Berichte Grenze Spanien-Grenze Deutschland zur Zeit in Nancy
Vom 23. Februar – 09. März 2020; 16 Tage; 1.330 km; 5.798 Höhenmeter; 72 km zu Fuß
Gesamt Teil 5: 363 Tage; 15.856 km; Höhenmeter: 101.530 m; Gesamte Traumradreise 2014-2019: 73.679 km
Autor: Michael Schreiber
#Vom 23.Februar 2020 - 24.Februar 2020 Tag 349 - Tag 350
#Vom 24.Februar 2020 - 27.Februar 2020 Tag 350 - Tag 353

#Vom 28.Februar 2020 - 02.März 2020 Tag 354 - Tag 357
#Vom 03.März 2020 - 08.März 2020 Tag 358 - Tag 363
#Vom 09.März 2020 - 12.März 2020 Tag 364 - Tag 366


Vom 23.Februar 2020 - 24.Februar 2020 Tag 349 - Tag 350
Etappe Grenze Spanien-Grenze Frankreich 40 km; Zu Fuß 1.630 km

Datum km Schnitt   Höhenmeter Zielort
23.2.2020 62,82 14,94 43,38 1249 Andorra Vella
24.2.2020 92,22 15,44 50,71 1630 Tarascon

Nun sitze ich 1,7 km vor meiner gebuchten Unterkunft auf 1070 m bei strahlend blauem Himmel in der Sonne beim Zielbier. Tolle Landschaft auf den ersten 10 km in Andorra doch die Städte waren nicht so schön. Es waren hunderte von Rennradlern unterwegs die zum teil ebenfals mit ihren teuren Hitec Bikes hier im Can Jovi einkehrten. Doch nun geht es erst einmal auf die letzten Meter zur Unterkunft die ich schnell erreicht hatte. Ich konnte, durfte mit meinem Rad in den Aufzug und auf mein 9 qm Zimmer. Da sollte sich mal ein Hotel in Barcelona ein Beispiel dran nehmen. Die Dusche war perfekt und ich konnte frish durch Vella sparzieren. Es gab viele moderne Geschäfte mit all den teuren Marken. Denn Andorra ist nicht nur ein Skiparadies sondern auch ein Shopping Paradies.
Nach dem Rundgang bin ich in einem portugiesischen Lokal gelandet mit guter Internetverbindung und Bier aus Portugal. Zum Essen war ich 2 Mal bei MC Donalds.
Ich habe gut geschlafen und es gab Frühstücksbuffet im Hotel, welches ich voll ausnutzte. 4 Brötchen mit Käse, Schinken, Pastete, 2 Schalen Obstsalat, Croissant, Donut und Joghurt, dazu ein Cappuchino und 2 Cafe Leche. So ging in den 26 km langen, harten Anstieg in den Schnee zum 2408 m hohen Port´Envelira.
Für jeden der 26 Kilometer gab es für die Radler eine Tafel mit der Durchschnittssteigung für den folgenden Kilometer. Auf dieser Strecke war schon mehrmals die Tour de France und die Vuelta aus Spanien unterwegs.
Es war faszinierend wie die Städte Andorras in das ende Tal gezwängt sind. Der Anstieg war anstrengend und die Landschaft wurde immer weisser. Die ersten Skihänge, wo die Abfahrer vor den Liften in langen Schlange warteten um wieder für die nächste Abfahr nach oben zu gelangen. Nun wusste ich auch warum hier alles ausgebucht und teuer war.
Den Tunnel den ich dann auf 2000 m Höhe erreichte war für Radler gesperrt und so kamen weitere 400 Höhenmeter hinzu. So folgte auch das vorläufige Ende meine Kette. Kettenriss! Doch da meinje Kette eh schon recht gut gelängt war, konnte ich das gerissene Glied entfernen und durch ein Kettenschloß ersetzen. Durch die mittlerweile echt dick mit altem Öl behaftete Kette, sahen meine Hände die aus wie …! Zum Glück hatte ich noch ein Stück Seife in meiner Lenkertasche und als Waschwasser habe ich den Schnee am Straßenrand genutzt.
Doch ich konnte weiter hinauf zum Pass, das war das wichtigste. Dort Bilder schießen, Langshirt an, Beinlingen hoch und hinab durch die noch schneebedeckte Landschaft. Dies änderte sich schnell und das Weiß war dem Grün gewichen. Ich wusste noch nicht wo ich mein Ziel finden werde. Doch ich hatte nach 30 km Andorra verlassen und war in Frankreich.

