Berichte Grenze Portugal - Lissabon
Vom 09.April 2016 – 25.April 2016; 17 Tage

Gesamt Portugal: 619 km; Gesamt 2014/2015/2016: 20.548 km
Autor: Michael Schreiber


Vom 09.April 2016 – 11.April 2016 Tag 43 (482) - Tag 45 (484)
Grenze Portugal – Porto 100 km Rad; 15 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 3002 km

in Portugal folgte ich weiter der Küste, es war ein ganz neues Land, denn hier war ich noch nie, im Gegensatz zu Spanien und Frankreich. Der Verkehr war wesentlich aggressiver als in Spanien, wo fast jedes Auto den 1,5m Sicherheitsabstand zu Radfahrern einhielt. Das ist hier nicht der Fall also wieder fleißig den Rückspiegel nutzen. Die ersten Zeltplätze entsprachen auch nicht meinen Vorstellungen also als weiter Richtung Süden. Ich folgte mal wieder meinem Navi und prompt landete ich in schwierigem Gelände, erst gepflasterte Nebenstraße und dann landete ich an einer schmalen Steinbrücke im Tal eines großen Bachs. Am anderen Ende der Brücke offroad wieder hinaus aus dem Tal und oben war ich wieder auf der Hauptroute nach Esposende, wo ich im Strandhotel eincheckte. Da ich heute trotz des Regen so weit gekommen war beschloss ich spontan doch nach Porto zu radeln und dort 2 Nächte zu bleiben.
Am Morgen war Sturm, Gewitter und Regen. Doch erst hatte ich ja noch Frühstücksbuffet und ich war mal wieder 1 Stunde zu früh denn wie ich feststellte hatte ich die falsche Uhrzeit. Portugal liegt in einer anderen Zeitzone. Also packte ich schonmal mein Fahrrad und frühstückte danach: 4 Brötchen, 2x Müsli mit Obst und Joghurt, 2 süße Brote, und Kaffee und ich war satt. Das Wetter hatte sich auch beruhigt bis zum nächsten Schauer bei dem ich an einer Tankstelle Unterschlupf fand. Es sollte nicht der letzte Regenstopp vor Porto bleiben.
Meine Unterkunft lag mitten in der Altstadt, perfekt! So machte ich mich standardmäßig nach der Dusche auf den Stadtbummel. Porto lohnt sich, gut das ich diese Entscheidung getroffen habe. Und am Abend lief noch in der Bar FC-Köln gegen Leverkusen leider mit nicht so schönem Ergebnis. Aber dafür Bilder aus der Heimat. Anschließend kam noch das Auswärtsspiel vom Fc Porto, sie verloren ebenfalls.
Porto-Besichtigungstour startete ich mit dem Kopfbahnhof mitten in der Altstadt, die Bahn kommt aus einem Tunnel und endet im Bahnhof, Fernzüge kommen hier glaube ich nicht mehr an. In der Eingangshalle sind riesige Kachelgemälde zu sehen. Viele alte Häuser sind ebenfalls mit Kacheln verkleidet, die mit Mustern verziert sind. Weiter ging es über die Avenida dos Aliados, der Prachtstraße Porto's zur Post. Das erste Päckchen mit Landkarten aus Frankreich und Spanien, so wie die ersten 5 DVD's mit Bildmaterial sind nun auf dem Heimweg. An der Kirche Torre dos Clerigos war Eintritt fällig, aber nur für die Turmbesteigung, Rundgang über die Empore und Museumsbesichtigung, der Zugang zur Kirche war frei. 3 Euro waren ok. Die Aussicht war grandios und das Wetter spielte auch mit, blauer Himmel mit kleinen Wolken. Das nächste Ziel war das Franziskanerkloster welches angeblich persönlich von Franziskus von Assisi gegründet wurde. Mal wieder Eintritt 5 Euro mit Minibeschreibung. Zuerst durch die Katakomben mit alten Gräbern und kleinem Bodenfenster ins Gebeinhaus. Auch die Kirche erstrahlte nicht mehr in dem Goldglanz wie in dem Prospekt. Sie sollte komplett vergoldet sein, leider ist der Glanz alter Tage verloren gegangen. Hier sollte man mal das Geld in eine Restaurierung oder Säuberung investieren. Bisschen enttäuschend. Entlang des Ufers bin ich zum Wahrzeichen Porto's gelaufen, vorbei an der schönen Häuserzeile am Kai Ribeira. Die 2 stöckige Metallbogenbrücke Ponte Luis I überspannt das gesamte Tal des Rio Douro. Oben verkehrt die Straßenbahn, unten die Autos. Ich habe erstmal den oberen Weg gewählt und musste somit erstmal wieder auf über 50 Meter nach oben. Von der Brücke hatte man einen tolle Aussicht auf das Flusstal und die Stadt.und das kostenlos. Auf der anderen Seite angekommen muße ich die 50 Meter wieder absteigen. Im Café am Fluss habe ich mich im Liegestuhl bei Kaffee und Hähnchensalat nieder gelassen. Der Blick war immer auf die Altstadt auf der anderen Seite gerichtet. Touristenboote legten an und ab, die Leute flanierten am Ufer, einfach ein schöner Platz. Auf dem Rückweg habe ich den Fluss auf der unteren Ebene der Ponte Luis überquert. Nach Einkauf habe ich den Abend im Café Java mit Text tippen, Bilder kopieren und Essen verbracht. Hoffe das das Wetter morgen so wird wie heute wenn ich den Rio Douro aufwärts fahre.


