Berichte Grenze Argentinien - Grenze Paraguay
Vom 1.August 2016 – 19.August 2016; 19 Tage

Gesamt Argentinien: 1372 km; Höhenmeter: 2892 m; Gesamt 2014/2015/2016: 25.967 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 01.August 2016 – 06.August 2016 Tag 157 (594) - Tag 162 (589)
#Vom 07.August 2016 – 10.August 2016 Tag 163 (590) - Tag 166 (593)

#Vom 11.August 2016 – 19.August 2016 Tag 167 (594) - Tag 175 (602)
# Fotos Grenze Argentinien - Purmamarca:
#Fotos Purmamarca-Grenze Paraguay:


Vom 01.August 2016 – 06.August 2016 Tag 157 (594) - Tag 162 (589)
Etappe Grenze Argentinien - Purmamarca 257 km Rad; 0 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 7834 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
01.08.16 78,39 16,65 73,46 692 Salar ge Jama
02.08.16 85,24 16,85 41,94 221 Slalar de Olaroz
03.08.16 88,16 16,03 63,38 595 Salina Grandes
04.08.16 72,88 14,86 63,26 800 Purmamarca

Nach der Überquerung der Grenze waren es noch 5 km bis zur Zoll und Passkontrolle. Die Abfertigung ging recht fix. Bei der Einfahrt bekam man von der Militärpolizei einen Zettel den man am Ende wieder mit den ganzen Stempel abgeben musste. Zwischendurch musste ich noch 4 Beamtenschalter besuchen und hatte dann den Ausreisestempel Chile, die Fahrradausfuhr, den Einreisestempel Argentinien (90 Tage), und die Fahrradeinfuhr. Dann wurde ich durchgewunken und musste meinen Zettel wieder abgeben.
Auf dem einem Parkplatz standen 4 Verpflegungsständen und so konnte ich nochmal Cola und Wasser tanken und es gab einen Hamburger. Im neuen Land habe ich dann noch 11km voll gemacht, doch ich musste wieder gegen den Wind ankämpfen. So habe ich mein Zelt direkt an der Straßenböschung aufgebaut dies war der einzige Windschutz weit und breit. Als ich im Zelt lag hörte es sich wie Meeresrauschen an, schon mal ein Vorgeschmack aufs Zelten an der brasilianischen Atlantikküste. Nur hoffe ich das morgen früh das Rauschen weg ist. Sonst brauche ich noch 3 Tage bis in die Zivilisation.
Das Meeresrauschen war am Morgen weg, es wehte nur noch ein laues Lüftchen über den Salar de Jama. Doch es reichte um meine Hände beim Zeltabbau einfrieren zu lassen. Ich bekam meine Quertasche gar nicht mehr richtig zu, also habe habe ich sie einfach so aufs Rad geschnallt. Beim radeln wurde es dann wärmer, da half auch die Sonne die nun die wunderbare Landschaft erstrahlen lies. Die Strecke war flach und führte entlang einiger Salzseen bis zum großen Salar Olaroz. Hier gab es ein Infozentrum mit Café und Kiosk und das im Nichts. Der nächste Ort war noch 60 km entfernt. Hier gabs für mich einen Kaffee mit Brot, auch Wasser und Cola habe ich nachgetankt aber das beste war das Free Wifi. Das habe ich gleich genutzt um ein Lebenszeichen von mir nach Deutschland zu schicken. Wollte schon mal hier zelten doch meine Uhr zeigte erst 13 Uhr, so habe ich noch 35 km entlang des Salars abgeradelt und mich dann am Straßenrand in einem trockenen Bachbett nieder gelassen. Im starken Wind habe ich mit Mühe mein Zelt installiert und im Vorzelt gekocht. Nun habe ich noch 2 Stunden bis zum Sonnenuntergang, die ich mit Tagebuch schreiben, E-Book lesen und Geräte laden zubringe.