Vom 24.Februar 2020 - 27.Februar 2020 Tag 350 - Tag 353
Etappe Grenze Andorra-Carcassonne 213 km; Zu Fuß 15 km

Datum km Schnitt   Höhenmeter Zielort
24.2.2020 92,22 15,44 50,71 1630 Tarascon
25.2.2020 78,16 18,38 44,59 463 Villefanche de Lauragais
26.2.2020 72,16 15,88 34,96 227 Carcassonne

Das Ziel hieß Tarascon an der Ariege und meine Hände waren am Abend immer noch nicht wirklich sauber nach dem Problem mit der Kette. Den Fluss hatte ich schon oft bei den Übertragungen der Tour de France gehört und nun bin ich auf dieser Strecke selber unterwegs. Vor dem Ziel wies noch ein Schild zum Plateau de Beile wo die Tour auch schon mal ihr Ziel hat oder auch hatte.
Die Landschaft war sehr schön wie auch der Zielort mit einem kleinen historischem Zentrum, welches auf einem Fels an der Ariege lag. Doch da wollte ich mit meinen müden Beinen nicht mehr hinauf und habe lieber eingekauft, denn mein Zimmer hatte eine Kochmöglichkeit. Am Ufer der Ariege habe ich das Zielbier in Form von einer 0,75 l Kronebough genossen habe. Anschließende habe ich noch Bilder in der Unterkunft an der Theke hochgeladen.
Nun geht es zum Kochen aufs Zimmer. Für Morgen habe ich beschlossen nicht bis nach Toulouse zu radeln, sondern etwas früher zum Canal de Midi zu stoßen mit dem Ziel Villafanche Lauragais. Mit kochen war dann doch nichts, die Herdplatten funktionierten nicht, so gab es nur Brot.
Am Morgen hingen fette Wolken über dem Tal der Ariege und es war kalt. Eben die Nordseite der Pyrenäen. Doch es rollte ganz gut vorbei an Foix mit einer mächtigen gut erhaltenen Burg im Zentrum. Ich bin hierher und weiter der Nebenstraße rechts der Ariege weiter bergab gefolgt denn in Tarascon war ich nach den 2408 m in Andorra immer noch auf 500 m. Mein Navi führte mich auch über kleine asphaltierte Feldwege, so würde ich es mal nennen. Hier hatte ich nochmal einen Blick zurück auf die Pyrenäen. Doch der Blick von einer Anhöhe mit einem steilen 100 m Anstieg war noch besser, den hier gab es einen Pavillon mit Aussicht und auch 2 Doppelkekse zur Stärkung. Das Panorama war einfach fantastisch mit den Schnee bedeckten Gipfeln, die heute leider auch von Wolken umfangen waren.
Es folgten auf den asphaltierten Feldwegen, auf denen mich mein Navi lotste, fiese, giftige Anstiege und Abfahrten die nur mit voller Bremsleistung zu bewältigen waren. Es waren die Wirtschaftswege der Bauern die hier hügelige Felder zu bearbeiten hatten. Doch ich habe es ohne schieben geschafft, doch Verschnaufpausen waren nötig.
Dann hatte ich endlich nach einer schönen Abfahrt den Canal de Midi erreicht. Leider gab es hier von ursprünglich 3 Hotels nur noch eines, also keine Wahl. Es war ganz gut aber auch teuer.
Nach ausgiebiger Körperpflege habe ich das Dorf besichtigt.
Doch mit den Öffnungszeiten in Frankreich es nicht so einfach. Vieles hat am Nachmittag geschlossen und dann haben Geschäfte auch nur kurz geöffnet. So bin ich in eins der nicht mehr existierenden Hotels Namens de France zum Ziel Bier Stella Artois. Frankreich kann wohl kein eigenes Bier, doch dann eines gefunden, welches hier in der Nähe von Toulouse in einer Privatbrauerei gebraut wird. So ein Craft Beer. Mag ich nicht so. Danach keinen offenen Market mehr gefunden und die Restaurants waren mir zu teuer, eine Pizza ab 12 Euro, zu viel. Der Weg zum MC Donalds mit 1,5 km war mir zu weit. So muss ich mal schauen was noch in meiner Küchengepäcktasche schlummert. Auch bei meinem letztes Bier, im de France war um 8:30 Uhr Auskehr.
Habe noch fleißig getippt und bin dann aufs Zimmer.
Morgen geht es hoffentlich trocken entlang des Canal de Midi zur Unterkunft nach Carcassonne, den die Wettervorhersage ist nicht so toll.