Vom 12.April 2016 – 18.April 2016 Tag 46 (485) - Tag 52 (491)
Porto - Fatima 309 km Rad; 31 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 3312 km

Am Morgen fuhr ich hinunter zum Rio Douro unter der Ponte Luis hindurch Fluss aufwärts, somit auch unter allen anderen Brücken hindurch die das Tal überspannten. Die ersten Weindörfer waren auf der anderen Flussseite zu sehen, denn ich fuhr nun immer tiefer in Portugals Weinland hinein. Die Straße folgte nicht immer nur dem Flussufer, sondern es ging schon das ein oder andere Mal auf und ab. Bei Eja wechselte ich die Flussseite. Das Wetter war bis hierher gut, doch nun musste ich unter einer Brücke einen Regenstopp einlegen, ich nutzte die Zeit und schmierte mir Brote. Danach kehrte ich im nächsten Ort zum Kaffee ein und verzehrte noch 2 Teilchen, das ganze für 4 Euro. Mittlerweile hatte ich mich schon an den Verkehr hier in Portugal gewöhnt und fand es doch nicht mehr so schlimm wie am ersten Tag. Sprachlich geht’s langsamer voran. Ich finde das portugiesisch osteuropäisch oder russisch klingt. Im Café wurde das kleine Kind der Inhaber vom Vater bespaßt, während die Mutter bedienten.
Für mich ging es nun auch weiter, erstmal im Sonnenschein, immer weiter bergauf durch Weinberge und nachher durch Nutzwald, schnell wachsende Bäume die nach kurzer Zeit abgeerntet werden. Somit entstehen immer wieder kahle Flächen. Der Anstieg zog sich über 20 km auf 728 m. Natürlich im oberen Bereich wieder von Regen und Graupel begleitet, so dass ich meine Regenjacke überstreifen musste. Zum Glück ging es jetzt nur noch bergab nach Arouca, wo es auch ein Hotel als Unterschlupf gab. Inzwischen war auch wieder die Sonne da und ich konnte noch einen Spaziergang durch den Ort machen. Zentrum des Ortes war eine große Klosteranlage, die Kirche war von innen sehr sehenswert, besonders der Altar und das im hinteren Teil befindliche Chorgestühl aber auch der restliche Teil waren sehr schön. Den Abend habe ich im Hotel verbracht bei Büroarbeit und gratis Bierchen, wie sich am nächsten Morgen beim Bezahlen herausstellte. Fußball habe ich auch noch geschaut, leider hat Ronaldo den Traum von Wolfsburg platzen lassen.
Der Morgen war geprägt von Frühstücksbuffet und Regen, so wartete ich im Hotel Foyer auf den Start zum Pass Portal de Inferno. Der Weg hatte den Namen wahrlich verdient, sowohl die Steigung als auch die wahnsinnige Landschaft und das Aprilwetter tat noch seins dazu. Erstmal musste ich einen kleinen Anstieg bewältigen, bevor es in ein tief eingeschnittenes Tal hinunter ging. Kleine Orte hingen an den Hängen des Tals. Nach überqueren einer alten Steinbogenbrücke kam der eigentliche Anstieg von 200 m auf 980 m, zwischen durch verlor man immer wieder mal ein paar Meter an Höhe. Es gab kaum Autoverkehr auf dieser Strecke. Zwischen den beiden höchsten Punkten, war eine Senke und auf beiden Seiten der Straße ging es steil in die Tiefe. Auf der einen Seite ein Wasserfall, auf der anderen war schätzungsweise 700 m tiefer ein Ort zu sehen. Tolle Berglandschaft! Diese Straße ist eine Panoramastraße besonderer Art. Schade das ich mit dem Wetter zu kämpfen hatte, wieder mal Schauer als ich ganz oben war. Bei der Abfahrt hatte sie die Landschaft geändert, es war alles voll riesiger Kieselsteine. In Sul kehrte ich nach der Anstrengung zum Kaffee ein und wärmte mich daran.