Neuer Tag, neue Anstiege, neue Landschaft und endlich der erste Ort in Argentinien , Susques. Nach dem ich den Bergrücken überquert hatte wurde ich wieder von einem neuen Panorama begrüßt, was mir wieder mal einen lauten Jubelschrei entlockte. Das sind die Momente die man als Reiseradler so geniest. Der Blick war frei auf die Sierra del Cobre. Vor ihr lag ein tiefer Canyon in dem natürlich Susques lag zu der ich runter musste. Doch die Abfahrt war einfach toll auch wenn es bedeutete das ich anschließend wieder aus dem Tal raus musste. Im Ort bin ich erstmal zur Bank und zum Shop. Habe Brötchen und Käse gekauft für die Pause direkt und für die nächsten Tage nochmal Kekse. Im Ort querte ich auch die bei Reiseradlern berühmt berüchtigte Ruta Qurenta (Route 40).
Nach der Stärkung konnte ich den nächsten Berg bezwingen. Die Landschaft war karg und mit Pampasgras bedeckt. Doch die Abfahrt war plötzlich komplett anders. Durch eine Schlucht mit schroffen Felsen an denen sich wieder große Kakteen klammerten führte der weg entlang eines gefrorenen Baches mit einigem Grün in die weite Ebene der Salina Grande. Doch bis zum Anfang der salzigen Fläche waren es noch 35 km auf endlosen Geraden. Auf dem Salz stellte ich nach 88 km mein Zelt auf, habe gekocht, einen neuen, alten Schlauch ins Rad montiert und den Sonnenuntergang abgewartet.
Werde morgen mein Ziel Purmamarca immer noch nicht erreichen denn ich sehe vor mir noch eine mächtige Bergkette. Aber das ist der Luxus eines Langzeitreiseradlers das die Zeit keine Rolle spielt.
Heute war der Tag des letzten Anden Passes Nach Purmamarca. Doch erst war nochmal Schlauchwechsel angesagt, denn mein Rad war wieder platt. Entweder hat bei der Kälte das Vulkanisationsmittel nicht gewirkt oder ich habe einen Fehler gemacht. So habe ich den letzten neuen Schlauch verwendet und es konnte losgehen. Erst über 10 km offroad durch die Salina Grandes um dann in den letzten Anstieg zu starten. Die ersten km waren ganz angenehm auch wenn wieder nur gerade aus und sie Steigung nicht sichtbar. Doch dann wurde ich von 2 Nippeserinnen gestoppt die mit dem Auto auf Argentinien Rundreise waren. So hatte ich eine angenehme Verschnaufpause bevor es richtig zur Sache ging. Ich erblickte nach einer Kurve den Anstieg in den Himmel. Die Passhöhe lag auf 4170 m und hatte sogar einen Namen mit Schild (Alto El Morado). Nach ein paar Kilometer Abfahrt kam der Absolute Hammer, die Schlucht ins 2000 m tiefer liegende Purmamarca. Wahnsinn diese Straße in die tiefe aber nicht nur die Straße auch die Landschaft, so vorher noch nicht gesehen. Ich musste immer wieder Fotostopps einlegen, obwohl ich gerne in einem durchgefahren wäre. Es ist unglaublich was unsere Welt zu bieten hat.
Bericht Purmamarca
Purmamarca ist ein kleiner Urlaubsort auch für Argentinier. Ich habe mir eine nette nicht so billige Unterkunft gewählt. Nach dem Ankunftsbier und einer heißen Dusche bin ich zum Rundgang in den Ort und bin in die Peña el Rincón de Claudia Vilte eingekehrt mit der typischen live Musik. Alle wurden persönlich begrüst und fast alle waren aus Buenos Aires oder zu mindestens aus Argentinien. Alemania wurde oft erwähnt mit Blick auf mich. Leider weis ich nicht was die Musiker zu mir sagten. Die Stimmung war wie bei Karneval in einer Kölschkneipe, alle klatschten und sangen mit und es wurde getanzt. Es war mein längster Ausgehabend der Tour. War dann um 2Uhr endlich im Bett. Wenn Argentinien so gesellig bleibt werde ich nicht weit kommen. Es war auf jedenfall ein schöner Willkommensabend nach 6 Tagen im Outback. So wurde die grandiose Abfahrt durch einen grandiosen Abend im El Rincon de Claudia Ville Pena Folclorica abgeschlossen.
