Berichte Grenze Chile - Grenze Agentinien zur Zeit in San Pedro de Atacama
Vom 18.Juli 2016 – 29.Juli 2016; 12 Tage

Gesamt Bolivien: 365 km; Höhenmeter: 2.956 m; Gesamt 2014/2015/2016: 24.438 km

Autor: Michael Schreiber

#Vom 18.Juli 2016 – 21.Juli 2016 Tag 140 (579) - Tag 143 (582)
#Vom 23.Juli 2016 – 24.Juli 2016 Tag 145 (582) - Tag 146 (583)
#Vom 25.Juli 2016 – 29.Juli 2016 Tag 150 (593) - Tag 154 (597)
#Vom 30.Juli 2016 – 01.August 2016 Tag 155 (592) - Tag 157 (594)

#Fotos Grenze Chile-San Pedro de Atacama:
#Fotos San Pedro de Atacama-Grenze Argentinien:


Vom 18.Juli 2016 – 21.Juli 2016 Tag 140 (579) - Tag 143 (582)
Etappe Grenze Chile-Calama 205 km Rad; 8 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 7250 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
18.07.16 60,58 11,04 48 393 Salar de Askotan
19.07.16 75,62 13,11 45,93 471 Vor San Petro
20.07.16 87,68 24,43 64,74 114 Calama