Bald erreichte ich die Termas de St.Petro am Rio Sul. Es war ein Kurort mit heißen Thermalquellen auf dem Dorfplatz spritzten 2 Brunnen Wasser in die Luft, es war so heiß das der Dampf in die Höhe stieg. Ich kehrte in ein Café an diesem Platz ein und bestellte, wie die anderen Gäste eine Suppe, doch das Hauptgericht mit Fleisch bekam ich nicht, denn das muß man tags zuvor bestellen. Doch ich kehrte zufrieden in die Unterkunft am Fluss zurück.
Nachdem Aufwachen legte gleich wieder der Regen los. Doch ich hatte ja noch ein Frühstück vor mir und hoffte auf Wetterbesserung, doch vergeblich, nach Rührei, 3 Brötchen, 2x Müsli mit Joghurt und 2 Bananen und dem vom Inhaber angepriesenen portugiesischen Kuchen regnete es immer noch. So bereitete ich mein Rad schonmal vor und wartete noch im Aufenthaltsraum des Hotels. Ich startete so erst um 10:30 Uhr bei leichtem Regen doch er wurde stärker und ich merkte trotz Regensachen, wie die Nässe in die Schuhe und alle Ritzen drang. Nach 10 km endlich eine Einkehr. Völlig nass wurde ich vom Wirt des Cafés aufgenommen. Erst habe ich mich umgezogen, danach Kaffee getrunken und das 3 Stunden, denn der Regen wollte nicht aufhören. Doch ich musste weiter mindestens 20 km bis zu einem Hotel in Tondela. Ich war froh als ich es erreicht hatte.
Am nächsten Morgen verhieß der Blick über den Pool keine Wetterbesserung. Nach dem Frühstück konnte ich zumindest die 25 km Bahntrasse genießen, die als Radweg durch das Tal des Rio Dao ausgebaut war. Ein wildromantisches Tal, der Fluss war mal rau mit Stromschnellen und mal ruhig dahin fliesend bis er in einer Talsperre des Rio Mondeyo mündete. Der schöne Radweg endete abrupt im Nichts 500 m vor dem Bahnhof in Santa Comba. So musste ich schieben bis der Bahnsteig erreicht war.
An einer Fabrik in Rojao Grande war wieder schauern angesagt. Unter dem Vordach der Fabrik stellte ich mich unter und schaute einem Mitarbeiter beim Verbrennen von alten Akten zu. Ein anderer Mitarbeiter sprach mich auf Deutsch an, seine Familie lebt in Berlin und Pforzheim. Er erklärte mir das die Firma die Stahlwollschwämme für Akopatz herstelle. Ebenso war er von den Berlinern begeistert, er liebe ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Man höre und staune! Nächster Stopp war dann mal wieder in einem Café und 8 km der nächste in einem Dorfrestaurant. Die zwei Dorfältesten saßen beim Essen am Nachbartisch bei ohrenbetäubender Lautstärke führten sie ein Gespräch. Die Hausmutter führte beim Bedienen Selbstgespräche und ich saß mittendrin und hoffte auf weniger Regen. Ja mal weniger mal mehr, doch dann konnte ich mich meiner Regenklamotten entledigen, ich spannte sie zum Trocknen auf meine Quertasche. Welch eine Freude. Doch nach 2 weiteren Kurven im Tal des Rio Mondeyo, genau genommen 500 m später, regnete es wieder in Strömen. Bei der schönen Landschaft Richtung Coimbra hätte ich besseres Wetter brauchen können. Hier hatte ich mein Minimalziel für heute erreicht, doch ich wollte noch etwas für den nächsten Tag vorarbeiten. Also habe ich nochmal 15 km und einen Berg dran gehangen. Das Hotel was ich ansteuerte sollte 95 Euro kosten, grins! Aber die Rezeptionistin beschrieb mir den Weg zu einer Recidencial (bei und Pension) für 30 Euro, heiße Dusche, Bett und 70 km bis Fatima. Das Wetter sah auch besser aus, ich konnte sogar ein Abendbier in der Sonne genießen und noch 2 Hamburger, portugiesische Variante mit Spiegelei. Danach machte ich noch eine Kneipentour durch den Ort Condeixa, ein Bier und schnell wieder raus, denn das Nichtraucherschilder wurde völlig ignoriert bis auf die letzte Einkehr. Nun ab ins Bett und morgen bei besserem Wetter nach Fatima.
