an den Landungsbrücken und unter der Elbe hindurch nach Steinwerder und dort 15 km durchs Hafengelände bis ich die letzte Brücke nach Moorburg überquert hatte. Da ich keinen HH-HB Radweg gefunden hatte, habe ich mir meine eigene Route Richtung Zeven gesucht. Den Ort erreichte ich nach 70 km und nach 85 km habe ich die erste wohlverdiente Pause in Kirchtimke im Landgasthof gemacht. Es gab Currywurst und Haake Beck Pils aus Bremen.
Nun bin ich noch 30 km weiter bis nach Osterholz-Scharmbeck geradelt und habe dort ein Hotel bezogen. Ja ich lebe luxuriös auf meiner Rückreise durch Deutschland. Ich sitze gerade in einer echten Dorfkneipe wie in alten Zeiten. Es wird geraucht, an den Tischen Skat gekloppt und an der Theke geschockt und dazu wird Bier und viel Kümmerling getrunken. Einer der Schocker war aus dem Iran und erzählte von seiner Tochter, die ebenfalls schon mehrere Jahre mit dem Rucksack durch die Welt reist und Ihre Geschichten in Büchern veröffentlicht.
Die heutige Strecke war recht abwechslungsreich, obwohl sie Topf eben war. Meine Route führte mich über unterschiedlichen Untergrund: 2 spurige Straßen, schmale Landstraßen, Feldwege mit Schotter, Trampelpfade durch den Wald. Auf den 111 km von Hamburg wurde auch der Verkehr immer weniger.
Morgen geht es mit der Fähre über die Weser und hinüber zur Ems.
Am Morgen ging der Wecker um 10 vor 6 und um kurz nach 7 Uhr saß ich auf dem Rad und hatte nach 17 km die Fähre über die Weser erreicht. Danach bin ich von Dorf zu Dorf gehüpft über Feldwege und kleine Straßen, sehr entspannend. Nun sitze ich, nachdem ich das Dorf Nikolaus durchquert habe im Biergarten eines netten griechischen Restaurant namens Kalli in Garrel. Die Inhaber waren begeistert von meiner Reise und servierten mir zu meinem Bier eine kostenlose Vorspeise und wollte unbedingt Fotos von mir machen. Dafür erhilt ich noch eine Flasche Rotwein. Ich dachte nur: Noch mehr Gepäck. Doch es war wieder eine nette Begegnung auf meiner langen Reise. Nun plane ich wie gestern noch 30 km zu radeln, um dort nach einer Unterkunft zu schauen.
Die habe ich in Löningen in einem alten Gasthof gefunden. Ich gesellte mich zu einer Gruppe Monteure auf der Terrasse hinter dem Haus. Nachdem ich erzählte, wo ich herkomme, waren alle Gespräche eingestellt und sie wollte meine Geschichte hören, dafür bekam ich ein Freibier und war auch am Abend im Restaurant willkommen, wo die Jungs am Abend hin wollten. Ich habe mich aber für einen günstigen Kebabteller entschieden und bin danach in eine Dorfkneipe. Denn dort gibt es immer was zu erleben und man trifft die Bürger der Stadt. Der Name war Cappuchino, doch eigentlich gab es nur Bier. Eine nette Inhaberin, die in ihrem Beruf aufging. Auch hier wurde wieder geschockt und im Nebenraum Dart gespielt. Später kam nach eine 4 Mann starke Frauengruppe, die an der Theke platz nahm. Ich habe nochmal alle Bilder die ich auf die Homepage hochgeladen habe angeschaut bei 70iger Jahremusik aus den kleinen Lautsprechern im Gastraum.
Am Morgen beim Frühstück erfuhr ich dann, das nur 50 m vom Gasthof entfernt der Hase-Emsradweg vorbeiführt. Ich bekam sogar noch eine Landkarte geschenkt. So konnte ich dem Radweg über 35 km folgen, den ich aber schon, glaube ich, aus anderer Richtung geradelt bin. Der Weg ist gut ausgeschildert und führt meist entlang der kanalisierten Hase.