Als ich aus dem Niemandsland kam habe ich gleich am Schalter der Police den Einreisestempel für 90 Tage bekommen ohne Formular ausfüllen Doch am Zoll war es langwieriger, erst Formular ausfüllen, dann Taschen auspacken, die hatte ich schon von anderen Radlern gehört. Aber alles OK, das Abenteuer Chile konnte beginnen. Als ich los wollte kam ein Radler Pärchen aus London angeradelt und wollte nach Bolivien. Sie sind in Rio gestartet und nach Ushuaia und hierher geradelt und wollen weiter in die USA. Wir haben noch Bolivianos gegen Chilenos getauscht. Das war gut so, denn das Hotel wo man Geld tauschen konnte in Ollagüe habe ich nicht gefunden. So bin ich über die holprige Dorfstraße hinaus nach Chile. Am Ortsausgang Asphalt, den hatte ich jetzt schon seit über 200km nicht mehr gesehen, doch nach 10 km war schon wieder Offroad am Salar de Carote, aber er sollte wiederkommen. Hier am Salar schimmerte das Salz grün, deen der Salzsee war mit grünen Flechten überzogen und mit den Vulkanen im Hintergrund ein perfektes Panorama. Dann ging es hinüber zum Salar Ascotan, der wieder strahlend weiß daherkam. Am Ufer sah ich ein zerfallenes Lehmziegelgebäude. Genau der ichtige windgeschützte Platz zum Zelten. Denn Chile begrüßte mich mit heftigem Wind von vorne, so war auch nach 60 km und dem aufregenden Grenzübertritt meine Kraft am Ende. Morgen hoffe ich auf einen Ort für die wurde ich immer Verpflegung, so langsam gehen alle Vorräte zur Neige.
Kalt war es mal wieder am Morgen da erinnerte ich mich das ich doch warme Überschuhe im Gepäck habe, tolle Sache und meine Füße freuten sich. Weiter ging es entlang des Salar de Ascotan, teilweise noch mit Wasserflächen. Aber das mit neu verpflegen war wohl nix, alle Orte auf der Karte waren wie in Ascotan eine Polizeistadion, doch hier bekam ich noch neues Trinkwasser. Doch die Angaben des Beamten waren genauso gut wie die in meiner Karte, denn nach 10 km war weites Land aber kein Ort, kein Shop, keine Verpflegung.
Die Straße führte immer weiter hinauf über 3800 m um den aktiven Vulkan San Pedro 6154 m hoch. Es steigen immer noch ständig Rauchwolken empor. Richtung San Pedro ging es mit einigen Zwischensteigungen bergab. Vor der Abfahrt kochte ich am Straßenrand Hühnersuppe mit Zusatzportion Nudeln, als ein Kleintransportern eben mir hielt. Er hatte auf der Rückbank Brötchen geladen, so fragte ich ob ich welche haben könnte, es gab gleich 4, und der Fahrer ging noch zum Laderaum und schenkte mir noch 4 Saftdrinks diese waren abgepackt für Arbeiter einer Baustelle hier im hohen Nordchile. Was braucht man also einen Shop wenn man hilfsbereite Chilenen hat, Auf der ganzen Strecke wurde ich immer wieder gefragt ob ich genug Wasser habe oder ob ich ein Stück mitfahren möchte. Ich bin über die Hilfsbereitschaft sehr erfreut. Richtung San Pedro kam ich auf der Rückseite des gleichnamigen Vulkan an seinem erkalteten Lavastrom vorbei. Mächtig imposant! Auf der anderen Straßenseite hatte sich ein neuer Vulkan gebildet. Hier beschloss ich zu Zelten um diesen Anblick noch etwas länger genießen zu können. Es war 4 km vor San Pedro und diesmal glaube ich ist es auch ein Ort denn ich hatte Handyempfang.
Doch am nächsten Tag als ich näher kam war es wieder nur eine Arbeitersiedlung ohne Shop und abseits der Straße, doch es sollte sich heute nach 6 Tagen ändern. Entweder nach 51 km in Chiuchiu oder 87 km in Calama der ersten großen Stadt. Heute war eh alles auf meiner Seite. Es ging bergab, ich hatte Rückenwind und nach 10 km begann wieder die Asphaltstraße, so war ich mit einem 30 km/h Schnitt ruckzuck in Chiuchiu. Hier fiel ich in dem ersten Shop ein, kaufte Brötchen, Käse, Banane und Cola. Ich verzehrte alles gleich auf der Treppe vor dem Eingang. Ein Käsebrötchen war mal wieder lecker.
Die letzten 33 km bis Calama die Stadt am größten Loch (Tagebau) der Welt war wie Achterbahn fahren. Über leichte Welle weiter bergab, einfach geil. Ich checkte im zweiten Hotel ein und ab unter die Dusche, habe dort bestimmt 30 Minuten verbracht.
Calama ist nichts Besonderes. Der Hauptplatz war Baustelle, es gab viele Geschäfte, auch größere und eine riesige Einkaufsmall. Sowas hatte ich seit Europa nicht mehr gesehen.
Beim ersten Rundgang kehrte ich in die Bar Brooklyn ein und genoss das erste chilenisches Bier, Cristal, wie in Peru. Mir geht’s einfach gut!
Werde morgen entspannen um weiter nach San Petro de Atacama zu radeln. Es ist eine tolle Welt kann ich euch sagen.
Am Abend bin ich zum Essen ins Bavaria, leider gab es kein bayrisches Bier, aber dafür Nena mit 99 Lufballons.
Am nächsten Tag habe ich nach reichhaltigem Frühstück meine weitere Planung gemacht und habe erstmal den Aufenthalt in Calama um einen Tag verlängert. Danach werde ich 2 Tage bis San Pedro de Atacama radeln. Dort habe ich auch schon ein Zimmer für 5 Nächte gebucht, da dort einige Ausflüge anstehen.
Danach habe ich mir den Kulturschock in der Mall Calama abgeholt. Vor 2 Tagen war ich noch ohne Zivilisation und dann steht man im riesigen Konsumtempel mit allen möglichen Geschäften europäischem Standard inklusive Foodcourt. Unglaublicher Gegensatz. Habe mir im Radladen noch mal Beinlinge gekauft, da recht günstig. So fahre ich nun auch noch fürs chilenische Olympia Team. Anschließend bin ich noch in den daneben liegenden Hypermarkt gegangen . Hier begann mein Deutscher Tag, es gab ein ganzes Regal deutsches Bier, über Oettinger, Erdinger, Benediktiner bis zu Bitburger, wovon ich eine Flasche erstand. Leider fehlte das Kölsch.
Am Abend setzte ich meinen Deutschen Abend im Bavaria mit Püree, Würstchen und Sauerkraut fort, es war sogar lecker und mal was ganz anderes. Zuvor habe ich auf dem Platz neben meinem Hotel einer Sambatrommlergruppe beim üben zugehört. Es war ein schöner ruhiger Tag.