Heute war relaxen angesagt. Erst am Frühstücksbuffet, wo ich mir viel Zeit gelassen habe bei lecker Kaffee, Brot und Käse, Müsli, Joghurt und Obst, Saft und Kuchen. Im Hof der Unterkunft habe ich in einer gemütlichen Ecke die Homepage aktualisiert, das Hotel um einen Tag verlängert und schon mal in Jujuy eine Unterkunft für 2 Tage gebucht. Weiter habe ich noch mit Deutschland Kontakt aufgenommen und sonst noch gelesen und einfach die Sonne genossen.
Abends bin ich natürlich ins Restaurant des Vorabends und habe mir ein Lamasteak vom Grill bestellt dazu 1 Liter Cerveza Norte. Das Fleisch schmeckt wie Rindfleisch. Als die Musiker kamen wurde ich von Ihnen mit Handschlag begrüßt und sie freuten sich das der Alemane wieder da war. Sehr sympathisch, fühlte mich sehr wohl hier. Gut das ich das Zimmer verlängert habe und das noch einen Tag länger genießen kann. Ich wurde genau so herzlich verabschiedet wie ich begrüßt wurde.
Nach dem Frühstück habe ich mich auf eine Wanderung über den Paseo de los Cobrados gemacht, einem 4 km Rundweg durch ein Tal voller Farben. Die Berge erstrahlten in rot, braun, grau, grün, weiß, faszinierend Es war nur schade das der Weg auch für Autos frei war, die aber wie ich nachher auf einem Schild sah hier illegal unterwegs waren. Manche sind einfach zu faul mal 3 km zu F zu laufen, denn in den Autos saßen zum größten teil Leute die nicht gebrechlich wirkten und gut bei Kräften waren. Und dann musste einer auch noch seine Musik und Automotor bei jedem Fotostopp laufen lassen. So habe ich erstmal gewartet bis diese weg war um die tolle Natur in aller Stille zu genießen. Ich bin immer wieder begeistert über die vielen Facetten der Natur. Zur Abwechslung war es heute mal bedeckt und ob es Regenwolken sind kann ich noch nicht sagen. Zum Mittag bin ich wieder in meine Pena Folclorica gegangen und bei Spagetti der Musik gelauscht. Dies werde ich heute auch zum Abschluss wieder machen, bevor es Morgen nach Jujuy geht.
Ich dachte das ich heute nichts mehr schreiben brauch, doch der letzte Abend in Purmamarca war wieder toll als das er unerwähnt bliebe. Die Schüsse die ich tagsüber gehört hatte waren Böller und läuteten eine Fiesta für den nächsten Tag ein. Heute Abend war schon die erste Prozession unterwegs die für mehr Arbeit betete, natürlich was sie auch wieder mit Musik unterwegs. Der Abschluss im El Rincon war super, zuerst vielen mir Sänger und Sängerin um den Hals als sie mich am dritten Abend wieder sahen und baten mich diesmal näher zur Bühne zu kommen. Zusätzlich hatte ich einen teil des Abends eine Übersetzerin an meiner Seite und bekam so einige Späße mit und habe auch erfahren das die Musiker extra an allen Abenden unterschiedliche Lieder gespielt haben. So habe ich sie beruhigt das ich morgen abreise und sie Ihr Repertuar von vorne beginnen können. Am späteren Abend stand ein echter Gaucho vor der Tür, kaum noch Zähne im Mund wurde er hinein gebeten und er übernahm gleich das Schlagzeug. Es war Stimmung ohne Ende. Anschließend schnappte er sich noch die Mädels und schwang das Tanzbein. Genialer Abend!