Als ich am Morgen aufwachte und aus dem Fenster schaute, sah ich das es fest am Regnen war. Doch als die Zeit zum Aufbruch zum Canal de Midi gekommen war, war es wieder trocken. So konnte ich das radeln auf den ersten 7 km des perfekten Kanalradwegs voll genießen. Es folgte eine Schleuße der nächsten. Um so mehr Schleusen ich passierte um so schlechter wurde der Weg. Zuerst zu einem unasphaltiertem Weg und auch ab Kilometer 11 kam der Regen zurück, dazu noch schöner Sturm mit Böen, doch zum Glück von hinten. Dann verlangte man mir mit dem 55 Kilofahrrad Fahrkünste ab, der der unasphaltierte Weg wurde zu einem Trampelpfad und der Regen machte es nicht besser. Pfützen und der Pfad weichte immer mehr auf. Doch es war eine herrliche Strecke und keine Menschenseele unterwegs auch kein einziges Schiff sie lagen alle vor Anker.
Da der Regen nach 45 km nicht aufhörte, habe ich beschlossen den kleinen Ort Bram 1,6 km von der Route entfernt anzusteuern.
Hier sitze ich nun schon beim zweiten Kaffee und lasse meine Sachen unter der warmen Klimaanlage trocknen. An der gesamten Strecke gab es keine Möglichkeit sich mal unterzustellen. Auch nicht an den 1–3 stufigen Schleusen mit den Schleusenwärter Häuschen. In Frankreich kennt man scheinbar keine Vordächer oder des gleichen. Zum Ziel sind es von hier noch ca. 25 km und da ich erst um 15 Uhr mein Appartement beziehen kann habe ich noch Zeit für weitere Kaffees. Der Ort Bram wurde im Mittelalter kreisförmig angelegt und besaß nur ein Eingangstor, was die Verteidigung erleichterte. Die Kreisform ist heute noch sichtbar. Somit war der Abstecher gar nicht so schlecht. Der Regen tat des Erlebnis-Radelns keinen Abbruch.
Doch nun beim immer noch zweiten Kaffee zeigte sich tatsächlich wieder die Sonne. Ich hoffe sie ist auch noch da, wenn ich den Kaffee leer habe.
Die Sonne war zwar weg, doch es blieb trocken bis auf wenige Tropfen. Bald war ich, nach einer kleinen Sperrung wieder am Kanal der mich nach Carcassonne hineinführte, doch wieder über matschige Pfade. An der letzten Schleuse Carcassonne bin ich in die neuere hinein gerollt Stadt und habe den Fluss L'aude über die alte Steinbrücke gequert. Von hier konnte ich die mächtigen Festungsmauern mit den zahlreichen Türmen, der Zitadelle von Carcassonne erblicken. Zwischen dieser und dem Fluss lag meine Unterkunft, die pünktlich um 15 Uhr ihre Rezeption öffnete. Ich stand mit meinen Regenklamotten und dem eingesauten Rad und den schmutzigen Taschen vor dem Eingang und mir wurde so wie ich war Einfahrt gewährt.
Im Apartment habe ich mir gleich Nudeln gekocht und anschließend bin ich gleich hinauf in die Zitadelle und habe durch die Gassen mit den alten Häusern einen Rundgang gemacht. Dann bin ich hinüber auf die andere Seite des Flusses um dort eine weitere Runde zu drehen bevor es das Zielbier im La Bascule gab. Hier gab es einen Kicker und eine Dartscheibe. Für mich ein Pelforth aus Nordfrankreich. Hier nur teure 2,60 Euro, in den anderen Gaststätte 3–3,5 Euro und das für nur 0,25 l. Echt teuer da gewöhnt man sich das Trinken ab. Auch sonst ist in Frankreich alles sehr teuer, an auswärts Essen nicht zu denken, so geht es gleich noch in den Supermarkt um mich mit Lebensmitteln in meiner Wohnung einzudecken.
Zurück in der Unterkunft gab es noch mal Nudeln dazu Leffe, da leckere Bier aus Belgien.
Am Morgen meines Ruhetages war Dauerregen angesagt und er dauerte bis nach Mittag. Also erst Frühstück auf dem Zimmer dann noch Mittagessen. Nun konnte ich endlich mal raus und bin nochmal in die Zitadelle um die Kirche mit den bunten Fenstern zu besichtigen. Das Chateau habe ich ausgelassen. Es sollte 9,50 Euro kosten. So sitze ich mit meinem Notebook, wieder bei den lokalen Carcassonniern beim Pelforth. Dann nochmal Supermarkt und ab zurück in Appartement.
Morgen geht’s weiter am Kanal mit Ziel offen, das ist Wetter abhängig.

