Berichte Dänemark
Vom 19 August 2018 bis 22.August 2018
4 Tage; 345 km; 1.674 Höhenmeter
Gesamt Teil 4: 353 Tage; 20.538 km; ca. 143.555 Höhenmeter; Gesamte Traumradreise 2014-2018: 56.809 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 19. August 2018- 22. August 2018 Tag 362 (1134) – Tag 365 (1137)


Vom 19. August 2018- 22. August 2018 Tag 362 (1134) – Tag 365 (1137)
Etappe Helsingör Fähre - Grenze Deutschland 345 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 20.538 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
19.08.18 99,42 16,70 39,65 497 Wild Camping bei Algestrup
20.08.18 103,09 16,35 40,02 365 Wild Camping bei Stokkemark Sogn
21.08.18 97,28 16,11 45,84 370 Wild Camping bei Fynshav

Nun war ich auf dänischem Gewässer und später hatte ich dann den dänischen festen Boden unter meinen Füßen. Mal wieder ein neues Land, denn auch wenn es an Deutschland grenzt, war ich noch nicht dort gewesen. Ich war dann der Erste, der die Fähre verlassen durfte, musste. Ich wurde gleich auf den Radweg des Strandveien geschickt. Er war mit der europäischen 7 und als dänischer Radweg Nummer 9 ausgeschildert und so habe ich doch entschlossen dem Weg durch Kopenhagen zu folgen, denn am Abend vorher hatte ich noch überlegt die Hauptstadt zu umfahren.
Dänemark begeisterte mich schon gleich mit dem Blick von der Fähre auf die Festung von Helsingör und dann die schönen alten Reet gedeckten Häuser entlang der Küste des Öresund. Toll und genau das typische Klischeebild was man von Dänemark hat, später kam auch noch die Windmühle dazu.
Auf dem Weg nach Kopenhagen bin ich in den gerade stattfindenden Iron-Man geraten, wo mir die Radler auf ihren Hightech Bikes entgegenkamen. Es beflügelte mich und ich bin auch in die Rennstellung tief über den lenker und der daran befestigten Tasche gegangen. Ich hatte teilweise das Gefühl, das ich mit dem gleichen Tempo unterwegs war, als die Ironmänner und vereinzelten Ironfrauen. Mir wurde sogar an der Verpflegungsstelle eine Trinkflasche gereicht. Ich habe hier kurz gestoppt den in der Ferne war die Öresundbrücke zu sehen. Danach gab es neue Kronen, die dänischen. Somit hatte ich den Stadtrand erreicht, vorbei an der Tuborg Brauerrei, in der heute Büros beheimatet sind. Weiter bin ich quer durch das Zentrum mit einer kurzen Fotosafari und am anderen Ende wieder hinaus. Ich musste auch hier den Absperrungen des Iron Man ausweichen. Am anderen Ende war ich auf der 151 unterwegs mit Abstechern auf Radwegen.
Sitze nun bei einem Touborg 0,75l auf dem schönen Marktplatz von Köge. Ich bin gleich mal gespannt, ob ich einen Platz für mein Zelt finde. Ich habe noch ein paar Bilder in dem kleinen Ort geschossen und bin noch 10 km weiter der 151 gefolgt, bis ich links eine Einfahrt durch eine Hecke sah. Dahinter lag eine Wiese, an der ein dichter Tannenwald lag. Guter Platz dachte ich. Hier in Dänemark sind die Plätze nicht so zahlreich gesäht, es gibt viele offene Felder und Häuser. So habe ich diesen gleich genommen auch wenn ich hätte noch weiter fahren können. Nachdem ich alle morschen Bäume rundum gefällt hatte und die quer liegenden Bäume beseitigt hatte, war es ein perfekter Platz und habe sogar noch vor meinem Zelt Nudeln gekocht. Doch beim Krimi lesen fielen mir um 20 Uhr die Augen zu. Wieder zu viel gesehen, neues Land, die Hauptstadt durchquert, die schönen Häuser an der Küste gesehen und die kleinen Städtchen.
In der Nacht hat es geregnet, doch zum Zeltabbau war es wieder trocken und so sollte es auf den 44 schnurgeraden Kilometern nach Vordingborg bleiben. Sie waren allerdings von starkem Seitenwind begleitet und einigen Hügeln. Bin dann in eine Konditorei eingekehrt und habe dort 2 Kaffee mit Wienerbröd bestellt. Habe auch das Internet wieder zum Telefonieren genutzt. Nun sitze ich nach 87 km im Café Victoria in Maribo und habe so mein Minimalziel für heute erreicht.
