Berichte Cusco - Grenze Bolivien
Vom 08.Juni 2016 – 18.Juni 2016; 11 Tage

Gesamt Peru: 2387 km; Höhenmeter: 29.443 m; 54Tage; Gesamt 2014/2015/2016: 22.901 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 08.Juni 2016 – 12.Juni 2016 Tag 103 (542) - Tag 107 (546)

#Vom 13.Juni 2016 – 16.Juni 2016 Tag 108 (547) - Tag 112 (551)
#Vom 17.Juni 2016 – 18.Juni 2016 Tag 112 (551) - Tag 113 (552)

#Fotos Cusco-Puno:
#Fotos Puno-Grenze Bolivien:


Vom 08.Juni 2016 – 12.Juni 2016 Tag 103 (542) - Tag 107 (546)
Etappe Cusco - Puno 392 km Rad; 11 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5738 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
08.06.16 81,04 16,45 52.26 678 Cusipata
09.06.16 85,05 13,28 44,51 837 Occabamba
10.06.16 86,73 14,07 38,84 529 Ayaviri
11.06.16 94,88 17,57 42,68 188 Juliaca
12.06.16 44,73 15,12 41,06 218 Puno

Es ging neben dauernd stoppenden Bussen und hupenden Taxis in nicht Katalysator gereinigter Luft hinaus aus Cusco. Noch 30 km bergab zum Rio Urubamba oder in Qetchua Rio Vilcanota der zum Machu Picchu fliest. Unterwegs gab es wieder jede Menge zu bestaunen. Die Route führte entlang der Laguna Huacarpay und der Laguna Uros. In dem klaren Wasser spiegelte sich die herrliche Bergwelt. Ebenso kam ich noch an der Inkastätte Pikillaqta vorbei, einer massiven Mauer auf einem Bergkamm den ich mit 100 Höhenmetern überwinden musste.
Nach 80 km machte ich schon um 13Uhr in Cusipata Schluss. So konnte ich in aller Ruhe das Dorfleben genießen. Ein kleiner Rundgang nach dem Mittagessen und Abends noch Pata y Tallarin an der Straßenecke. Nun sitze ich im Hostal und warte auf das Fußballspiel Brasilien – Haiti 7-1 danach Schlafen.
Heute saß ich schon vor 7 Uhr im Sattel und ich folgte weiter dem Rio Vilcanota und der Bahnlinie Cusco Antiquera. Es ging mal mehr und mal weniger Bergan. Die Landschaft war immer
noch bergig, nur was auffiel war, dass die Häuser immer mehr aus Lehm bestanden. Häuser aus Ziegel und Beton waren kaum noch zu sehen. Nach 40 km erreichte ich den Inkatempel Wiracocha und damit den Argeologig Paque von Raqchi. Ebenfalls ein riesige Anlage bestehend aus dem großen Tempel mit Säulenhalle. Eine Säule war noch komplett erhalten. Dann der Komplex der großen und kleinen Wohnhäuser und der Komplex runden Aufbewahrungsgebäuden. Die Ausmaße waren kaum auszumachen, da ein Teil der Anlage noch nicht wiederhergestellt war. Im hinteren Bereich war noch ein Inkabad. Gut das ich den Stopp eingelegt hatte, es war sehr impossant.
Weiter ging es nach Sicuani und Marangoani, hier wollte ich eigentlich ein Hostal beziehen, aber beide hatten zu oder wollten mich nicht. So bin ich noch 15 km weiter bergauf geradelt als ich einen Basket- / Fussballcourt sah. Das war mein Zeltplatz. Ich fragte die anwesenden Leute und sie nickten. Sie waren bei der Getreideernte, mit Sieben wurde das Getreide bearbeiteten. Ich machte mir noch Nudeln mit Soße, nach langer Zeit mal wieder selbst gekocht.
Dann war die Sonne weg und es wurde gleich kalt. So verzog ich mich in mein Zelt und hoffte, das keiner mehr aus Occabamba Ballspiel betreiben wollte. Aber es war ja klar das die Jungs aus dem Dorf noch kommen und verwundert waren, das in ihrem Tor ein Zelt stand. Aber mit drei Jungs war das Zelt schnell verschoben und das Spiel konnte beginnen. Doch um 18:30 Uhr war es stock finster und das Spiel war aus. Buenas Noche!