Das Wetter war sonnig nach dem Regen der letzten Nacht, doch am Nachmittag waren wieder Schauer am Start. Da hatte ich aber schon den Hase-Ems Radweg verlassen und war auf einer Abkürzung nach Lingen an der Ems und habe mir so den Bogen über Meppen erspart.
Dem Emsradweg war schwer zu folgen, denn die Ausschilderung war nicht immer eindeutig. So bin ich später einfach über den Radweg entlang der Straße Richtung Rheine, Mesling, Emsstetten bis Greven gefolgt. Unterwegs gab es noch die Meringer Steine zu sehen. Steingräber von vor 4000 Jahren, also so alt wie die Pyramiden in Ägypten.
Nun sitze ich in der Ambiente Bar die mir von meiner Unterkunft in Greven empfohlen wurde bei einem Krombacher. Man merkt, das die Heimat näher rückt.
Morgen sind es noch 15 km bis Münster und ca. 85 km bis Dortmund. Werde wohl früher zu Hause sein als ich es geplant hatte.
Ich sah, das man hier in der Bar auch Essen bei einer Pizzeria bestellen konnte, so gab es einmal Lasagne für 6 € und nochmal Rigatoni mit Tunfisch ebenfalls 6 €. Einfach lecker und es war ein schöner Abend in Greven.
Am Morgen gab es wieder ein gutes Frühstück. Danach bin ich über den Emsradweg und auch Straße ins Zentrum von Münster geradelt. Leider war hier noch die Touristeninformation geschlossen. Hier stehen die Touristen wohl erst um 10 Uhr auf. Von Münster bin ich quer zum Dortmund-Ems-Kanal gefahren und bin ihm immer gerade aus gefolgt. Es gab einige Umleitungen, da der Kanal verbreitert wird.
Sitze nun in Datteln, nachdem ich das Schiffskreuz überquert habe.
Von hier ging es weiter zum Schiffshebewerk Heinrichenburg wo ich nun schon zum Xten Mal war. Werde jetzt nach einer weiteren Ruhepause der Industriekultur folgen und mal schauen, wo es eine Unterkunft gibt.
Diese gab es erst Mitten in Dortmund am Bahnhof, nachdem ich hierher dem Emscherradweg gefolgt war. Habe nach einer Dusche eine Runde durch die Innenstadt Dortmunds gemacht und bin im Lütje Eck eingekehrt. Eine Kneipe in BVB Hand und es lief gerade das Spiel Hannover-BVB. Habe aber dort nur die erste Halbzeit geschaut und bin danach zu einem Italiener am anderen Ende der Stadt zum Essen gelaufen. Danach gings ins Bett.
Am Morgen gab es um 6:30 Uhr Frühstück und anschließend ging es weiter durchs Ruhegebiet über die Bahntrasse Lüdinghausen-Witten. Hier bin ich bei tollem Sonnenschein an die Ruhr gestoßen und habe und habe meine erste Pause an einem der Ruhrstauseen auf dem Stadtfest Witten gemacht. Nach der äzenden Stadtdurchquerung von Hagen sitze ich nun in der Privatbrauerei Vormann. Es gab das erste mal wieder Käsespätzle für mich und das hier gebraute Bier war auch gut. Also Jungs aus Köln die nächste Wochenendtour hat ihr Ziel in Dahl im Volmetal. Für mich führte der Weg weiter Fluß aufwärts bis Meinerzhagen. Dort hoffte ich eine Unterkunft zu finden, doch alles war belegt. So klam ich doch nochmal zum Zelten, bevor ich zu meiner Mutter komme. Es waren 50 km vor Wissen in einem Tannenwald bei Dannenberg, wo ich mein Zelt aufschlug. Hier war ich von dem unangenehmen Suren der Windräder umgeben, dazu gab es noch ein weit entferntes Livekonzert mit wummernden Bässen die über die Hügel zu mir herüber dröhnten. Doch ich habe in der Vollmondnacht gut geschlafen.