Vom 28.Februar 2020 - 02.März 2020 Tag 354 - Tag 357
Etappe Carcassonne-Avignon 302 km; Zu Fuß 21 km

Datum km Schnitt Max km/h Höhenmeter Zielort
28.2.2020 103,17 16,88 39,85 289 Beziers
29.2.2020 113,75 17,26 35,62 241 Aigues-Mortes
1.3.2020 85,22 18,73 36,67 199 Avignon

Als ich am Morgen die Fensterläden meines Zimmers öffnete, sah ich keinen Regen und war happy. So habe ich mir schnell eine Cappuccino gekocht und Baguette mit Frischkäse und Salz verfeinert zum Frühstück bereitet.
Ich bin nach einem Foto vor der Unterkunft, welches der Chef noch machen wollte, gleich wieder zum Canal de Midi gestoßen. Ich bin ihm bis zu einer der vielen folgenden Baustellen gefolgt. Ich musste mir einen eigenen Weg suchen, denn Umleitungen waren nicht ausgeschildert. Doch das Schlimmste war, das die Absperrung erst nach 500 – 1000 m folgte und ich wieder Umkehren musste. Die Beschaffenheit des Weges war wie gestern, mal guter Weg, mal Trampelpfad. Auch genau wie gestern, ok 2 km weiter, musste ich meine Regenkleidung anlegen. Es war nur Nieselregen und er hielt nicht lange an, sondern nach mittlerweile 45 km kam sogar die Sonne zum Vorschein.
Immer öfter habe ich nun den Weg am Kanal gegen kleine Straßen getauscht. Doch so wirklich konnte ich dem Kanal nicht entfliehen, was auch gut war, denn es gab immer wieder das ein oder andere interessante Bauwerk, wie Brücken die Flüsse überquerten oder es gab Tunnel, die ich aber überqueren musste.
Das größte Bauwerk des Kanals vor Besiers war leider nicht mehr in Betrieb. Eine Schleuse mit unzähligen Stufen. Nebenan war ein neuer Schiffsaufzug über eine schiefe Ebene. Von hier hatte ich schon meinen Zielort Besiers im Blick. Doch ein Hotel zu finden war mal wieder nicht so einfach. Letztendlich bin ich im Ibis Budget gelandet, günstig und gar nicht so schlecht.
Es ging gleich auf Rundgang durch die Stadt und zur Kathedrale, die auf dem höchsten Punkt lag und so hatte man eine perfekte Aussicht über das Land.
Auf dem Weg habe ich schon eine lokale Kneipe erspäht, wo ich dann auch auf dem Rückweg eingekehrt bin. Es war die Bar de la Poste, alle waren angetrunkenen, so auch der Barkeeper, Dich zum Tagebuchschreiben genau richtig, doch ich habe mich nicht getraut mein Notebook auszupacken.
Doch nach einiger Zeit habe ich mich dann doch getraut und meine Homepage aktualisiert. So gab es sogar noch ein Freibier mit Knabberzeug vom Barkeeper.
Anschließend habe ich meinen Rundgang auf der Suche nach einem Supermarkt fortgesetzt und habe noch ein Baguette und eine Dose Fisch fürs Abendbrot gekauft.
Am Morgen ging es bei trockenem Wetter weiter entlang des Canal de Midi. Es waren wieder alle Wegbeschaffenheiten dabei. Auf dem Weg gab es eine alte Eisenbahnhubbrücke und ein Kanalkreuz mit einer technisch interessanten Lösung zu bestaunen. Dann führte der Radweg mitten durch die Dünenlandschaft am Mittelmeer. Das Meer dahinter war durch den starken Wind wild und aufgewühlt. In Sete welches ich am Ende des Canal de Midi erreichte peitschten die Welle über die Promenade.