Naja Wetter ist so eine Sache. Kurz nach Start zog ich meine Regenjacke wieder an weil es tröpfelte doch dabei blieb es, die Entscheidung für oder gegen Regensachen ist manchmal nicht so einfach. Zieht man sie an gibt es nur ein paar Tropfen, macht man es nicht fängt es plötzlich in Strömen an zu regnen und man ist völlig nass. Heute war das Ziel nur Ankommen am 4 Pilgerort meiner Reise. Nach Köln, Lourdes, Santiago de Compostela folgte nun Fatima. Sitze jetzt noch 10 km vor Fatima in einem Restaurant und freue mich auf die Ankunft, aber auch auf 2 Tage Ruhepause.
In Fatima angekommen radelte ich vorbei an meinem Hotel, denn ich wollte erstmal zum Heiligtum um wirklich angekommen zu sein. Dann Check-in im Hotel und Zeltaufbau im Keller, nicht zum Schlafen nur zum Trocknen. Gute Sache!
Nicht so gut war die erste Nacht, denn um 4 Uhr ging ein Tohuwabohu im Hotel los, denn eine koreanische Reisegruppe reiste ab, es ging für sie zum Flughafen nach Lissabon. So Asiaten können ganz schön laut sein, kenne ich noch aus China. Auch von der Rezeption kam nur ein tut uns leid. Nachdem die Reisegruppe nun weg war hatte ich noch 3 Stunden Schlaf und das Frühstücksbuffet für mich alleine. Hiernach machte ich mich auf die Wanderung über den Kreuzweg durchs Valle Vainhos zum Heimatort der 3 Hirtenkinder Lúcia dos Santos, Jacinta und Francisco Marto, wovon berichtet wird, dass sie am 13. Mai 1917 auf einem freien Feld eine Erscheinung der Jungfrau Maria erfahren hätten. [Diese habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zurückzukommen. Die Kinder vereinbarten untereinander Stillschweigen über diese Erscheinung, Jacinta brach jedoch dieses Versprechen, und so fanden sich am 13. Juni einige Neugierige ein, die sich mit eigenen Augen überzeugen wollten, ob die Geschichten der Kinder stimmten. Als jedoch im Juli, August und September die Zahl der Schaulustigen immer größer wurde, kündigte die Erscheinung für den 13. Oktober ein Wunder an. Am fraglichen Tag hätten Zehntausende von Anwesenden das Sonnenwunder gesehen – sie konnten problemlos die Sonne, die einer Silberscheibe ähnelte, anschauen, während sich diese wie ein Feuerrad drehte. (Quelle:Wikipedia)]
Der Weg führte durch Olivenhaine an verschiedenen Erscheinungsorten vorbei bis Aljustrel. Im Ort waren die ursprünglichen Wohnhäuser der Kinder zu besichtigen. Bei Lucias Haus war noch der Stall mit Schafen zu sehen. Sonst konnte der Ort nur mit Andenkenläden aufwarten genau wie auch Fatima selbst. Hier war eigentlich nur freies Land, heute eine Hotelstadt mit Heiligtum, bestehend aus der eigentlichen kleinen Erscheinungskapelle, der Basilika, wo die 3 Kinder nun begraben sind, und der gigantischen neuen modernen Kirche Igreja da Santissima Trindade.
Zurück im Hotel richtete ich mir dann mein Büro im Speiseraum ein. Hier läutete ich den nächsten Abschnitt meiner Radreise mit der Buchung meines Flugs nach Trujillo Peru ein. Für günstige 476 € zuzüglich 75 € fürs Fahrrad. Somit werde ich am 26.4. in Peru einreisen. Ich freue mich, bin gespannt, aufgeregt, euphorisch. Ein gutes Gefühl. Aber erst noch 1 Tag Fatima, 3 Tage nach Lissabon radeln und 4 Tage Lissabon genießen und vielleicht sogar Dieter treffen. Würde mich freuen.