Am Morgen standen noch mal viele Höhenmeter entlang der Aggertalsperre auf dem Programm bis Eckenhagen, wo es Kaffee und Teilchen in der Sonne gab. Hier war auch der Treff der MTB-Gruppe für die monatliche Sonntagstour und ich war gleich Gesprächsthema und wurde zu allem befragt. Wie es der Zufall wollte kannte ich sogar einen Mitradler mit dem ich schon oft am MTB-Treff im Königsforst in Köln geradelt war, er hieß auch Michael.
Weitere Höhenmeter lagen vor mir entlang der Wiehltalsperre durch Denklingen zum letzten Anstieg hinüber nach Wallerhausen oberhalb des Holpetals. Diesem folgte ich bis Pirzental. Noch 3 km bis Wissen Ortskern, der Puls stieg, ich hatte die Sieg erreicht, den Fluss an dem Ich aufwuchs. Die Kreuzerhöhungskirche war zu sehen und ich kehrte nochmal zu einem letzten Zielbier in The old Backery an der Siegbrücke ein. Ich gesellte mich zu dem Sägewerkbesitzer aus Seelbach wie ich später erfuhr. Ich musste mal wieder meine Story erzählen und wurde zum Getränk eingeladen.
Nun waren es noch 600 m bis ich meine Mutter nach einem Jahr wieder in die Arme schließen konnte. Sie saß schon voller Erwartung 2 Stunden mit schlimmsten Gedanken, was mir alles passiert sein könnte auf der Terrasse. Sobald sie einen Krankenwagen hörte, dachte sie er wäre für mich bestimmt und dabei saß ich nur 600 m entfernt. Habe vorher noch, wie versprochen eine Kerze in der Kirche entzündet.
Doch dann war der große Moment und ich konnte meine Mutter glücklich in die Arme schließen. Danach gab es leckeren Streuselkuchen mit Kaffee. Am Abend habe ich noch die ersten Bilder von China auf dem Fernseher gezeigt. Am nächsten Tag haben wir dann noch meinen Vater auf dem Friedhof besucht und ich habe noch eine Runde durch meine alte Heimatstadt gedreht, wo es ein neues Brauhaus an der stelle, des alten Sudhauses der Germania Brauerei gab.
Es war schön wieder bei Muttern zu sein.

Vom 04. September - 09.September 2018 Tag 378 (1150) – Tag 383 (1155)
Wissen-Spich 231 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 21.551 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
04.09.18 152,86 15,77 48,95 1834 Schladt
05.09.18 38,44 20,02 43.22 448 Schladt E-Bike
07.09.18 40,60 17,52 42,37 556 Schladt Vulkanbiker Runde
09.09.18 0,00 0,00 0,00 0 Spich mit Wohnmobil

Am nächsten Morgen bin ich über den Westerwald zu meiner Schwester gestartet. Im dichten Herbstnebel ging es über die Kreisstadt Altenkirchen, Fluterschen, Steimel, Puderbach, über viele Höhenmeter zum Limes und hinunter nach Engers am Rhein. Hier habe ich den Rhein über die alte Eisenbahnbrücke überquert. Hier war nun Sonne pur und ich sitze in Glüs an der Mosel bei dem ersten Weizen und es sind noch 45 km bis Cochem. Dort hin ging es zügig durch das schöne Moseltal mit seinen Weinhängen und Burgen. Kurz vor Cochem gab es eine Vollsperrung, da der Radweg komplett neu gebaut wurde. Als Radler konnte man nun eine Fähre nehmen oder 200 Höhenmeter durch die Weinberge fahren, doch ich habe mich für die illegale Route über die Straße entschieden. Zuvor habe ich in Pommern noch eine Currywurst mit Pommes gegessen, damit ich für den Anstieg aus dem Moseltal gestärkt bin. Denn ich hatte nun keine Lust mehr, wie geplant, an der Mosel zu übernachten.
Der Anstieg zog sich über 7 km bis hinter Faid. Nachdem ich dies geschafft hatte wollte ich es nun auch noch, bis zu meiner Schwester schaffen, auch wenn ich schon 117 km geradelt war und nicht wusste, was noch so kommt.