Auf dem Weg über die 153, wo dann der Seitenwind immer mehr zum Gegenwind wurde, habe ich in Gulborg Nudeln mit Pesto gekauft und 8 km später auf einem Rastplatz zubereitet. So konnte ich gut gestärkt weiter gegen den Gegenwind kämpfen. Ich werde hier noch etwas ausruhen und dann noch etwas weiter Richtung der Fähre von Tars nach Svendborg radeln und mir vorher einen Zeltplatz suchen. Ein deutsches Pärchen mit Kind, welches ich zuvor am Supermarkt bei meinem Nudelkauf getroffen hatte sagte mir, das es hier auch freie Zeltplätze gibt, teilweise sogar mit Shelter. Habe ich aber noch keinen gefunden.
Ich bin froh, dass heute die Wettervorhersage mit zeitweiligem Regen nicht eingetroffen ist. So sitze ich nun vergnügt in der Sonne mit meinem vorab Zielbier. Auf der Strecke nach Kopenhagen trifft man wieder viele Reiseradler, wie schon die erwähnten Deutschen habe ich noch Holländer und einen Polen getroffen und viele andere, die ich nicht angesprochen habe, so ist man nie alleine.
Noch 2 Fähren und die Stunden im Ausland sind gezählt und die erste Aktion ist sich wieder bei der Krankenkasse anzumelden.
Doch Dänemark ist noch ein schöner Abstecher gewesen, solange man wild im Zelt übernachtet. Habe mit einem weiteren deutschen Pärchen vor dem Supermarkt gesprochen die Tagesradtouren machten und schon für ein normales Bed & Breakfast in einer einfachen Pension 100 D-Kronen bezahlten also fast 125 Euro.
Nach weiteren 15 km Richtung der ersten Fähre bin ich in einen Waldweg abgebogen und er wurde immer dichter und da habe ich im noch dichteren Dickicht als Tags zuvor mein Zelt aufgebaut.
Hier war es recht früh dunkel und am Morgen kaum Sonne durch das dichte Gestrüpp, doch ich habe es geschafft, um viertel vor sieben auf dem Rad zu sitzen.
Aus den 19 km zur Fähre wurden 24 km, denn 15 km vorher war die Nationalstraße 9 für Fahrräder gesperrt und wurden auf einen Umweg geschickt. Schön aber länger. Da frage ich mich wieder, warum baut man bei solchen neuen Straßen nicht gleich einen Radweg mit? Genau dieser Umweg hat mich die Fahrt mit einer Fähre früher gekostet, ich konnte sie noch ablegen sehen. So musste ich eine Stunde warten und sie kostete 90 DK. Auf der Fähre habe ich mir eine Bank auf dem Sonnendeck gesucht und mich lang gemacht. Dort 45 Minuten gedöst. Danach ging es noch über 3 Brücken bis nach Svendenborg immer gegen den Wind. Ich hätte kotzen können, smile. Auch war keine neue Gaskartusche zu finden. So ist das kochen für heute wieder eingestellt. Ich war froh das ich gestern meine Nudeln, vor dem Zelt, noch durch weiteres ziehen lassen im Wasser gar bekommen habe.
In Sendenborg habe ich erst gemerkt das ich die ganze Zeit auf dem Ostseeradweg unterwegs war und so wusste ich, dass das ganze Wasser was ich gesehen habe Ostseewasser war. Bin ihm aber nicht die ganze Zeit gefolgt da er jede Bucht umrundete. Das letzte Stück bin ich der 44 nach Faarborg gefolgt und sitze nun auf dem schönen Marktplatz beim Thailänder Bed Bronden. Der mich bediente war aus Bangkok und kannte alle meine besuchten Orte in Thailand. Ich werde hier noch etwas verweilen und dann doch vielleicht noch die zweite Fähre nehmen, um Morgen nicht 80, sondern nur noch 60 Kilometer bis Flensburg zu haben. Ich habe es noch bis zur Fähre geschafft und sitze auf dem Sonnendeck, windgeschützt und genieße die letzte Schiffsfahrt nach einem Schnitze an Board. Nun fehlt nur noch ein Platz nach der 50 minütigen Schiffspassage. Es ist schon später Nachmittag. Gezeltet habe ich wieder in einem Wäldchen, heute mal nicht so dichtes Gestrüpp. Für morgen steht der letzte Grenzübertritt bevor.
Am Morgen waren es noch 47 km bis zur Grenze, teilweise über den Ostseeradweg sonst über die 8 oder die 401. Eigentlich wollte ich noch in eine Konditorei in Dänemark um meine Kronen zu verpulvern, doch in der einen, die ich fand musste man Nümmerchen ziehen. Bin dann weiter zur grünen Grenze am Wasser. Hier machte der Ostseeradweg noch echte Eskapaden. Einmal über tiefen losen Splitt steil bergauf und gleich wieder steil bergab über den gleichen Splitt. Kaum zu glauben. Durch den Wald ging es zu einer kleinen Brücke über einen Bach. Sie war für Fahrräder gesperrt. Es war die Grenze. Ich habe das Schild ignoriert und war nach 553 Tagen wieder zurück in Deutschland.

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