Nachdem ich mal wieder das Frühstücksbuffet ausgekostet hatte macht ich mich am letzten Tag in Fatima auf zur Grutas da Moeda. Nach 3 km über eine kleine Nebenstraße erreichte ich die Höhle. Am Eingang wurde mir gesagt das max. 2 Personen da sein müssen bevor eine Führung startet, so musste ich warten bis eine 4 Frauen starke Gruppe auftauchte. Sie waren guter Stimmung, denn sie hatten in der Cafebar schon einen Wein geschlürft. Auch der Führer war gut drauf, so wurde es eine gute und lustige Führung durch die 18 Grad warme, 45 m tiefe und 350 m lange Höhle. In den einzelnen Grotten wurde einmal für mich auf Englisch und für die Damen auf Portugiesisch erklärt. Es gab unterirdische Seen, Wasserfälle und Flüsse. Die Beleuchtung war sehr gut gestaltet
Zurück wählte ich einen anderen Weg der nur 2 km länger war. In Fatima schrieb ich noch eine Karte an meine Mutter, die auch schon hier her gepilgert war, trank noch einen Kaffee und im Hotel tippte ich weiter am Bericht um ihn online zu stellen. Am Abend nochmal einen Rundgang durch den Ort.


Vom 19.April 2016 – 25.April 2016 Tag 53 (492) - Tag 59 (498)
Fatima - Lissabon 209 km Rad; 22 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 3521 km

Abschied von Fatima. Es war doch besser als zuerst gedacht. Montags war es ruhiger und da die meisten Pilger und Touristengruppen über das Wochenende anreisen. Abends habe ich noch an einem Gottesdienst auf Spanisch teilgenommen und Heiligenbildchen für meine Mutter segnen lassen.
Am Morgen sah das Wetter böse aus, doch nach dem Frühstück klarte es auf. Über den Weg war ich mir auch noch nicht schlüssig, denn den direkten Weg gab es nicht. Ich wählte den Weg über Minde nach Rio Major. Unterwegs gabs einen Schauer den ich für eine Kaffeepause nutzte, zum Glück, denn es war ein starker Wolkenbruch. Danach war es wieder warm und die Sonne schien, somit mal wieder Zeit im kurzen Trikot zu radeln. Das Land war hügelig, von einem Bachtal zum nächsten. Immer wieder schöne Ausblicke ins Tiefland, doch die letzte Abfahrt nach Obidos war etwas länger und mich erwartete das Rothenburg ob der Tauber Portugals, was ich erst erfuhr, als ich es in der ferne erblickte. Der Ort war von einer Stadtmauer umgeben und in ihr die kleinen weißen Häuser mit ihren blau und gelb gestrichenen Hausecken. So kann es gehen, man erwartet eine normale Stadt und landet in einem Touristenmagnet der extra Klasse. So verlängerte ich spontan meinen Aufenthalt um eine weitere Nacht und genieße das Flähr von Obidos. Beim kleinen Schnupperrundgang hatte ich zuerst ein nettes Gespräch mit einem Camperpaar aus Izehoe, die auf Portugal Rundreise waren und später mit einem Geschwisterpaar aus Norwegen, wo Sie nun in Prortugal lebt, aber vorher 2 Jahre in einem Schuhgeschäft in Bonn gearbeitet hat und somit auch deutsch konnte. Habe mich nun auf dem Platz neben der Kirche niedergelassen die ich vorher besichtigt hatte. Sie ist komplett mit blau bemalten Fliesen gekachelt und die gewölbte Holzdecke war bund bemal, der Rest wurde von den Altären geschmückt. Morgen werde ich noch die Stadtmauer umrunden und die auf dem Ortsplan eingezeichneten Punkte anlaufen. Abends bin ich noch zu Bolognese essen und einem Rotwein in ein Restaurant eingekehrt. Im Fernseher lief DFB Pokal Bayern-Bremen. Auch hier wieder ein Gespräch mit Deutschen aus München. Habe dann noch im Dunkeln einen Rundgang gemacht um zu fotografieren. Toller Tag mit Abschluss bei Panna Cotta und einem Bier in der Petraum Domus Bar.
Am nächsten Tag machte ich bei bestem Wetter Stadtbesichtigung, zuerst Rundgang über die komplette Stadtmauer, danach durch die Gassen, doch irgendwie war bei mir Husten im Anmarsch, so legte ich mich Mittags erst mal was auf dem Zimmer ins Bett und dann kamen auch noch Kopfschmerzen dazu. Außer Getränke im 1 km entfernten Supermarkt und Abendessen im Lokal vom Vorabend habe ich nichts mehr gemacht.
