Berichte Trujillo - Huancayo
Vom 26.April 2016 – 19.Mai 2016; 24 Tage

Gesamt Peru: 1011 km; Höhenmeter: 12.491 m; Gesamt 2014/2015/2016: 21.566 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 26.April 2016 – 28.April 2016 Tag 60 (499) - Tag 62 (501)
#Vom 29.April 2016 – 05.Mai 2016 Tag 63 (502) - Tag 69 (508)
#Vom 06.Mai 2016 – 10.Mai 2016 Tag 70 (509) - Tag 74 (513)
#Vom 11.Mai 2016 – 19.Mai 2016 Tag 75 (514) - Tag 84 (523)


Vom 26.April 2016 – 28.April 2016 Tag 60 (499) - Tag 62 (501)
Lissabon Flughafen – Madrid – Lima - Trujillo 10 km Rad; 24 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 3537 km
Auf nach Peru! Erstmal 6 km gerade aus zum Airport Lisboa, alles läuft am Schnürchen, angekommen, Rad verpacken lassen, warten auf Check-in, doch hier war das Schnürchen zu Ende, denn die Dame am Schalter meinte das ich einen Ausreisebeleg für Peru brauche. Ich war nicht davon überzeugt aber sie war nach der Vorschrift an ihrem PC dazu angewiesen. Sie wollte mich ohne dies nicht mitfliegen lassen. Also was anderes machen als in ein Reisebüro zu hetzen und einen günstigen Flug von Cuzco nach La Paz buchen und das eine Stunde vor Abflug. Doch das war die einzigste Möglichkeit mitzufliegen. Eine Stunde später war ich in Madrid mit 5 Stunden Aufenthalt. So bin ich zum Burger King und habe mich gestärkt denn auf dem Flug gab es nur Essen gegen Bares. Ich nutzte die Zeit endlich mal meine Notizen von Portugal zu tippen und war nun entspannt denn ich hatte nun ein gutes Gefühl für den weiteren Verlauf des Fluges, aber es ist immer stressig, denn irgendwas passt immer nicht. Im Flug nach Lima gings gleich weiter mit Gedanken machen, es gab 2 Formulare für die Einreise nach Peru. Das erste zur Immigration, hierzu meine Gedanken: Werden sie wohl nun meine Aufenthaltsdauer von meinem gebuchten Flug nach La Paz abhängig machen also nur 30 Tage? Zweites Formular war für den Zoll, auf der Rückseite war beschrieben was unverzollt eingeführt werden darf. 2 Fotoapparate, 1 Videocam, 20CDs 4 SD-Karten und schon ratterte es bei mir, du hast mindestens 15, angeben oder nicht? Ich gabs nicht an und die Gedanken waren alle wieder für die Katz, auch das Flugbuchen war nicht nötig. Der Passkontrolleur in Lima fragte nur wie lange ich bleibe. Ich sagte 70 Tage, er stempelte 90 Tage. Alles super, da konnte mich auch das Delay beim letzten Flug nach Trujillo nicht mehr schocken. Der Grund war schlechter Sicht am Zielflughafen. Auf dem Flug hatte ich eine super nette Peruanerin neben mir. Sie lebt jetzt in den USA und erzählte mir viel über ihre Heimatstadt Trujillo und Peru. Sie zwang mich sogar ihren Fensterplatz einzunehmen. Anfangs war die Küste zu sehen und dann kam die schlechte Sicht mit dicken Wolken. Beim Landeanflug tauchte die Maschine kurz vor Bodenkontakt aus den Wolken auf. So muß es sein wenn man ins Meer stürzte denn unter der Maschine sah man das Meer in gefühlten 20m Abstand, doch dann kam die Landebahn. Erleichterung. Ich war am Ziel meines Südamerika Starts.
Am Miniterminal von Trujillo gab es nur ein Gepäckband und das füllte auch schon das ganze Terminal aus. Mein Fahrrad konnte ich gleich vom Rollfeld mitnehmen. Irgendwas wollte dann noch der Polizeichef aber meine Platznachbarin vermittelte, denn ich konnte das Englisch des Polizisten nicht wirklich verstehen. Vor der Tür des Terminals baute ich mein Rad zusammen, wie gesagt innen war kein Platzt. Unterstützt wurde ich noch mit einer Schere von der Autovermietung um die Verpackungsfolie von Rad und Taschen zu entfernen. Fertig!
