Berichte Grenze Argentinien-Grenze Brasilien
Vom 29.August 2016 – 05.September 2016; 8 Tage

Gesamt Argentinien: Teil1 1372 km + Teil2 322 km = 1694 km; Höhenmeter: Teil1 2892 m + Teil2 4436 m = 7328 m; Gesamt 2014/2015/2016: 26.812 km

Autor: Michael Schreiber

#Vom 29.August 2016 – 01.September 2016 Tag 185 (612) - Tag 188 (615)

#Vom 03.September 2016 – 05.September 2016 Tag 190 (617) - Tag 192 (619)
#Fotos Grenze Argentinien-Grenze Brasilien:


Vom 29.August 2016 – 01.September 2016 Tag 185 (612) - Tag 188 (615)
Grenze Argentinien – Puerto Esperanza 263 km Rad; 16 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 9728 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
29.08.16 70,43 15,75 45,14 580 San Ignacio
31.08.16 77,47 14,49 49,23 1290 Puerto Rico
01.09.16 123,89 15,09 52,74 2039 Puerto Esperanza
02.09.16 53,19 16,10 49,14 537 Puerto Iguazu

In der Mitte der Brücke über den Rio Parana hatte ich wieder argentinischen Boden unter dem Rad. Der Fluss war so groß wie ein See. Am anderen Ufer lotste mich ein argentinischer Beamter an der wartenden Autoschlange vorbei zu einem anderen Einreisebüro und schon hatte ich den zweiten Einreisestempel von Argentinien im Pass. Am Zoll wurde ich noch kurz zum Woher und Wohin befragt und dann durchgewunken. Über die teilweise Autobahn ähnliche Ruta 12 bin ich über etliche Hügel Richtung Mission Ignacio geradelt, immer weiter im Dauerregen. An einer Tankstelle in Santa Ana habe ich einen Stopp eingelegt um mal trockene Sachen anzuziehen und einen warmen Kaffee zu trinken. In der Unterkunft La Toscana habe ich für 2 Tage eingecheckt und es mir auf der Terrasse mit Blick auf den verregneten Pool gemütlich gemacht und habe schonmal die Unterkunft in Puerto Iguazu klar gemacht. Ich hoffe das es morgen etwas trockener ist um die Mission zu Besichtigen.
Werde mir am Abend noch das Essen ins Hotel kommen lassen den es regnet immer noch und davon hatte ich heute beim Radeln genug.
Das mit dem Essen in der Unterkunft habe ich dann doch gelassen, denn ich hatte Hunger und wollte nicht noch eine Stunde warten. So bin ich zu einzigsten offenen Restaurant im Ort gelaufen.
Nach dem Frühstück bin ich zur alten Mission von San Ignacion gelaufen, sie gehört ebenfalls zu UNESCO Kulturerbe, doch der Eintritt von 10 Euro war sehr teuer für das Areal. Auch von den vorhandenen Erzählautomaten funktionierten nur die wenigsten. Doch das alte Gemäuer war schon beeindruckend, was die Jesuiten zu dieser zeit so erbaut haben. Die Anlage wurde erst 1936 wiederentdeckt und nach und nach vom Jungle freigelegt. Gegenüber habe ich dann noch was gegessen und dann zurück aufs Zimmer zum Ausruhen, als es an der Tür klopfte. Ich wurde zum Fernsehinterview eines lokalen Fernsehsenders aus Posada gebeten. Sie machten gerade eine Dokumentation über Ausländer die jetzt hier leben. Ich wurde mit meinem Rad im Garten positioniert und mit Mikro verkabelt und es ging los. Gesendet wird im September. Ich bin mal gespannt. Danach konnte ich doch noch ausruhen. Abends bin ich noch mal kurz zum Essen ins Restaurant und den Rest in der Unterkunft verbracht.
Am Morgen war der Fensterblick nicht erfreulich, Nieselregen, auch noch nach dem Frühstück und auch auf den 75 km nach Puerto Rico. Es gab nur zwei kurze Trockenphasen, dabei war die Strecke sehr schön, auch bei diesem Wetter. Die Wolken hingen in dem fetten Grün des dichten Waldes. Die sanften Hügel wurden immer größer denn es ging von Flusstal zu Flusstal. Alle Flüsse ergossen sich in den großen Rio Parana der auch Grenzfluss zwischen Argentinien und Paraguay ist.
So kam ich mal wieder durchnässt im Hotel in Puerto Rico an. Es war mal ein Top neues Hotel und gepflegtem Ambiente. Nach Dusche, Rundgang durch den Ort habe ich mich dann im Restaurant des Hotels niedergelassen.
Morgens konnte ich früh starten denn es gab ab 6 Uhr Frühstück und ich konnte mal wieder zum Sonnenaufgang starten. Der Wald war noch in Nebel gehüllt, der Tau der Nacht auf dem Gras.
Unterwegs habe ich den ersten Reiseradler seit Chile getroffen. Ein Argentinier aus Ushuaia auf Argentinienrunde und er war genauso schwer bepackt wie ich. Nach kurzen Handshake führte mein Weg weiter über den Staudamm des Uruguaystausees zu einem weiteren Meilenstein meiner Radreise zu den Iguazu Wasserfällen Die. Glückshormone stiegen wieder, da war auch die nicht so gemütliche Unterkunft Nebensache, ein Zimmer mit Bett und Bad. Nach dem Bezug habe ich dann zum ersten mal nach 6 Monaten meine Mutter per Skype wiedergesehen. Sie war zu Besuch bei meiner Schwester. Dies war schon ein Highlight vor den Wasserfällen.
Anschließend bin ich in den Ort zur Touristeninformation wo ich eine sehr gute Beratung über Zeiten, Preise, Anfahrt zu den Wasserfällen bekommen habe. Weiter bin ich noch zu den Tres Fonteras gelaufen. Drei Terrassen der Länder Paraguay, Brasilien und Argentinien. Das drei Ländereck liegt in der Mitte des Zusammenfluss des Rio Parana und des Rio Iguazu. Hier gab es einen Springbrunnen mit Sprühnebel der einen Regenbogen erzeugte, tolle Idee. Dann habe ich noch lecker Pizza im La Misionerita gegessen und freue mich auf Morgen.