Fotos Grenze Argentinien - Purmamarca:


Vom 07.August 2016 – 10.August 2016 Tag 163 (590) - Tag 166 (593)
Etappe Purmamarca – San Martin 205 km Rad; 17 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 8039 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
07.08.16 65,45 19,2 54,64 158 Jujuy
09.08.16 111,73 19,33 44,44 303 San Martin
10.08.16 27,49 15,68 35,03 256 Nationalpark

Gleich nach dem Frühstück ging es zurück auf die Ruta 52und dann noch mit viel Schwung Bergab zur Ruta 9. Nach unzähligen Monaten hatte es heute mal wieder Wetter, Nieselregen, Nebel auf einem Hügel den ich noch mal kurz hoch musste. Ebenso wie sich das Wetter änderte, änderte sich auch die Landschaft. Es gab wieder echten Wald mit Bäumen, ganz normale grünes Gras und in den Flüssen war auch wieder Wasser. Es war einfach mal wieder herrlich bei Nieselregen zu Radeln nach der Trockenheit des Altiplanos und der Atacama Wüste. Und in San Salvador de Jujuy war ich mal wieder unter 2000 m.
Von der Stadt hatte ich mir mehr erhofft bis auf den Hauptplatz gabs noch eine Einkaufsmeile, diese war aber am Sonntag ausgestorben, denn Argentinien hat noch echte Sonntagsruhe. Aber auch Restaurants machen grundsätzlich erst frühestens um 19:30 auf, so kann man sich Nachmittags nur in Cafés vergnügen.
So war es auch am nächsten Tag. Nach meinem Rundgang zum Radladen wo ich mir einen neuen Schlauch zugelegt habe und über einen Friedhof habe ich mich dann in einem solchen Café niedergelassen. Die Friedhöfe bestehen aus vielen Familiengruften oder Mausoleen In machen konnte man die eingelagerten Särge sehen. Erdbestattungen sind ehr selten. In dem Café Barrojos habe ich erst draußen gesessen. Es gab Bier und Empanadas (Teigtaschen mit Huhn). Danach habe ich im Hostel relaxt, die Auswahl des Hostels war keine gute, denn das Gemeinschafts- WC war nicht besonders toll, teilweise defekt Auch der Rest war nicht so prickelnd.
Am Morgen nach dem bescheidenen Frühstück war ich froh wieder auf dem Rad zu sitzen. Über die Ruta 56 führte der Weg weiter hinab bis San Pedro. Zum ersten mal war ich nach Trujillo in Peru wieder unter 1000 m. Beim Blick zurück waren noch die neu beschneiden Gipfel der Anden über der Stadt Jujuy zu sehen. Nach 100 Tagen Anden habe ich diese nun verlassen und tauchte immer mehr ins Grüne hinein. Hinter San Pedro wurde es flach bis San Martin wo ich nach 111 km Quartier in einem Spa Hotel bezog. Überlege spontan eine Nacht zu verlängern um noch einen Radausflug in das Reservat Calilegea zu machen und den Jungle des Biosphärenreservat Yungas zu besuchen. Dies werde ich morgen Früh entscheiden. Im Moment sitze ich am Hauptplatz und lausche der Musik von der im Aufbau befindlichen Bühne. Ach ja heute bin ich auch zum ersten mal wieder in kurzer Hose und kurzem Shirt gefahren, richtig tolles Gefühl. Doch leider ist meine Stimmung etwas getrübt von einer negativen Nachricht aus Deutschland. Meine Gedanken sind bei euch.
An der Bühne habe ich dann erfahren das es um 21 Uhr ein Konzert er Polizei von der Region Jujuy gibt. Dieses habe ich dann noch besucht und es war toll, die Kappele hatte sogar Sänger und diese Haben jedes Musikstück Akustisch begleitet. Sie habe das Publikum teilweise mitgerissen zum Tanzen.
Was mir sonst in Argentinien aufgefallen ist das an bestimmten Geldautomaten Menschenschlangen stehen, so auch an bestimmten Elektronik Geschäften. Des weiteren läuft der Verkehr ohne Hupen und ist schneller aber ich habe das Gefühl das die Fahrer Ihre Autos mehr im Griff haben als in Peru und Bolivien und es gibt wieder viele Möfchen Fahrer. Im Gegensatz zu Chile ist wieder jede Menge Müll in der Natur, schade.
Da ich ja nun 1 Tag verlängert habe bin ich heute in den 13 km entfernten Nationalpark Calilegea geradelt. Über eine Offroad Piste bin ich entlang des Rio San Lorenzo geradelt. In der Regen armen Zeit führt der Fluss nur Wasser in der Mitte, doch in der Regenzeit müssen hier Wassermassen ohne Ende kommen nach dem Flussbett zu urteilen. Vom Parkeingang an der Brücke über den Rio Negras bin ich noch 2 km weiter bergauf geradelt zu einem Aussichtspunkt und dem Einstieg zu einem Wanderweg. Ich habe mein Rad abgestellt und ca. 8 km durch den dichten Jungle gewandert. Doch ich habe nur Tukane gesehen, keine Tapire, keine Jaguars die es hier geben soll. Doch es war schön mal wieder durch Wald spazieren zu gehen. Zurück in der Stadt habe ich mich noch gestärkt und zurück im Hotel mein Fahrrad inspiziert denn es verliert immer noch Luft. Habe dann mal wieder einen Draht von einer Reifen Karkasse im Mantel gefunden. Hoffe das das Problem damit behoben ist. Nun sitze ich hier am Pool und tippe für euch Bericht. Morgen geht’s wieder auf die Piste durch die Pampa.