Vom 23.Juli 2016 – 24.Juli 2016 Tag 145 (582) - Tag 146 (583)
Etappe Calama-San Pedro de Atacama 102 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 7352 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
23.07.16 54,32 10,56 22,74 924 Im Nix
24.07.16 47,71 15,65 54,64 422 San Pedro de Atacama

Aus Calama hinaus begleitete mich Gegensturm und es ging gleich bergauf. Der Sturm wurde dann zum Wind und gegen Mittag wurde er schwächer drehte auf schräg von hinten. Die Straße hatte auf 50 km nur 2-3 Kurven und sah flach aus, doch mein Tacho zeigte meist nur 8-10 km/h und als ich meinen Zeltplatz gefunden hatte waren es fast 1000 Höhenmeter die ich seit Calama absolviert hatte. Das Gelände hatte mich wohl getäuscht. Es war ein anstrengender Tag im Nichts der Atacama Wüste. Mir hat heute der MP3-Player meines Ex-Kollegen Polte geholfen mit einem Mix aus Dire SStraiths, Jesaria Evora und Brings. Ich war mit der Musik fast 2 km/h schneller. Morgen sind es dann nur noch 45km und ich freue mich schon auf einen netten Biergarten oder ein Café.
Naja die 45 km hatten es noch ganz schön in sich. Erst mal noch 200m höher bis zum Passo Barros Andena auf 3400 m und dann eine 20 km Abfahrt, die ich schön mit 50 km/h bewältigte und dabei wieder 1000 m tiefer in einem Tal ankam. Wahnsinns Weite und es ging nochmal hinauf bis der Blick ins Valle de la Luna frei wurde. Hier legte ich einen Fototop ein. Für die Touristen war dann ehr mein Fahrrad Fotoobjekt. Von hier war auch schon San Pedro zu sehen, nur noch bergab und ich fand auch das nette Café Am Hauptplatz neben der Kirche. Ich bestellte Obsttorte und Kaffee. Natürlich wurde ich wieder von einer Fiesta empfangen. Ein Umzug war zur Kirche unterwegs.
Im Café gesellte sich noch ein weiterer Reiseradler aus Deutschland zu mir. Lutz aus Freiburg. Er war schon 9 Monate auf Tour und kam aus Ushuaia aus dem Süden. Wir haben uns ausgetauscht und haben uns dann noch einen Sixpack Cerveza besorgt und es uns auf dem Hauptplatz bequem gemacht.
Danach habe ich meine Unterkunft bezogen und die heiße Dusche genossen. Abends habe ich in 2 Lokalen das Menü bestellt, ich hatte wohl Hunger.


Fotos Grenze Chile-San Pedro de Atacama:


Vom 25.Juli 2016 – 29.Juli 2016 Tag 150 (593) - Tag 154 (597)
Etappe Calama-San Pedro de Atacama 58 km Rad; 17 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 7410 km