Vom 03.September 2016 – 05.September 2016 Tag 190 (617) - Tag 192 (619)
Aufenthalt Puerto Iguazu – Grenze Brasilien 3 km Rad; 28 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 9530 km

War das heute ein Highlight, es hat sogar den Besuch des Machu Pichu übertroffen.
Zuerst bin ich zum Busbahnhof und habe von dort den Linienbus zum Eingang der 18 km entfernten Wasserfälle genommen. Den Eintritt von 330 Pesos bezahlt und los ging es zum Upper Trail durch dichten Junggel. Das Wassergetöse war schon von weitem zu hören und dann war plötzlich der erste Blick frei. Es war der Wahnsinn, den mit solch einem Ausmaß hatte ich nicht gerechnet. Wasserfälle so weit man schauen konnte und in der Ferne die Gicht des Teufelsrachens. Ich war schon so was von beeindruckt und das nach dem ersten Blick, den ich wohl nie vergessen werde.
Der Weg führte Stege die auf Stelzen im Rio Iguazu verankert waren, immer wieder Plattformen die neue Blickwinkel auf die Fälle freigaben, manchmal über der Abriskannte mit Blick in die Tiefe. Dazu kam der Bewuchs des Junggels, Grasbüschel die sich in der Strömung am Boden festkrallten und wo zwischen den Wasserläufen platz war wucherte dichtes Grün.
Nach dem Rundgang auf dem oberen Pfad bin ich zum unteren Pfad wieder durch dichten Regenwald. Der heute seinem Namen treu blieb, den es hatte angefangen zu regnen und es sollte nicht mehr aufhören. Dazu kam immer wieder die Gicht der Wasserfälle. Der Blick von unten war ebenso imposant, teilweise kam man so dicht an das fallende Wasser heran das man den Windsog spürte. Das Wasser entfesselte eine unglaubliche Kraft.
Die Isla San Martin war leider wegen zu hohem Wasserstand nicht zugänglich so bin ich zur Bahnstadion der Schmalspurbahn gelaufen um mit ihr zum Teufelsschlund zu fahren. Hier im Regenwald waren auch viele Tiere zu beobachten von den Coatis bis zu der bunten Vogelschar von denen einige direkt in den Wasserfällen leben. Die Coati sind schon sehr an die Touristen gewöhnt und holen sich bei ihnen auch gerne mal Proviant was bei Gebrauch ihrer scharfen Krallen auch mal böse enden kann, daher über all Hinweisschilder.
Nach dem Gang über den ca. 1,5 km langen Steg über den ruhigen oberen Flusslauf des Rio Iguazu kam ich dann zum gigantischen endlos Wasser schluckenden Teufelsloch. Und plötzlich schaut man in die Tiefe des Schlundes, dabei habe ich sogar den Dauerregen vergessen. Anschließend bin ich nochmal den Upper Trail abgelaufen, ich konnte mich nicht satt sehen. Iguazu ist ein weiteres Ziel was man einmal im Leben besucht haben sollte.
Nach 7 Stunden gings per Linienbus wieder zurück nach Puero Iguazu und zum Abendessen ins La Misionerita.
Den Sonntag habe ich dann Sonntag sein lassen. Länger geschlafen, gemütlich Gefrühstückt, Bericht geschrieben und die Erlebnisse des Vortags sacken lassen. Morgen geht es dann nach Brasilien und es heißt wiedermal Abschied nehmen von Argentinien.
Am Morgen waren es noch 3 km bis zum Ausreisestempel.


Fotos Grenze Argentinien- Grenze Brasilien:


 

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