Vom 11.August 2016 – 19.August 2016 Tag 167 (594) - Tag 175 (602)

Etappe San Martin – Grenze Paraguay 910 km Rad; 6 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 8949 km

Datum km Schnitt;km/h Höchst;km/h Höhenmeter Zielort
11.08.16 106,21 18,41 45,14 328 Embarcacion
12.08.16 136,55 16,48 29,75 28 Juan Sola
13.08.16 121,45 19,87 29.79 46 Juarez
14.08.16 74,75 18,69 32,19 4 Laguna Yema
15.08.16 86,85 19,00 25,28 7 Las Lomitas
16.08.16 149,80 18,29 30,81 31 vor Güemes
17.08.16 131,29 18,50 31,90 88 Espinillo
18.08.16 98,16 15,61 25,13 27 Clorinda

Heute führte meine Route weiter über die Ruta 34 Richtung Norden. Außer kleiner Hügel gab es keine Steigungen. Ist mal wieder schön wenn man gleich das Ende des Anstiegs sehen kann und ihn dann im Wiegetritt hinauf ziehen kann. Rechts und links des Weges kam mal die ein oder andere Estancia oder Finca, sonst wechselten sich Zuckerrohr und Maisfelder ab. Im Hintergrund waren noch immer die Andengipfel zu sehen. Mein heutiges Ziel war Embarcation. Hier werde ich morgen meine Fahrtrichtung nach Osten ändern.
Nach dem Zimmerbezug in einem kleine günstigen Hotel habe ich einen Ortsrundgang gemacht und warte im Park des Hauptplatzes das das Restaurant gegenüber öffnet.
Habe hier lecker Curryhuhn gegessen und danach noch ein Eis und dann ging es ab in Bett.
Ob ich morgen die 130 km bis Juan Sola schaffe sehe ich dann morgen.
Vorweg , ja ja ich habe sie geschafft und es war ein volle 8 Stunden Arbeitstag. Die Route nach Hickmann waren feinste Schotterstrecke. 55 km meist geradeaus auf der Suche nach der Ideallinie, die es aber teilweise nicht gab. Auf halber Strecke gab es den Ort Padre Lozano mit vielen Holzhütten, kaum feste Behausungen. Die Bahnstrecke der ich schon die ganze Zeit seit San Salvador de Jujuy folge ist auch stillgelegt. Eisenbahnen gibt es in Argentinien nicht mehr, nur noch den Patagonienexpress für Touristen. Auf den alten Gleisen standen noch die alten Wagons die im Ort vor sich hin verrotten. Ein weiterer Eisenbahnfriedhof nach Uyuni. Hier hatte ich mal zur Abwechslung vorne einen schleichenden Plattfuß, den ich bei meiner Mittagspause in Hickmann geflickt habe. Auch hier gab es viele Holzhütten. Die streunenden Ziegen und Hunde so wie die Kinder fanden mein kochen auf einem Platz im Ort sehr interessant. Hier gab es auch wieder einen Alten Bahnhof mit Wasserturm und alten Wagons.
Zum Glück war hier die Ruta 53 zu ende und ich konnte auf den Asphalt der Ruta 81 nach Formosa wechseln. Es gab wenig Verkehr und ich habe noch 85 km bis Juan Sola abgerissen und bin dort um 18 Uhr eingetroffen. Das Hostal zu finden war nicht so einfach, die einen schickten mich nach links die andern wieder nach rechts aber ich habs dann doch gefunden, die Nacht für 250 Argentinos sind 15 Euro und die heiße Dusche nach 136 km war super. Auch das Bier im gegenüberliegenden Shop hat gezischt. Abends bin ich dann noch zum Pizza essen. Toller Tag!
Das Frühstück musste ich mir heute selber in der Gemeinschaftsküche machen, danach habe ich endlich auch den Schlauch im Hinterrad gewechselt den ich war das Pumpen alle 25 km satt. So benötigte ich heute keinen Pumpstopp.
Die Strecke zum Vortag unverändert durch die Pampa Argentiniens. Alle 25 km ein Miniort, dazwischen Schilder zu Estancias ab und an mal mit Kilometerangabe, mal 20 km mal 30 km. Sonst gab es viel Flora Buschland mit Kaktusbäumen und Kakteen die ausschauen wie blühenden Baumwollbäumen deren Stamm ausschauten als wären sie schwanger. Aber auch viel Fauna war zu sehen wie Rinder, Ziegen, Schweine die teilweise die Straße querten, aber auch Papageienschwärme und fressende Vögel die sich über Rinder und Hunde Kadaver am Straßenrand hermachten.