Ersten Tag in San Pedro hab ich mit der Auswahl des Touranbieters zugebracht. Letztendlich habe ich mich Flamingo Travel entschieden und gleich 3 Touren gebucht. Morgen die Tour zu den Lagunen um den Salar de Atacama und für abends die Astrotour, den dritten Tag gestalte ich mit einer Radtour ins Valle de la Luna und am vierten Tag geht’s zum Geysir El Tatio. Nachdem ich das erledigt hatte bin ich wieder zu Kaffee und Kuchen eingekehrt dann zum Mittagsmenü an einem Essensstand an der Hauptstraße eingekehrt und Abends ins Kunstmann am Hauptplatz. Danach Kirche besichtigt und am gerade stattfindenden Gottesdienst teilgenommen. Also ein relaxter Tag zum Start in San Pedro de Atacama. Und noch 2 Radler aus Berlin getroffen.
Heute am Ausflugstag gings mal wieder in eine grandiose Landschaft rund um den Salar de Atacama. Mit 18 Franzosen, einer Führerin und mir sind wir 2,5 Stunden bis zum Salar de Talar gefahren, über die Bergstraße zum Passo Sico. Der Salat war von rotem Eisengestein umgeben. Er war teilweise gefroren und von einer Salzkruste umrahmt und weiter im Hintergrund durch die Vulkanberge. In dieser tollen Umgebung wurde uns ein Frühstück gereicht. Noch ein Stück weiter erreichten wir die Lagune Touyacto, ebenso schön. Hier machten wir einen kleinen Spaziergang ans Ufer. Von diesem weit entferndesten Punkt fuhren wir wieder zurück zu den Lagunen und gleichnamigen Vulkanen Miscanti und Miniques. Alles traumhafte Plätze die in allen Farben erstrahlten. Somit ist der Name Traum-Radreise zutreffend.
Zum Mittagessen sind wir in Socaire in ein Restaurant eingefallen um gut gestärkt zum Salar de Atacama und der Lagune Chaxa zum Flamingo schauen weiterzufahren. Es waren sogar einige da auch wenn im Moment nicht die Saison der Flamingos hier ist. Nicht nur die Flamingos waren zusehen auch die Landschaft die in der Lagune auf dem Kopf stand. Es spiegelten sich die Vulkane und die Flamingos. Eine tolle Tour mit Abschluss im kleinen Ort Toconao. Hier besuchte ich noch die alte Kirche.
Zurück in San Pedro traute ich meinen Augen nicht als ich in der Schlange vor dem Bankautomaten meinen Radkollegen aus Südafrika stehen sah. Ich glaube unsere Wege haben sich nun zum vierten mal gekreuzt. Wir haben uns herzlich begrüßt.
Danach bin ich noch im Bob Marley Café zu einer Pizza eingekehrt, bevor es auf die Astrotour ging. Hier wieder fast alles nur Franzosen, einige Chilenen. Es ging hinaus vor die Tor San Pedros ins Nichts. Der Astronom hatte schon 5 Teleskope aufgebaut und ein wärmendes Feuer entzündet, Heißgetränke und Vino bereitgestellt. Als die Lichter ausgingen, lag der perfekte Sternenhimmel über uns. Die Milchstraße spannte sich mit ihrer ganzen Schönheit über uns. Mit einem Laserpointer zeigte uns der Chef der Teleskope den Skorpion und den fliegenden Schwan. Die Teleskope stellte er uns zuerst auf weit entfernte Objekte ein, ich habe leider in jedem Teleskop nur Fernsehrauschen gesehen oder es können auch Billionen von Sternen gewesen sein. WOW! Ich glaube da braucht man ein astronomisches Auge, doch als er den Mars ,Saturn und andere erdnahe Sterne ins Visier nahm habe ich auch was erkannt und sogar die Saturnringe gesehen. Ich fand den Einblick in die Astronomie recht interessant und wie uns das alles per Laserpointer gezeigt wurde. Hoffe das ich noch das Bild vom Profi erhalte und euch präsentieren kann. Danach gings ab ins Bett den der nächste Tag ist mein fünf Monatstag.