Morgens war es wieder 0 Grad auf 3927 m doch trocken und ich konnte mein Zelt mal nicht nass einpacken.
Die letzten 17 km zum Abra La Raya 4338 m in Angriff nehmen. Die Berge hatten weiße Häubchen an. Nach der Passage des Passes hatte ich den Altiplano erreicht. Weite Ebene mit Weideland für Kuh-, Lama-, Alpaca-Herden. Dazwischen der ein oder andere See. Wenige Orte aber viele einzelne Bauernhöfe.
Nach den engen Tälern der letzten Wochen mal eine ganz andere Landschaft. Leider kam der Wind auf den langen Geraden die die Ebene durchzogen aus der falschen Richtung. Doch es ging trotzdem gut voran, denn es war endlich mal flach. In Santa Rosa machte ich Mittagspause bevor es nach Ayaviri ging. Ausser der neuen Landschaft war nichts Besonderes.
In Ayaviri gabs eine große Kirche am zentralen Platz, sonst die üblichen Geschäfte. Nach dem Abendessen bin ich noch in eine Cervezaria eingekehrt und habe diesmal aber an keinem Trinkspiel teilgenommen, sondern mein Trujillo Bier alleine getrunken und den anderen zugeschaut. Nach shopen von Pan und Inca Kola bin ich aufs Zimmer zum relaxen.
Heute die erste Flachetappe nach gefühlten Jahren, nur 188 Höhenmeter auf 95 km. Das hat Spaß gemacht, und das weite Land des Altiplano zog an mir vorbei. Der Rio Santa Rosa schlängelte sich ebenfalls durch die Ebene und war immer mal wieder neben der Straße zu sehen. Beim Start in Ayaviri am Morgen waren es -4 Grad, doch die Kälte war nicht unangenehm, denn es war trocken. Vorbei an der prähistorischen Inkastätte von Pukara führte der Weg meist geradeaus durch den ein oder anderen Knick unterbrochen. Immer wieder streiften kleine Herden von Alpacas und Lamas durch die Ebene. Die letzten 25km bin ich zusammen mit 2 Kolumbianern geradelt, der eine konnte sogar Deutsch, denn er war 2 Jahre in München gewesen. In Juliaca angekommen buchte ich gleich die Unterkunft in Puno für den nächsten Tag. Das es nur noch 45 km sind, werde ich wohl pünktlich zum EM-Spiel Deutschland – Ukraine am Ziel in Puno sein.
45 km, ein Berg und ich war in Puno am Titicaca-See. Unterwegs begegneten mir noch 2 aus Uruguay die mit dem Rad nach Cusco unterwegs waren und ein Paar aus Brasilien die schon 5 Monate unterwegs waren. Und ich habe mal wieder 4 Tage Urlaub am Titicaca-See in Puno.
Der heutige Berg war prima denn nur so hatte ich einen Blick auf den riesigen See, seine Fläche ist etwa 15,5 mal so groß wie die des Bodensees und ist damit der größte Südamerikas auf einer Höhe von 3812 m gelegen. Ebenso war der Blick frei über Puno mit 118.000 Einwohnern. Puno hatte ich mir eigentlich in der Ebene vorgestellt, doch die Stadt schmiegte sich an die Berghänge einer Bucht des Sees. Die Umgebung gefällt mir ganz gut wie auch die Unterkunft. Ich sitze gerade vor meinem Zimmer auf dem Balkon in der Sonne mit Blick auf die Häuser an den Berghängen und den kleinen Garten, der See ist nur wenig zu sehen. Gleich geht’s zum EM Auftakt der Deutschen Mannschaft und sonst wird relaxt.
Nach einigem suchen habe ich dann eine Kneipe gefunden die das Spiel zeigte. Nach und nach kamen immer mehr Deutsche. Es war für die Deutschen ein guter Start in die EM und so werde ich wohl einen Tag länger in Puno bleiben um das Spiel gegen Polen zu sehen. Auch Peru darf sich freuen, sie haben das letzte Gruppenspiel gegen Brasilien 1-0 gewonnen und sind damit als Gruppensieger weiter und Brasilien ist ausgeschieden.