Unter einem schattenspendenden Baum habe ich nach 85 km zu Mittag gekocht und nach weiteren 35 km bei fast 40 Grad in Juarez Quartier. Am Shop gegenüber mein Ankommensbier und für den nächsten Tag habe ich noch Proviant gekauft. Abends Habe ich an der Hauptstraße noch zu Abend gegessen,
Heute wieder den ganzen Tag gerade aus, doch wenn ein Ort kommt, kommen auch Kurven den die Straße führt um den Ort herum. Heute war mit nur 75 km Ruhetag angesagt bis nach Laguna Yema.
Wenn ich immer die alten Offroadpisten neben der Asphaltstraße sehe muss ich immer an Dorothee und Kurt Beutler denken die vor ca. 20 Jahren für 10 Jahre um die Welt geradelt sind und viele dieser Pisten bewätigt haben. So ist es heute für Radreisende wesentlich einfacher und schneller um die Welt zu kommen.
In der Unterkunft wurde ich gleich in die Runde der gerade stattfindenden Geburtstagsfeier eingereiht und bekam das letzte argentinische Steak mit Kartoffelsalat gereicht und natürlich ein Stück Geburtstagstorte. Zum Dank habe ich mal wieder mein Fotoalbum mit Bilder aus Köln, von meiner Familie und anderen Radreisen herumgezeigt.
Nach dem Duschen wurde ich vom anwesenden Polizeichef des Ortes ins Auto verfrachtet und zur Laguna Yema gefahren um Fotos zu machen. Anschließend ging es noch zu Polizeistadion die etwas außerhalb de Ortes lag. Während ich das Internet zum Bilder und Bericht hochladen nutzte, hat der Polizeichef mit seinen Angestellten sein Autogewaschen und neben bei gab es von Der Polizei Freibier. Doch Unterhaltung war nur mit Händen und Füßen möglich aber es war ein schöner interessanter Nachmittag auf der Rückfahrt wurden mir noch die Behausungen der Wichi Indianer gezeigt.
Abends bin ich noch zum Schnitzelessen in ein Restaurant an der Ruta 81 eingekehrt.
Von Laguna Yema nach Las Lomitas gibt es nicht viel zu berichten. Um 10 Uhr habe ich schon mein Mittagessen gekocht und um 13Uhr war ich bereits schon am Ziel. So konnte ich wenigstens noch meiner Schwester zum Geburtstag gratulieren. Neben meiner Unterkunft war ein großer Supermarkt in dem ich mir eine Salami, Brot, Joghurt, Kakao gekauft habe und mich so am Abend selbst verpflegt habe. So habe ich den Abend vor meinem Zimmer beim Essen verbracht.
Am nächsten Tag wollte ich mindestens bis zum Abzweig zur Ruta 95 kommen, 107 km. In Estanislao del Campo habe ich Wasser und Cola aufgetankt um auch zelten zu können. In Ibaretta konnte ich an einer Tankstelle noch mal Kaffee trinken, es war km 95 am heutigen Tag. Und dann erreichte ich den Abzweig und versicherte mich nochmal bei einem Möfchenfahrer ob die Strecke wirklich komplett asphaltiert ist. Er bejahte meine Frage. So wollte ich hier noch 10 km ab radeln und dann mein Zelt aufschlagen. Doch es kam anders, denn nach den letzten Tagen im Busch- und Weideland kam ich nun in eine traumhafte Naturlandschaft. Seen, Flüsse, Sumpf, und kein Zelten möglich, erst nach weiteren 40 km durch diese Landschaft fand ich an einem Fluss unter der Straßenbrücke ein Plätzchen. Überall Vögel die für eine tolle Geräuschkulisse sorgten, später kam noch Gezirpe hinzu und irgendwelche Geräusche aus dem Wasser. Ob ich da überhaupt schlafen kann. Doch die Geräusche waren nach dem Ohropax installieren verstummt, doch ich wurde 2 mal vom Licht geweckt. Einmal wurde mein Zelt von der Brücke mit einer Taschenlampe angeleuchtet und einmal von einem Auto welches den Weidezaun am Fluss abfuhr, doch beides harmlos. Ich lebe noch, doch man bekommt jedes mal einen Schreck der einem in die Glieder fährt.