Dieser startete erstmal mit einer Radtour ohne Gepäck. Ester Punkt der Tour war das Valle Muerte, die strampelte ich durch teilweise sandigen Untergrund hinauf. Unterwegs habe ich noch einen Deutschen getroffen der seinen Kindern beim Sandbording zuschaute. Das Tal war unglaublich entstanden durch Erosion von Wasser und Wind. Anschließend habe ich den Mirrador Coyote angefahren mal wieder ein toller Blick über die Codillera Sal mit dem Valle de la Luna meinem nächsten Ziel auf der Tour. Alles unwirkliche Landschaften. Das Valle de la Luna erreichte ich über einen kleinen Schlenker , ich habe es komplett durch radelt mit Zwischenstopps. Der letzte am Canyon war das Highlight, es war ein unterirdischer Flusslauf den man durchwandern konnte. Als es in dem Verlauf dunkel wurde schloss ich mich 3 Portugiesen an, denn sie hatten Stirnlampen und Smartphone mit Taschenlampenapp. Es war irre hier her zu laufen, es erinnerte mich ein bisschen an Potosi nur ohne Lorenbahn. Es war einfach geil. Nun noch 15 km zurück nach San Pedro zu meinem 5 Monatsjubiläumsbier. Im Kunstmann gab's leider nur eins mit Essen, somit hatten sie verloren und ich bin in die Sportkneipe Chela Cabur eingekehrt. Hoffe die nächsten 5 Monate werden ebenso Interessent und intensiv.
Ja der erste Tag der neuen 5 Monate war interessant und intensiv. Er begann um 4:00 Uhr mit wecken, Frühstücken welches praktischerweise an Vorabend schon aufs Zimmer geliefert wird. Und dann im dunkeln ab in den Bus zur Geysir-Tour nach El Tatio. Mein früherer Plan war ja eigentlich hier von Chiuchiu aus mit dem Rad hinzufahren, bin aber froh nach den heutigen Erkenntnissen nicht gemacht zu haben, denn die Straße hatte viele Waschbettabschnitte. Auf über 4300m standen schon die Rauchsäulen über dem Kassenhäuschen. Beeindruckend, hatte sowas vorher ja noch nicht gesehen. Die Erde brodelte, 40km unter uns heiße Lava die das Wasser zum kochen bringt und es als Wasserdampf an die Oberfläche befördert. Nun erklärt sich auch der frühe Aufbruch den in der Morgenkälte ist es besonders imposant. Und die Umgebung unterstützt dies noch. Hier wurde uns auch wieder Frühstück serviert, ein warmer Kaffee taute die gefrorenen Hände wieder auf. Wer wollte konnte anschließend noch in einem Naturwasserbecken im warmen Wasser schwimmen. Weiter führte uns die Tour auf dem Rückweg zur Vogelbeobachtung an das Vado Putana. Immer wieder traumhafte unbeschreibliche Landschaft. Letzter Stopp war Machuca mit seiner malerischen Kirche.
Zurück in der Unterkunft habe ich erstmal um eine Nacht verlängert, einfach zuviels Eindrücke zu verarbeiten. Dann habe ich mich ums Fahrrad gekümmert und die Kette gekürzt und ab dann bis zum Essen relaxt. Abschluss im Chela Cabur.