Fotos Cusco-Puno:


Vom 13.Juni 2016 – 16.Juni 2016 Tag 108 (547) - Tag 112 (551)
Aufenthalt in Puno 0 km Rad; 14 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5688 km

Erster Tag in Puno. Am Morgen nach dem Frühstück habe ich erstmal meine Ausflüge organisiert, Dienstag geht’s auf die Inseln und am Mittwoch nach Sillustani zu den Grabtürmen der Inkas. Anschließend habe ich eine Wanderung durch Puno gemacht, zum Hafen und der Promenade am Titicaca-See und durch die Stadt zurück über den Parque Pino mit der Kirche San Juan und dem Plaza de Armas mit der Kathedrale. In der Bar Pacha gabs noch Omelette beim Spiel Irland-Schweden. Auf dem Rückweg zur Unterkunft habe ich noch Brötchen gekauft und es mir in der Unterkunft gemütlich gemacht.
Am Abend bin ich nochmal zum Zentralen Platz gelaufen, dort spielte eine Musikkapelle Musikstücke aus dem nördlichen Peru. Dies erzählte mir mein Banknachbar der auf einer der Inseln im Titicaca-See lebt. Er ist dabei englisch zu lernen und so konnten wir uns ganz gut unterhalten. Er bot mir sogar an ihn und seine Familie zu besuchen.
Am zweiten Tag in Puno stand die Inseltour auf dem Programm. Mit dem Minibus ging es von der Unterkunft zum Hafen und auf eins der Speedboote welches ich gar nicht gebucht hatte. Aber egal so war ich 2 Stunden länger auf der Insel. Mit 28 Leuten und einem netten und lustigen Guide fuhren wir zuerst zu den schwimmenden Inseln der Uros. Die Inseln sind auf Schilf gebaut und mir einem Anker befestigt, sonst würden sie Richtung Bolivien abtreiben. Die Uros leben auf diesen Inseln, früher vom Fischfang heute mehr vom Tourismus. Sie ernähren sich hauptsächlich von dem inneren der Schilfpflanze. Jedes Touristenboot schnappte sich eine der kleinen Inseln bestehend aus 5-10 Wohnhäusern aus Schilf. Wir bekamen erklärt wie die Inseln entstehen und durften mit einer Familie Ihr Haus betreten. Es war sehr nett, auch wenn es ziemlich touristisch war. Unsere Tour führte uns nun mit dem Boot weiter durchs Schilf hinaus auf den Titicaca-See zur Insel Taquile. Mittlerweile hatte es sich ein Grüppchen auf dem Sonnendeck (Ladefläche) gemütlich gemacht, so auch ich. Von hier die grüne Küste und den tiefblauen Titicaca-See zu erleben war fantastisch.
Wir legten an einem Steinsteg, direkt an einem Sandstrand gelegen, an. Die Bucht wäre ideal zum Baden geeignet, doch die Wassertemperatur von 5-10 Grad lädt nicht dazu ein. Wir durften uns hier 15 Minuten aufhalten bevor wir uns auf einen Spaziergang über die Insel machten. Taquile hat etwa 1.700 quechuasprachige Einwohner und sie ist etwa 5,5 km lang und bis zu 1,6 km breit. Der höchste Punkt liegt bei 4.050 m. Auf halber Strecke unseres Spaziergangs waren wir zu Besuch bei einer einheimischen Familie. Uns wurde einiges über ihr Leben erzählt, so auch das der Mann einen Gürtel gewebt von dem Haar seiner Frau trägt.
Oder auch das jede Familie nur einem Gewerbe nachgehen darf, wie bei unserer Familie das Gewerbe der Handarbeit, also das Weben von diversen Kleidungsstücken. Unser Mittagessen wurde ebenfalls von der Familie serviert mit tollem Blick auf den See.
Gut gestärkt wanderten wir zurück zum Boot am anderen Ende der Insel. Die Ausblicke auf den See, auf die Landschaft und Richtung Bolivien waren echt toll. Auf der Rückfahrt versammelte sich wieder eine Gruppe auf der Sonnigen Ladefläche. Nette Schweizer und andere Nationalitäten fanden sich ein.
Nach Rückkehr lies ich mich im Zentrum von Puno absetzen um noch etwas einzukaufen und an einem Essensstand für 3,50 Sole (1 Euro) einen Hamburger zu essen. Dann habe ich auf dem Zimmer relaxt.
Der dritte Tag in Puno war wieder von der Inkas und ihren Vorfahren geprägt. Am Nachmittag nahm ich an der Tour nach Sillustani teil. Wieder wurde man an der Unterkunft abgeholt und machte eine Rundfahrt durch die Stadt, denn die Anderen wurden ebenfalls an diversen Hotels abgeholt und dann ging es hinaus aus Puno über die Straße die ich schon mit dem Rad gekommen war. Nach dem Abzweig nach Sillustani fuhren wir vorbei an kleinen Bauernhöfen bis zum Parkplatz an einer wunderschönen Lagune. Es waren sogar Flammingos zu sehen und auf dem Hügel standen die Grabtürme aus verschiedenen Epochen. Diese werden Chullpas genannt. Doch erst spazierten wir über die von Souvenirständen gesäumte Zufahrtsstraße und erblickten auf der anderen Seite des Hügels die riesige Laguna Umayo. In mitten des Sees war das Plato eines erloschenen Vulkans zu sehen. Schon alleine für die Landschaft hatte sich der Ausflug gelohnt. Ich glaube das macht Peru aus, die grandiose Kombination aus Naturlandschaft und den Kulturellen Stätten. Später wurde die Umgebung noch in besonderes Licht der untergehenden Sonne getaucht.
Die Grabtürme stammen aus der Tiahuanaco bist zur Inkakultur und dienten als Mausoleum für höhergestellte Menschen der Zeit. In ihnen wurden mehrere Mumien in hockender Position bestattet. Die Mumien und Grabbeigaben sind im Museo Carlos Dreyer in Puno zu bewundern. Es sind über 100 Türme, doch nicht mehr viele sind erhalten. Aber jene die zusehen sind, sind sehr imposant in dieser Umgebung. Die Inka hatten wohl ein Faible für besondere Plätze ihrer Stätten.
Am letzten Tag in Puno habe ich wieder gemütlich gefrühstückt bei Kaffee, Fruchtsaft, Rührei, Marmelade, Butter und Brot. Anschließend habe ich im Garten Bericht getippt und Deutschland per Skype kontaktiert. Nun werde ich noch ins Museo Carlos Dreyer zu den Mumien gehen und dann hoffe ich einen Sieg der Deutschen Mannschaft feiern zu dürfen.


