Erster Tag: Dellbrück-Mülheim und Stolberg-Malmedy (94 km)

 

Früh um 7:15 Uhr treffen die Radlerfründe bei mir (Hubertus) ein. Ich hatte zuwenig geschlafen bzw. zuviel Geburtstag gefeiert gestern Abend. Aber was solls. Bei gerade mal plus 3° Celsius wird man schnell wieder klar im Kopf. Bis zum Mülheimer Bahnhof ist es nicht weit und so warten wir noch einige Minuten in der kalten Frühlingssonne auf unseren Regional-Express.

Der ist pünktlich und bringt uns in 50 Minuten nach Stolberg.

Wir rollen gemütlich los, warm eingepackt in Fleece-Jacke und Langfingern. Nur Micha hat wie immer schon auf Sommer umgeschaltet. Ein vielversprechender Start in gleißender Sonne, und es wird von Sunde zu Stunde etwas wärmer.

Doch ein Kaffee darf nicht fehlen

Schon um 11 Uhr passieren wir die belgische Grenze und halten in Eupen auf einen Kaffee „to go“.

Weiter geht’s zur Weser-Talsperre (nicht zu verwechseln mit dem Fluss in Norddeutschland), wo es leckere Pommes gibt.

Nach dieser Stärkung beginnt dann der strapaziöse Teil des Tages – es gilt, das Hohe Venn zu erklimmen.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat ein schwerer Brand ein Fünftel der Hochebene schwer geschädigt, die Spuren sind natürlich immer noch zu sehen. Und dennoch ist das Hochmoor in seiner Vielfalt ein Naturerlebnis.

 

10 km vor Malmedy – unserem heutigen Ziel – gibt’s nochmal eine Bier-Rast. Der Rest ist Wohlfühl-Radeln auf dem RAVel.

Der RAVel ist ein Netz von Bahn- bzw. Flussbegleitenden Wegen, die dem „langsam fließenden Verkehr“ vorbehalten sind. Diese Wege werden wir auf unserer Tour noch oft benutzen, und feststellen, dass hier ein harmonisches Miteinander von Radlern, Skatern, Fußgängern und Reitern herrscht. Man nimmt Rücksicht aufeinander, grüßt sich, fühlt sich wohl. Viel stressärmer als auf unseren deutschen Wegen.

Unser heutiges Teilstück geht in sanftem Gefälle nach Malmedy; wir zischen 7 km abwärts mit 30er Schnitt, sind dann in der Stadt und setzen uns auf ein Zielbier in eine Brasserie am Markt. Mittlerweile nagt der Hunger in unseren Mägen, so bleibts bei einem Bier und wir ziehen weiter zu unserer Jugendherberge. Wir erhalten ein 6-Bett-Zimmer über 2 Ebenen, das erleichtert die Geschlechtertrennung. Drea bekommt das Obergeschoss, wir Jungs teilen uns die verbleibenden 4 Betten. Duschen, umziehen. Dann wieder gepäcklos aufsitzen und ab ins Städtchen. In unserem Wunschlokal ist es voll, man bittet uns wieder hinaus. Dann eben nicht. Kleiner Spaziergang, dann ist die Alternative gefunden. Es gibt Nudeln, Fleischbällchen „Lütticher Art“ etc. Alles gut und recht preiswert. Zurück in der Herberge nehmen wir noch ein Bier, schauen den Holländern beim vergeblichen Versuch zu, eine vernünftige Partie Billard zu spielen und sind dann müde. Also ab in die Kojen.

Es wird tatsächlich eine schnarchfreie Nacht ... nur den Regen hört man gegen Morgen ans Fenster klopfen ...

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