Als ich dann los radelte übermannten mich die Gefühle vor Glück! Ich war tatsächlich mit dem Rad auf schlechten Straßen, neben hupenden Taxis und alten Autos unterwegs. Auf er Panamericana Im Hintergrund schon hohe Berge zu sehen. Die Gefühle waren überwältigend. Dies ging beim ersten Rundgang durch Trujillo am Abend weiter, schöne Kolonialbauten in schönen bunten Farben, ich war einfach nur begeistert. In der Bar Enkanta trank ich mein erstes peruanisches Bier, Cerveza Pilsen Trujillo, in der 620ml Düse. Überlege ob ich morgen auf Touriprogramm gehen sollte. Full Day Tour: Campino de Moche, Museos Huacas (Tempel) de Moche, Huacas del Sol y la Luna, Huacas Arco Iris, Chan Chan Palaco NIK-KAN, Beach Huanchaco. Am Abend habe ich noch gebucht.
Nach gutem Schlaf bin ich zum Startpunkt gelaufen, der Minibus stand schon bereit und bald kam auch Dali die Reiseleiterin. Wir holten noch ein Pärchen aus Costa Rica ab und starteten mit dem Moche Tempel im Westen von Trujillo vorbei gings am Sonnentempel Huaca del Sol der noch nicht zu besichtigen ist. Am Mondtempel Huaca del Luna besuchten wir erst das Museum, wo die Artefakte ausgestellt waren die in der Tempelanlage gefunden wurden. Danach zu Tempel selbst. Er besteht aus 5 Stufen die innerhalb von 500 Jahren entstanden, alle 100 Jahre eine. Da der neue Tempel immer wieder auf dem alten errichtet wurde und etwas größer entstand eine Invertierte Pyramide. Ich war von der Größe und Ausstattung begeistert, es war fast mit Ägypten gleich zusetzten und das am ersten Tag in Peru zu erleben war einfach klasse. Der Tempel ist aus der Mochekultur aus dem Jahre 200-800. Zuerst bekamen wir die Außenmauer zu Gesicht. 7 stufig mit einer hinauf führenden Rampe auf er die Opfer gebracht wurden. Sie war mit Ornamenten von Figuren und Tieren versehen, teils noch in Farbe. Danach gings ins Innere und einige der 5 Stufen waren freigelegt. Zusehen waren die Symbole der Mochekultur. Beeindruckend! Ebenfalls hatte man von der obersten Ebene einen tollen Blick auf die 1 Millionen Stadt Trujillo und den Huaca del Sol.
Nach ca. 2 Stunden fuhren wir zum Mittagessen zurück nach Trujillo in ein Restaurant. Auf dem Weg bekam ich von dem Paar aus Costa Rica noch einen Schluck Chilenischen Wein angeboten. Lecker Chile kann kommen. Im Restaurant gab es natürlich typisch für Peru Kartoffeln, als Vorspeise mit grüner Minzsose und als Hauptgericht mit gelber Hühnersose. Verhungern werde ich hier nicht. Gut gestärkt setzten wir die Tour am Huaca Arco Iris fort, er wird auch Regenbogentempel genannt und gehört schon zum Komplex von Chan Chan aus der Chimu Kultur, die der Mochekultur folgte. Der größte war jedoch der NIK-KAN Palast der von eine 12 m hohen Mauer umgeben war, heute sind noch ca. 7 m erhalten. Die Ausmaße sind schwer zu beschreiben. Im Inneren immer wieder Ornamente verschiedener Tiere zu sehen und kleine Nischen wo mal Statuen standen. Ich war sehr beeindruckt von der Besichtigung. Zum Abschluss fuhren wir noch zum Strand über den ich eingeflogen war. 30 Minuten Stopp. Die Surfer hatten Spaß auf den 4-5 Meter hohen Wellen. Ein toller Tag! Tolle Gruppe! Tolle Reiseleitung! Darauf gönnte ich mir noch ein Trujillo Pils in einem Café im Innenhof eines Colonialhauses. Der Name Van Goch der Inhaber natürlich Holländer.