Vom 17.Juni 2016 – 18.Juni 2016 Tag 112 (551) - Tag 113 (552)
Etappe Puno – Grenze Bolivien 135 km Rad; 5 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5873 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
17.06.16 80,78 17,18 49,82 276 Juli
18.06.16 62,72 13,91 54,85 447 Cobacabana

Nach dem Frühstück, ging es raus aus Puno die ersten 12 km entlang des Titicaca-See, danach wurde eine Halbinsel überquert und man war wieder zurück am See der in der Sonne glitzerte. Unterwegs traf ich eine Familie mit 3 Kindern auf 2 monatiger Radtour von Chile nach Lima in Peru. Hut ab vor den Kindern die ich auf 8–10 Jahre schätzte.
Zu meinem heutigen Ziel Juli musste ich noch etwas hinauf. Ein netter Ort mit vielen Kirchen und tollem Blick auf den See. Nach meinem einstündigen Rundgang machte ich es mir neben dem Hostal vor einem Shop gemütlich und genoss die Abendsonne an meinem letzten Abend in Peru, den morgen habe ich nur noch 50 km bis zur bolivianischen Grenze.
Heute die Abschiedstour nach 56 Tagen in Peru, mit einem weinenden Auge, denn es war echt fantastisch in Peru, die Menschen, die Landschaft, die Kultur der Inka und der vor Inkazeit, die Fiestas die ich alle mit erleben durfte und so weiter. Mein Fazit: Man sollte auf jeden Fall Peru besucht haben.
Doch das nicht weinende Auge freut sich schon auf ein neues Land. Dieses erreichte ich in Kasani. Letzte Aktion war das Abholen des Ausreisestempels im Migrationsoffice Peru.


Fotos Puno - Grenze Bolivien:

 

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