Es kam noch einiges an Höhenmeter, Feldwege von einem Dorf zum anderen und zur Krönung habe ich mir noch eine Mountainbike-Route in ein tiefes Tal ausgesucht, aus dem es genau so steil wieder hinaus ging wie es hineinging. Doch dann hatte ich es geschafft nach einer Fahrzeit von 9 Stunden und 40 Minuten war ich nach 153 km mit Glücksgeschrei auf dem Hof vor dem Haus meiner Schwester und meinem Schwager eingefahren. Herzliche Umarmung und viel Wiedersehensfreude.
Ich musste aber zuerst meinen Flüssigkeitshaushalt wieder zurechtrücken mit Bitburger Radler und Wasser. Nun war es schon dunkel nach den ersten Erzählungen und dem Essen. Danach ab ins Bett.
In dem neuen Gästebett habe ich gut geschlafen und sitze gerade in der Früh auf der Terrasse um zu schreiben. Ich bin noch irgendwie noch an den Rhythmus des frühen Aufstehens gewöhnt. Wir haben gemeinsam gefrühstückt und anschließend eine E-Bike Runde nach Gillenfeld zu Roden-Fleisch gemacht. 43 km. Am Nachmittag war noch Gisela und Josef zu Besuch und später kam noch ihre Tochter mit 2 Enkel vorbei. Es gab Pflaumenkuchen. Abends gab es Pfundstopf, mein Leibgericht von meiner Schwester.
Am Freitag bin ich mit der neuen Vulkan Biker Schladter E-MTB-Gruppe auf eine tolle und gesellige Trailrunde gestartet. Es ging durch tiefe fast unberührte Täler rund um Schladt. Einkehr war in der Gaststätte Höfchen am Mosel-Mare-Radweg. Im Dunkeln ging es zurück nach Schladt, wo wir noch bei einem Mitradler zu Nussschnaps eingekehrt sind. Für mich war die Tour sehr anstrengend, da ich ohne Motor und meinem schweren Reiserad unterwegs war. Es waren schöne 40 km zum Abschluss meiner Traum-Radreise Teil 4, die nun doch hier bei meiner Schwester in der Eifel enden sollte. Dafür gab es 2 Gründe: 1. meine Schwester musste eh nach Köln und 2. war an der Ahr, wo ich eine letzte Übernachtung geplant hatte, alles ausgebucht wegen der Weinfeste.
So ging es am Sonntag per Wohnmobil nach Spich zur Wohnungsübergabe. Meine Wohnung hatte die Untervermietung gut überstanden bis auf Kleinigkeiten: Denn es war Putzen angesagt in den Ecken und hinter dem Sofa, Abtauen des Gefrierschranks, reinigen des Kühlschranks, ein kleiner Schnitt im Sofa und der zugewucherte Garten.
Nun saß ich auf meinen Gepäcktaschen in meinem Wohnzimmer, das ich vor einem Jahr verlassen hatte und in dem ich wieder soviel an Lebenszeit gewonnen hatte. Kaum zu glauben, dass ich mittlerweile über 57.000 km durch die Welt geradelt bin.
Am ersten Tag danach habe ich den Garten gemacht und eingekauft, dabei wurde ich gleich von einem Auto, welches vom Hit Parkplatz rolle übersehen, den die Fahrerin schaute nur nach links und ich kam von rechts auf dem Radweg. Sie schoss meinen Bob Yak zu Seite. Ich war froh, dass ich noch nicht meine 2 Getränke Kisten geladen hatte. So spürte ich gleich die Hektig die in Deutschland herrscht. Brauche wohl eine ganze Zeit mich daran zu gewöhnen.
Nun sitze ich mit Spätzle, Bratensoße und Brot und einem Gilden Kölsch wieder zuhause auf meiner Terrasse.
Mein neuer PC ist auch schon da, so das ich in den nächsten Tage mit der Aufbereitung meiner Bilder beginnen kann. Den Tag darauf habe ich gleich eine Radtour meinen Radlerkollegen nach Köln gemacht und im alten Schwimmbad am Rhein ein Kölsch getrunken. Das letzte mein Bericht ist das Wiedersehen in der Küz in Sieglar.
Nun muss ich mich wieder einleben und schauen was weiter folgt.

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