Am Morgen nutzte ich noch die Eintrittskarte von Chan Chan und Besichtigte noch den Huaca Esmeralda ca. 2,7 km von der Unterkunft entfernt. Der Weg führte mich durch die Außenbezirke von Trujillo. Auf dem Rückweg besichtigte ich noch eine Markthalle mit dem alltäglichen Treiben. Es hingen aufgeschlitzte Hühner am Galgen. Alle Innereien waren zu sehen. Nebenan wurden Schuhe verkauft oder Obst und Gemüse. Es gab auch Essenstände wo ich mich an einem niederließ Es gab Nudeln mit Kartoffeln und Fleischsose und das für umgerechnet 80 Cent. Zurück in der Unterkunft Telefonat mit der Heimat und ich konnte mich doch noch zur Radpflege aufraffen. Ölwechsel an der Schaltung und neue Bremsbeläge. Danach ab in die Stadt. Heute war glaube ich Zeugnisausgabe. Die Gesamte Stadt war voll Schüler die Urkunden in der Hand hatten. Auch in den Universitäten war Abschlusstag. In einem Restaurant ließ ich mich nieder um Tagebuch zu tippen. Genieße noch den Tag bevor es morgen weiter geht.


Vom 29.April 2016 – 05.Mai 2016 Tag 63 (502) - Tag 69 (508)
Trujillo - Huaraz km Rad; 315 km zu Fuß 25 km, Gesamtkilometer: 3851 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
29.04.16 110,11 14,63 46,15 975 Tanguche
30.04.16 81,93 11,19 40,29 1426 Yuramarca
01.05.16 66,53 10,04 45,21 1408 Yungay
02.05.16 55,82 12,25 53,33 919 Huaraz

Früh am Morgen ging es auf die Panamericana Richtung Süden. Es war Frühstart angesagt wegen der Mittagshitze aber auch weil es um 6Uhr schon hell ist und schon gegen 18Uhr dunkel wird. Die Panamericana ist eine normale zweispurige Straße die aber auf 4 spuren ausgebaut wird. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Nach 50 km habe ich sie dann aber schon verlassen und bin einer Offroadpiste über einen kleinen Pass zum Rio Santa gefolgt. Schlimmer als die Piste war die Sonne und Hitze, über 40 Grad und kein Schatten. So machte ich ersten Stopp am Kontrollhäuschen zur Offroadpiste und bekam gleich ein Stück Melone von den zwei Kontrolleuren. Den zweiten machte ich an einem kleinen Unterstand an einem Platz wo Material für den Straßenbau abgeholt wird. Nach dem Pass war ein Stück neue Straße gebaut und so konnte ich die Abfahrt genießen. Doch ein Foto mit den Straßenarbeitern musste noch gemacht werden. Am Rio Santa besorgte ich mir in Tanguche noch Wasser, was nicht so einfach war denn einen zu erkennenden Shop gab es nicht so fragte ich mich durch bis ich einem Tuk-Tuk Fahrer folgte der mich zu sich führte und mir eine Flasche Wasser verkaufte. Ob er eine Shop hatte oder es privat war konnte ich nicht erkennen. Ich war nur froh Wasser zu haben. Kurz später schlug ich mein Zelt oberhalb des Rio Santa auf, schön ruhig und viele Sterne inklusive Milchstraße waren zu sehen.
Am nächsten Morgen hatte ich noch 10 km Offroad vor mir bis ich den Checkpoint am Ende dieser Straße erreichte. Im Schatten machte ich eine kleine Pause und es mussten wieder Fotos gemacht werden. Im nächsten Ort, ehemalige Bahnstadion kehrte ich zum Essen ein, es gab Huhn mit Reis und Kartoffeln. Zufällig stolperte noch ein Reiseradler in das Lokal, der von einer anderen Straße aus den Bergen kam. Wir fuhren ab hier die gleiche Richtung und trafen uns unterwegs immer wieder. Gemeinsames radeln war nicht immer möglich da wir ein unterschiedliches Tempo hatten.
Das Tal des Rio Santa war atemberaubend, gute Entscheidung in Trujillo zu starten. Auch wenn die Straße nach einiger Zeit wieder eine Schotterpiste war, war es die Mühe wert dieses Tal zu durchfahren. Es ging immer wieder durch Tunnel und unter Felsüberhängen hindurch, der brausende Rio Santa in der Tiefe. Die Landschaft ist kaum zu beschreiben, einige Male blitzte schon ein Gipfel der Codillera Blanca hervor. In Yuramarca saß der südafrikanische Reiseradler mit einem Bier vor einem kleinen Laden, ich gesellte mich hinzu und wir beschlossen gemeinsam zu Zelten. Wir sind zum zentralen Platz des Dorfes geradelt nochmal 80 m höher, zum Glück schoben mich die Kinder aus dem Ort hinauf und hatten Spaß dabei. Unser Zelt schlugen wir im zweistöckigem Pavillon auf dem Dorfplatz auf. Doch Ruhe fanden wir erst um 3Uhr als die letzten Bewohner den Platz verlassen hatten.