Beim Zeltabbau am nächsten Morgen waren auch die Mücken des Vorabends wieder da. Nachdem ich mich an den freien Hautstellen eingeschmiert hatte, meinten einige Mücken mich noch durch meine Radlehrhose piksen zu müssen. Ob ich nun schon mit dem Zika-Virus infiziert bin?
Mit Rückenwind ging es fix nach Güemes, wo ich meinen ersten Stopp an einer Tankstelle machte. Es gab ein leckeres Salami-Käse Baguette und 2 Kaffee bevor es weiter über die Ruta 83 Richtung Osten zum zweiten Stopp an einer Tanke in ging. Nach weiteren 40 km hatte ich Espinillo erreicht und werde so morgen die Grenzstadt Clorinda erreichen. Die heutige Unterkunft ist ehr ein Kuhstall, aber ich brauchte heute eine Dusche und auch meine Radhose, sie war weiß vom ausgeschwitzten Salz.
Vom Kuhstall ging es auf zur letzten großen Etappe in Argentinien. Mir wurde noch mal alles abverlangt denn ich hatte 95 km Gegenwind Ich hangelte mich stöhnend von Ort zu Ort und von Tankstelle zu Tankstelle wo es immer einen Kaffee gab. Nach 30 km Gegenwind musste wieder Musik auf meine Ohren um mich abzulenken. Immer wieder der Blick auf den Tacho und das Navi, doch die Kilometer schwanden nur langsam. Habe dann kurz überlegt noch eine Übernachtung vor dem letzten Ort einzuschieben, doch ich bin weiter geradelt. Als mein Navi dann noch 15 km Rest anzeigte habe ich Karnevalsmusik aufs Ohr gelegt und vor mich hin gesungen. Mit jedem weiteren Kilometer stieg meine Freude und als ich ankam hatte ich 8 Tage radeln und 912 km hinter mir. Es war ein Erlebnis für sich eine solche Distanz zu absolvieren ohne viele Highlights und Kurven.
In der Unterkunft in Clorinda habe ich gleich die Unterkunft in Asuncion gebucht. Über den internationalen Grenzübergang sind es 50 km. Doch bei meinem Rundgang habe ich einen kleinen Grenzübergang gefunden und die Beamten sagten das der Übergang mit dem Fahrrad möglich sei. Bin morgen mal gespannt ob das klappt. Der Warenaustausch klappte ganz gut über den kleinen Fluss Mit Paddelbooten wurden Waren hin und her transportiert und ich glaube es wird einfach so geduldet.
Nun sitze ich in der Bar Amanto bei einem Abschiedsbierchen und warte das die Küche öffnet. Dann bestellte ich Pizza, doch ich wusste nicht was Morron ist und der Barbesitzer ging in den Gemüseladen nebenan und zeigte mir eine Paprika. Die Pizza hat gut geschmeckt und als Nachtisch gabs noch eine Platte mit Käse, Salami, Schinken und Oliven genannt Picadita. Netter Abschlussabend in Argentinien.
Nach kleinem Frühstück bin ich dann doch über den Internationalen Grenzübergang geradelt, denn über den kleinen würde ich ebenfalls zurück auf die Hauptroute gekommen und hätte keinen Gewinn gehabt. Denn es gab nur die eine Brücke über den Rio Paraguay. Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt den die Beamten aus Argentinien und Paraguay saßen gemeinsam in einem Container. So stempelte der eine den Ausreisestempel in den Pass und der andere den Einreisestempel und ich brauchte noch nicht einmal vom Rad abzusteigen. Ciao Argentinien, aber bald bin ich zurück!


Fotos Purmamarca-Grenze Paraguay:


 

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