Somit wurde der nächste Tag ganz schön hart. Mit kleiner Erkältung an der Küste entlang. Ab und an eine Hustenattacke, Gegenwind und ständig Berg auf und ab. Habe aber ganz ruhig vor mich hin getrampelt um mich zu schonen. Trotz der ganzen Umstände habe ich 75 km bis Mafra geschafft Die Ausblicke am Meer waren schon schön, konnte ich aber nicht wirklich genießen In Mafra habe ich mir noch die Beine vertreten und bin zum Königspalast mit Kloster gelaufen. Im Restaurant 2 Beefbrötchen gegessen mit alkoholfreiem Malzbier. Habe mich heute echt durchgebissen und muß morgen so nur noch 40 km machen. Hoffe das es morgen besser ist, aber es war nicht so schlimm das man sich hätte Sorgen machen müssen.
Der neue Tag hatte noch paar Steigungen in petto, besonders eine wird mir in Erinnerung bleiben. Da ich von Loures nicht die dicke Straße nach Lissabon nehmen wollte, bin ich einen kleinen Umweg gefahren und bekam dann die Steigung präsentiert. Doch zurück wollte ich auch nicht mehr, also habe ich mich hoch geplagt. 200 – 300 Meter dann war die Luft zu Ende. 5 Minuten durchatmen und weiter gings. Nach 6 Stopps war ich oben. Durch mein Navi habe ich schnell meine Unterkunft im Herzen Lissabons gefunden. Doch durch den Anblick von außen und dem Treppenhaus ahnte ich Schlimmes.Doch als mich der Inhaber in den 3.ten Stock führte und die Tür öffnete war ich begeistert Ich stand im Wohnbereich mit offener Küche zur gemeinschafts- Nutzung durch die 5 Gästezimmer. Das Highlight war der Ausblick, von 2 Terrassen aber auch aus dem Zimmer lag einem Lissabon zu Füßen. Sightseeing überflüssig! Ich fühlte mich hier gleich Zuhause. Abends machte ich doch noch einen Rundgang durch Baixa zum Rio Tejio, nach Chiado und zurück.
Am Morgen sagte mit mein Bauchgefühl: Fahr erst einmal zum Flughafen. Gute Entscheidung! Mit der Metro war ich in 30min dort und suchte den Schalter von Air Europa auf. Die Mitarbeiter waren nun damit beschäftigt mein Fahrrad einzuchecken, sonst hätte es sein können das sie es Am Flugtag nicht mitgenommen hätten.Nach einer gefühlten Stunde am Schalter kam das OK nach dem der Mitarbeiter nochmal mit dem Backoffice telefoniert hatte. Nun schaute ich noch an der Wrappingstadion vorbei. Kein Problem, sie waren fürs verpacken von Fahrrädern gerüstet. Der Mitarbeiter sagte sogar: We have the right Tools. So fuhr ich beruhigt zurück, machte eine Brotzeit in der Unterkunft und traf mich mit Dieter einem Radlerfründ aus Köln am Nachmittag im Goethe Institut. Wir haben zuerst dort im Garten gesessen und sind dann nach Graca gezogen und haben in einem Lokal bei Fleisch und Rotwein zu Abend gegessen. Zum Abschluss haben wie noch mal den Ausblick von einem Mirador über die beleuchtete Altstadt genossen. Schön war es nach 2 Monaten ein bekanntes Gesicht zu treffen.
Am nächsten Lissabontag bin ich früh aufgestanden um mit der Tram 28 durch ganz Lissabon zu fahren am morgen war die Schlange noch erträglich und so bin ich als dritter in die zweite Bahn eingestiegen und hatte einen schönen Sitzplatz am Fenster. Man sollte einmal mitgefahren sein es ist ein echtes Erlebnis, ich war fast 2 Stunden unterwegs. In Graca bin ich ausgestiegen und noch mal zu den Miradors gegangen. Auf dem Platz Lago de Savera habe ich mich in einem kleinen nicht touristischem Café niedergelassen und der Musik aus den Häusern zugehört. Hier sind die ganzen Größen der Fado Musik in großen Hausgemälden verewigt. Danach habe ich Sachen für den Flug umgepackt und den Abschluss bei einem Bierchen auf dem Man... Mami bei Live Salzamusik gemacht.

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