Ich startete früh um der Sonne zu entgehen. Zuerst mal wieder runter zum Rio Santa und wieder hinauf nach Huallanca. Hier fing auch endlich wieder die Asphaltstraße an und war zugleich der Einstieg in die Entenschlucht oder Canyon del Pato. Der Rio Santa hat hier eine wahnsinnige Schlucht geschaffen, mit Wasserfällen an den Seitenhängen und wieder ein Tunnel nach dem anderen, einfach nur in den Fels gehauen. Nach dem Canyon wurde das Tal wieder ein wenig breiter und auf 2500 m war Platz für einen Ort namens Yungas. Hier trennten sich die Wege von meinem Begleiter aus Südafrika, er wollte die Codillera Blanca überqueren. Ich quartierte mich in einem günstigen Hotel ein und freute mich nach 3 Tagen Staub auf eine Dusche. Im Hotel war noch ein Paar aus England, die schon 5 Monate mit dem Motorrad in Südamerika unterwegs waren. Wir tauschten uns über diverse Routen aus. Anschließend machte ich noch einen Rundgang durch den Ort über den Markt und zum Essen.
Nach gutem Schlaf startete ich um 6 Uhr. Beim Einhängen der vorderen Gepäcktasche bemerkte ich das der Träger gebrochen war, so hielt ich meine Augen nach einer Schlosserei offen. So fand ich bald eine OpenAir Werkstatt. Ruck zuck war der Träger geschweißt und alles war wieder gut. Da bin ich froh das ich ein Rad komplett aus Stahl habe.
Im gleichen Ort habe ich auch meine Frühstückspause eingelegt. 2 Eier, 2 Kartoffel mit lecker Soße und noch eine gefüllte Kartoffel zum Abschluss. An der Straßenküche war ich nur von Peruanern und Peruanerinnen umgeben, allein der für Peru typischen Kleidung, die Frauen mit Hut.
Ich kämpfte mich immer weiter Berg auf bis ich Huaraz auf 3100 m erreichte. Bisher hatte ich noch keine Probleme mit der Höhe, in den Alpen fiel mir das radeln schon bei 1500 m schwerer. Auf dem Weg nach Huaraz waren immer wieder grandiose Ausblicke auf die über 6000 m hohen Gipfel der Codillera Blanca gegen über die Gipfel der Codillera Negra erschienen nur als Hügel.
Als ich in die Stadt Huaraz einfuhr war die Hauptstraße gesperrt und ich sah das Bilder mit christlichen Symbolen aus Sand, Kalk, Erde und Blumen auf den Asphalt gemalt wurden. So fragte ich was heute los sei, man sagte: Fiesta Señor de la Soledad 14 Uhr, also wieder nix mit ausruhen. Schnell duschen und ab in die Stadt und ja ich hatte wieder den richtigen Zeitpunkt getroffen eine Stadt zu erreichen. Das Fest war sogar wie ich später feststellte im Lonely Planet erwähnt.
Von tanzenden Musikgruppen zog der gekreuzigte Jesus getragen von ca. 20 Männern durch die Stadt über die Blumenteppiche. An den anliegenden Häusern waren Altäre aufgebaut und die Stadt war voller Menschen. Toll! Ich habe noch an diversen Essensständen halt gemacht immer für 3 Soles und war anschließend satt.
Am nächsten Tag habe ich ersteinmal mein Notebook in Reparatur gebracht, mal wieder die Festplatte defekt, aber ich konnte es am Nachmittag mit neuer Platte und Windows wieder abholen. Die restliche Software konnte ich gleich im Computerladen erledigen. Anschließend habe ich noch einen Trip nach Chavin zum Tempel gebucht ca. 110 km entfernt auf der anderen Seite der Codillera Blanca. Kosten ca.11 Euro. Bin noch durch die Markthallen von Huaraz geschlendert und habe auf den zwischen dem Fleisch hängenden Fernsehern die erste Halbzeit Bayern gegen Atletico Madrid verfolgt. Die zweite Halbzeit habe ich bei Nudeln mit Huhn geschaut. Und jetzt sitze ich bei Lasagne auf einem kleinen Platz und bin auf die morgige Tour gespannt.