Vom 30.Juli 2016 – 01.August 2016 Tag 155 (592) - Tag 157 (594)
Etappe San Pedro de Atacama – Grenze Argentinien 161 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 7577 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
30.07.16 34,14 6,61 43,24 1422 Anstieg zum Jama
31.07.16 59,92 12,16 74,61 1129 Anstieg zum Jama
01.08.16 78,39 16,65 73,46 692 Salar ge Jama

Es war genauso wie ich es mir gedacht hatte. Die Strecke verlief auf ziemlich gerader Linie mit wenigen Kurven über die Schiefe Ebene hinauf zu den Vulkanen. Diesen Blick auf das Panorama hatte ich die letzten Tage immer von meiner Unterkunft aus. Als ich in San Pedro startete formierte sich ebenfalls ein LKW Konvoi Richtung Pass und zeigte mir so den Weg über die Schiefe Ebene, den die LKWs glitzerten in der Morgensonne auf ihrem Weg nach oben. Später kamen dann noch die Tourbusse zur Laguna Tara hinzu. Darunter auch der Bus vom Besitzer meiner Unterkunft in San Pedro, er fährt für Flamingo Travel mit denen ich auch die Touren rund um San Pedro gemacht hatte. Laut hupend und winkend fuhr er an mir vorbei, es war sogar die gleiche Reiseleiterin dabei wie bei einer meiner Touren. Auf ihrer Rückfahrt von der Besichtigungstour hielt der ganze Touristentross um mir Wasser und Obst zu reichen.
Da mein körperlicher Akku nach 35 km und 1500 Höhenmeter alle war habe ich mein Zelt mit Blick auf San Pedro und den Salar de Atacama aufgebaut um neue Kräfte für die letzten 900 Höhenmeter bis zum Scheitelpunkt zu sammeln.
Mit dem Sonnenaufgang setzte ich den Anstieg fort und es blieb bei der Steigung. Auf über 4600 m merkte ich das ich öfter stoppen musste, nachher war es alle 800 – 1000 m. Es war aber nicht nur die dünne Luft, sondern auch die ganz schön heftige Steigung. Ein LKW der mit 8 km/h hinauf schnaufte motivierte mich, das ich mich an seinen Hänger klammern sollte. Habe ich auch gemacht doch nach 40 Höhenmeter war die Last an meinem Arm zu groß und ich musste ihn ziehen lassen. Doch dann hatte ich es aus eigener Kraft geschafft und war auf 4818 m, neuer Höhenrekord mit dem Fahrrad. Auf der Abfahrt ins Zwischental habe ich gleich noch den Geschwindigkeitsrekord mit 75 km/h gebrochen. So schnell war ich damals mit dem Rennrad bei Rad am Ring in der Fuchsröhre.
Zusätzlich kam noch Rückensturm auf „freu“.
An einem Aussichtspunkt über ein Biotop am Flusslauf im Tal habe ich geschützt hinter einer Mauer gekocht. Eigentlich war es auch ein guter Zeltplatz doch ich wollte den Rückenwind nutzen der mich problemlos über die kleinen Anstiege im Tal fegte und so habe ich noch locker 14km gemacht.
Unterwegs wurde ich wieder von meinem Verpflegungswagen von Flamingo Travel mit Wasser und Obst verpflegt. Ebenso habe ich nach meinem vermissten Handy gefragt. Sollte ich es in der Unterkunft vergessen haben wird es mir morgen am Abzweig zur Laguna Tatra nachgeliefert.
Von meinem heutigen höchsten Zeltplatz auf 4600 m sind es nun noch 62 km zur Grenze. Doch ich muss morgen nochmal auf über 4800 m bevor es zum Passo Jama auf 4200 m geht.
Heute Morgen gabs Probleme beim Zelt abbauen, denn die Heringe waren im Boden festgefroren Ich musste einen Hering als Meißel benutzen um die anderen frei zu graben, da war ich auch froh doch meinen Gummihaber im Gepäck zu haben. Anschließend gesellte sich zum morgendlichen Anstieg nun noch Gegenwind, so habe ich zu meinem erneuten Höhenrekord teilweise geschoben. Der neue Höhepunkt war 9 m höher also 4827 m und anschließend ging es seil bergab zur Lagune Tara. Hier wartete ich wie verabredet an einem windgeschützten Felsvorsprung den der Wind blies unablässig, gut das ich eine Kurve gefahren bin und nun Rückenwind genieße. Das Warten hier war nicht vergebens, der Flamingo Travel Bus kam kurz später und winkte schon mit meinem Handy aus dem Fenster. Nochmal Gracias für die Unterstützung der letzten Tage. Leider trennen sich hier unsere Wege. Der Bus bog auf den Offroad Weg zur Lagune ab und ich sauste jetzt mit dem Rückenwind weiter zum Salar de Loyoques und über den Passo Jama 4435 m zur Grenze nach Argentinien.
Adios Chile ich werde dich wieder sehen!


Fotos San Pedro de Atacama-Grenze Argentinien:


 

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