Morgens nach dem Frühstück hatte ich noch eine Stunde Zeit und bin so nochmal zu den Markthallen. Die Fischverkäufer boten schon ihre Ware auf einem Hinterhof an, die Metzger bekamen ganze Schweine und Kühe allerdings ohne Kopf und Beine angeliefert. Sie wurden auf einfachen Tischen abgelegt und gleich zerlegt und ich schaute zu. Vor den Markthallen saßen die Frauen in typischer Kleidung und verkauften Gemüse und Kräuter. Ich halte mich hier immer gerne auf wo das normale Leben pulsiert. Nun noch einen Kaffee und los geht es nach Chavin.
Naja erst musste ein neuer Bus her, denn in dem wie saßen war wohl nicht mehr in der Lage die Passstraße über 4516 m zu meistern. Nachdem der Bus und auch die letzten Mitfahrer an Bord waren ging es über Catac zur Laguna Querococha die wir 500 Höhenmeter unterhalb des Scheiteltunnels erreichten. Traumhafte Landschaft. Immerhin ist die Codillera Blanca nach dem Himalaya das zweithöchste Gebirge der Welt. Bilder sagen hier mehr als Text. Nach dem Pass fuhren wir auf einer Schotterpiste wieder hinunter nach Chavin Huanntar zum Tempel. Eine große Anlage, entstanden 800 v.Ch. Und diente zu religiösen Zwecken. Teilweise in der Bautechnik von Machu Pichu erbaut. Das Guideing war nur in Spanisch, so bekam ich nur Brocken mit, z.B. das der Tempel genau an den Himmelsrichtungen ausgerichtet ist und die eine Hälfte mit weißem und die andere mit schwarzem Granit errichtet ist. Zentral befand sich ein Wasserreservat welches an ein unterirdisches Kanalsystem angeschlossen ist. Nun ging es ins Innere, wo hinter einer Glasscheibe wohl das bedeutendste Stück des Tempels zu sehen war. Eine Stehle aus Granit mit Gravuren. Im anderen Teil stiegen wir über Treppen in die Tiefe in ein Labyrinth von Gängen und Galerien. Zum Schluss war an der Außenmauer noch einer der markanten Köpfe zu sehen von dem mal der gesamte Tempel umgeben war. Er weist eine gestaltwandlerisches Aussehen auf. Ich war begeistert von der Tour und der peruanischen Kultur. Nach dem Mittagessen fuhren wir zurück nach Huaraz. Abschluss des Tages fand ich bei meinem Stammessensstand hinter der noch unvollendeten Kathedrale. Ich wurde nach dem dritten Mal erkannt und bevorzugt behandelt. Noch Abschlussbier und einen Frucht Crep im El Rinconcito Minero.
Letzter Tag in Huaraz war ein echter Ruhetag zum Bericht schreiben und Bilder sortieren, gemütlich einen Kaffee trinken und den Abend im El Rinconcito Minero ausklingen lassen.


Fotos Tujillo - Huaraz:


Vom 06.Mai 2016 – 10.Mai 2016 Tag 70 (509) - Tag 74 (513)
HuarazAmarilis km Rad; 325 km zu Fuß 8 km, Gesamtkilometer: 4177 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
06.05.16 80,89 11,86 51,7 1288 Laguna Concocha
07.05.16 77,84 11,05 50,08 1318 vor Huallanca
08.05.16 94,83 11,9 46,67 1159 Chavinillo
09.05.16 71,95 12,48 39,92 587 Amarilis

Adios Huaraz über die Nationalstraße 3 fuhr ich weiter immer langsam höher über Catac bis zur Einkehr in Patchacoto. Hier musste ich mich entscheiden entweder offroad aber kürzer und weniger Höhenmeter oder Asphalt und einen Pass mehr. Ich entschied mich für Asphalt und mehr Infrastruktur. Ich schaffte es am heutigen Tag sogar bis Conococha. Heute erreichte ich das erste Mal die 4000 m mit dem höchste Punkt bei 4156 m. An der Laguna Conococha schlug ich mein Zelt auf 4025 m auf und es war schon merklich kälter. Nachts fiel das Thermometer unter 0 Grad denn als ich morgens aus dem Zelt kam war das ganze Zelt in Raureif gehüllt. Doch in der Nacht habe ich nichts von der Kälte gemerkt obwohl ich den Schlafsack nicht ganz geschlossen hatte.
Am Morgen musste ich noch knapp 300Höhenmeter absolvieren bevor ich die Passhöhe auf 4298 m erreichte. Die Landschaft war traumhaft: Die Berge, die Laguna Conacocha und das tiefe Tal nach dem Pass. Hier musste ich bis auf 3627 m absteigen um gleich wieder hinauf zum Abra Yanashalla auf 4650 m hinauf zu fahren. In Pachapaqui, bereits wieder fast auf 4000 m machte ich Mittagspause. Die letzten Höhenmeter waren hart, doch oben anzukommen überwältigend. Auch der Blick ins nächste Tag, auch wenn ich dabei alle erkämpften Höhenmeter wieder schwinden sah. Die Nationalstraße 3 hat viele Gesichter, super Asphalt, dann wieder zur Schlaglochslalompiste werdend, bei Serpentinen offroad und bei Wasserdurchfahrten davor und dahinter ebenfalls. Ein weiteres Gesicht ist einfach kein Asphalt nur Schotter und Staub, hier freut man sich immer besonders auf jedes Auto. Apropos Auto, die schauen genau so aus wie dir Piste, abgefahrene Reifen und überall zusammengeflickt.
Als ich den nächsten Anstieg nach Huanuco/Amarilis in Angriff nahm, mal wieder auf einer Staubpiste, tauchte plötzlich vor mir 2 Reiseradler aus einer Staubwolke auf. Baske Aitor und Italienerin Evelin. Sie kommen gerade aus Alaska und haben das gleiche Ziel wie ich. Da wie unterschiedliches Tempo fuhren, trafen wir uns immer wieder wenn der ein oder andere Pause machte. Unser heutiges Ziel war Chavanilo. Noch 5 km bald geschafft. Doch als ich um die nächste Kurve bog, sah ich das Ziel aber auch das Tal dazwischen. Also nochmal runter und wieder rauf das Motto Perus. In Chavanilo bezog ich ein Hotel, auch Aitor und Evelin die ankamen als ich zum Essen wollte. Sie fanden auch das dies kein Ort zum Zelten war. 20 Soles ca. 5,5€ mit warmem Wasser zum Duschen. Als ich vom Essen zurückkam war es schon dunkel und kaum Licht im Ort, gruselig wenn man sich vorstellt was alles passieren könnte.
Ich startete früh am nächsten Morgen denn ich wollte unbedingt Amarilis für einen Ruhetag erreichen, denn mich plagte etwas Durchfall. Auf dem Weg nach oben machte ich noch eine Kaffeepause und traf auch die anderen Beiden wieder. Unser Weg kreuzte sich noch oft am heutigen Tag. Zur Landschaft schreibe ich nichts mehr sie ist … Und dann oben Freu! 55Km Abfahrt Freu! Doch es sollte nicht so schön beginnen. Man sah dichte Nebelschwaden über die Passhöhe in 3989 m ziehen. So zog ich nach langer Zeit mal wieder Regensachen gegen Kälte und Feuchtigkeit an. Doch 300 Höhenmeter tiefer tauchte ich wie ein Flugzeug aus der Wolkendecke auf und es war wieder klare Sicht auf das nicht enden wollende Tal nach unten. Eine Abfahrt von 2100 Höhenmeter über die N3 die wieder all ihre Gesichter zeigte. Man hätte gut in knapp 2 Stunden unten sein können doch ich brauchte für die vielen Gesichter fast vier Stunden. Bei einer Bananenpause an einem kleinen Shop versuchten wir ein Gespräch woher und wohin und anderes. Ältere Männer wollen einem immer gerne die Hand geben. Gringo aber auch GRINGO ist oft zu hören von Kindern aber auch Erwachsenen. Dies bedeutet für Peruaner aber auch Bolivianer Fremder oder Hellhäutiger und muss nicht immer abwertend gemeint sein. Dies liegt an der Betonung. Es rührt aus Mexiko abgeleitet von Green go. Die nordamerikanischen Soldaten trugen damals grüne Uniformen und so wurde auch Green go Gringo. Doch gibt man sich als Deutscher zu erkennen ist es für viele wieder interessant, besonders Fußball ist immer Thema. Am Abend lief sogar Bayern – Ingolstadt in Fernsehen.
Vor Amarilis besichtigte ich noch den Kotosh Tempel aus der Zeit Christi. Er ist bekannt für sie Reliefs der gekreuzten Arme. In Amarilis bezog ich ein Hotel und gönnte mir einen Ruhetag. Genau der richtige Ort hier gabs nichts Interessantes. Morgen geht es wieder Bergauf Richtung Huancayo.


Vom 11.Mai 2016 – 19.Mai 2016 Tag 75 (514) - Tag 84 (523)
Amarilis - Huancayo 362 km Rad; 325 km zu Fuß 21 km, Gesamtkilometer: 4538 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
11.05.16 64,84 12,66 40,52 1132 Huariaca
12.05.16 53,39 9,15 52,65 1400 Colquijirca
13.05.16 115,15 16,95 59,11 472 La Oroya
14.05.16 81,25 16,81 43,5 274 Jauja
15.05.16 46,54 16,75 50,34 118 Huancayo

Am Abend habe ich noch neue Tabletten für Durchfall besorgt. Imodium war kein Begriff in der Farmarci, auch in Ihren Computern nicht, so musste mein ohne Wörter Zeigebuch zum Einsatz kommen. Ich zeigte auf das Bild wo ein Mann auf der Toilette sitzt und Durchfall hat. Ich war gleich in 2 Apotheken und habe in beiden Tabletten gekauft. Doch gut das ich im Internet nach den Verpackungsbeilagen recherchiert habe, denn das Bild wurde bei der ersten Farmarci als Verstopfung interpretiert und so habe ich nun auch ein Abführmittel.
Aber nun zu heute, am Morgen konnte ich mich nicht recht entscheiden noch einen Ruhetag wegen des Durchfalls einzulegen oder loszufahren, ich entschied mich fürs Losfahren. Mir wurde beim Packen des Fahrrades vom gesamten Hotelpersonal geholfen. Unterwegs hatte ich auch keine Probleme mehr mit dem Durchfall. Ist wohl überstanden.
Es ging stetig bergauf über die N3, heute nur mit dem Gesicht des super Asphalt. So kam ich auch zügig voran. Zuerst im Verkehr von Amarilis, wo ich ständig Tuk-Tuks überholte und von ständig haltenden Minibusen genervt wurde, später einfach nur durch gute Straße und sanftem Anstieg. Mal wieder ein ganz anderes radeln. In San Rafael machte ich 1 Liter Cola Pause an einem Shop. Der Inhaber gesellte sich zu mir als ich den 1 Liter vertilgte. Ich beschloss in Huariaca nach 65 km und zurück auf 3000 m Schluss zu machen. An einem Essensstand gabs Hühnerspieß mit Kartoffeln. Anschließend noch ein Bier in einer Abzockkaschemme Kaschemme, ich als Alemanne musste 7 Soles bezahlen, doch als Peruaner nur 5 Soles. Dies kam heraus als Luis die Kaschemme betrat. Wie unterhielten uns mit Händen und Füßen. Er arbeitet als Baggerfahrer in der Mine von Cero del Pasco meinem nächsten Ziel. Es war eine schöne Begegnung mit Luis. Er kritzelte noch etwas in mein Tagebuch, muss ich mal entziffern, wird nicht einfach.
Morgen geht es dann eben nach Cero del Pasco der ehemals größten Silbermine Perus, doch laut Radreiseführer will man hier nicht lange verweilen. Ich bin gespannt.
Früh auf die Piste und noch ganz schön viele Höhenmeter bis zum Pass. Werde ich es wohl schaffen? Ich klettere 100 um 100 m, die Luft wird immer dünner. Bei der 4000 m Marke gönnte ich mir eine Caldo de Gallina (Hühnersuppe). Ich wusste nicht genau wie hoch ich musste. Die LKWs waren auch nicht schneller mit ihrer schweren Last. So schummelte ich zweimal und hielt mich mit einer Hand an der Stoßstange eines dahingrichenden LKW fest und wurde so etwas schneller nach oben befördert, doch mehr als 500–1000 m ging es nicht, da wird doch der Arm länger und länger. Bei 4386 m hatte ich es geschafft und war erstaunt über die Landschaft. Diesmal kein tiefes Tal sondern es breitete sich eine weite Hochebene aus. Also konnte ich mich schon auf die neue Landschaft am nächsten Tag freuen. Im nächsten Dorf kehrte ich in einem Hotel ein, sogar mit knall heiser Dusche, war das geil! Es war ein Minendorf welch durch den Blick auf den im Hintergrund liegenden Tagebau geprägt war. Leider werden diese Minen von USA und Kanada ausgebeutet und es bleiben von dem Gewinn nur 5 % in Peru. Traurig das dies heute noch so ist. Aber in Europa ist es wohl auch nicht anders als ich in einem aktuellen Bericht in den Nachrichten hörte. In Rumänien hat ebenfalls ein kanadisches Unternehmen die Schürfrechte an einer Goldmine und verwüstet dort ebenfalls die Umwelt.
Am nächsten Morgen war wieder Raureif auf dem Dach der Unterkunft. So wurde mir bewusst das ich immer noch über 4300 m hoch war. Es war so kalt das ich meine Langfingerhandschuhe wieder raus kramte. Zuerst durfte ich noch ein wenig hinab in die Hochebene von Junin rollen. Sie liegt auf 4100 m, diese Höhe wurde dann gehalten. Der Raureif zog sich über die Grasbüschel und Flechten der Ebene, ein tolles Bild. Es war mal eine ganz andere Landschaft diese Weite nach den Tälern der letzten Wochen. Am Horizont war ein hohes Bergmassiv zu sehen welches die Ebene einzugrenzen schien. Bauerngehöfte mit Vieh und kleine Dörfer zogen vorbei, nach halber Strecke tauchte dann der Lago Chinchaycocha oder auch Lago Junin auf. Ein Paradies für Vögel, Gräser und Schilf durchziehen den ganzen See. An einem Platz mit schöner Aussicht blieb ich eine Weile um die Landschaft zu genießen. In der Ferne war schon Junin zu sehen mein geplantes Ziel für heute. Doch die Unterkunft sagte mir so gar nicht zu, schmuddelig und mein Rad sollte auch noch 2 Häuserblocks weiter. Das ging gar nicht also bin ich weiter geradelt. Erstmal musste ich wieder aus der Hochebene heraus über eine lange gerade Steigung. Das mag ich überhaupt nicht und dann kam auch noch Gegenwind hinzu aber auf meinem Navi konnte ich sehen wie weit es noch bis zur Abfahrt war. Dies motivierte. Als ich die Kuppe bewältigt hatte konnte ich laufen lassen, Asphalt und Gefälle waren super. So schaffte ich es tatsächlich noch bis zum Zielort des nächsten Tages, La Oroya. Die Stadt gilt als das Bergbau-Zentrum von Peru. Das Gestein um die Stadt ist durchsetzt mit Blei, Kupfer, Zink und Silber. Die Minenkonzerne Centromin Perú und Doe Run Perú räumen jährlich etwa 600.000 Tonnen des Gesteins aus den Bergen, aus denen jeweils etwa 55.000 Tonnen Metalle mit Schwefelsäure ausgewaschen werden. Es ist aber auch eine bizarre Bergwelt rund um La Oroya. Auf dem Markt aß ich noch Tallarin de Pollo in einem Holzverschlag, anschließend gab es noch einen frischgepressten Ananassaft. Am Abend buchte ich noch eine Unterkunft für 3 Nächte in Huancayo.
Durch das Tal des Rio Mantaro fuhr ich am nächsten Tag weiter bis Jauja immer noch leicht bergab. Jauja war ein nettes Städtchen mit Plätzen und sogar einer Fußgängerzone. Nachdem die Verdauung wieder intakt war plagte mich jetzt immer mehr ein Reizhusten. Brauche wohl mal paar Tage Ruhe.
Noch 45 km und es ist soweit, Ruhetage. Der Weg führte durch Agrarland mit Mais und anderen Getreidefeldern, so ist das auf 3200 m liegende Tal des Rio Mantaro ein fruchtbares Tal.
Ja ich schreibe letzte Zeit viel über Höhenmeter. Es ist wirklich interessant welche Höhenmeter man überwindet und auf welchen Höhen man sich so herum treibt oder das der bisher längste Anstieg von Amarilis über 2476 m betrug. Dies ist so als wenn man den Furkapass in den Alpen von Meereshöhe startet. Ganz andere Dimensionen die einem hier widerfahren und schwer zu beschreiben sind.
In Huancayo wurde ich herzlich in der Unterkunft empfangen und bekam gleich einen Mate Tee zum Empfang. Eine gemütliche Unterkunft zum relaxen, sonst hat Huancayo nicht viel zu bieten, wie sich nach dem ersten Rundgang herausstellte. Ich kehrte noch in ein von Lonely Planet empfohlenes Restaurant ein, war aber nicht so begeistert von Essen und Ambiente. Preis-Leistung passte auch nicht. Also nächstes mal wieder selbst Ausschau halten.
Mein Husten quälte mich weiter, dazu kamen nun noch Schmerzen im linken Rippenbereich von der ganzen Husterei. Ich besorgte mir noch Hustensaft und beschloss 2 weitere Tage in der Unterkunft in Huancayo zu verbringen und mich Auszukurieren. Der Hausherr machte mir am Morgen und Mittag extra noch Ingwertee mit Honig. Besser versorgt sein kann man nicht.


Fotos Huaraz - Huancayo:

 

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