In einem kleinen Ort habe ich auf dem Dorfplatz vorm Sparmarkt in der Sonne Pause gemacht, bevor es durch ein Biotop weiter ging. Es war voller Flamingos. Anschließend ging es nach dem ich einen Ort mit Ferienwohnanlagen durchquert hatte war ich wieder in den Dünen.
Nun war nach schon 100 gefahrenen Kilometer langsam Unterkunft-Suche angesagt. Der Himmel hatte sich auch wieder zugezogen. Aus den 100 km wurden 113 km und ich erreichte eine große Zitadelle. Es war Aigues Mortes. Ich bin hinein, doch innerhalb der Mauern waren die Unterkünfte unbezahlbar, so habe ich außerhalb der dicken Wehrmauern, eine runter gehandelte Unterkunft, die immer noch über meinem Budget lag, bezogen. Doch da ich morgen Avignon erreichen werde und hier mit Aigues Mortes einen interessanten Ort gefunden habe, relativiert sich der Preis wieder.
Günstiges Zielbier mit Internet gab es vor einer Fast Food Bude im Zentrum und Abendessen auf dem Zimmer.
Beim Aufwachen regnete es wieder, doch als ich mein Gepäck aufs Fahrrad packte war es wieder trocken und so sollte es den ganzen Tag bleiben.
Die ersten Kilometer, genau 15 km, bin ich dem Kanal Sete-Rhone gefolgt und bin dann asphaltierten Wegen durch die Weinfelder gefolgt. Diese Weinfelder gab es schon die Tage zuvor.
An einer Boulangerie in einem Dorf habe ich Pause gemacht. Hier gab es neben frischem Baguette mit Schmierkäse auch die ersten Sonnenstrahlen.
Nach einem Hügel habe ich dann nach 45 km den Rhoneradweg erreicht, der hier über eine Bahntrasse verlief. Anschließend habe ich nochmal die Landstraße genutzt, um die Radweg Schlenker abzukürzen. Die Rhone habe ich zum ersten Mal kurz vor Avignon zu Gesicht bekommen. Diese habe ich hier überquert und hatte den Blick auf den ehemaligen Papstsitz der über 700 Jahre Bestand hatte.
Der Wohnungsbezug war problemlos, wie angekündigt lag der Wohnungsschlüssel unter der Fußmatte und der Zugangscode zur Haustüre stimmte auch. Ich habe mir schnell Nudeln gekocht und bin ab auf die erste Runde durch die Stadt vorbei am mächtigen Papstpalast, zum Zielbier, durch viele Gassen und so waren es 8 km. Zum Schluss war ich noch in der Café-Bar Halles und im Carrefour und konnte mit den Einkäufen noch mal in der Wohnung Kochen.
Die Nacht auf dem Schlafsofa war besser als gedacht, doch am Morgen regnete es wieder. Also habe ich den Tag langsam angehen lassen und bin erst am Mittag zur 12 € teuren Palastbesichtigung aufgebrochen. Im Nachhinein war der Preis angemessen, man bekam ein GPS gesteuertes Tablett und je nachdem welchen Raum man betrat, bekam man die passenden Informationen. Zusätzlich konnte man mit dem Tablett einen Zeitsprung machen und konnte auf dem Bildschirm die Szene in 3d betrachten, wie das Zimmer eingerichtet war. Das Zimmer wurde genau in Blickrichtung wie man gerade stand angezeigt. Perfekte visuelle Unterstützung der Besichtigung.
Nun sitze ich nach kleiner Runde durch die Stadt wieder in der lokalen Bar de Halles beim Saint Omer Bier und der Abend erinnerte mich an die Küz in Sieglar. Am Thekenende wurde eine französische Variante des Schockens gespielt.

Vom 03.März 2020 - 08.März 2020 Tag 358 - Tag 363
Etappe Avignon-Corre 635 km; Zu Fuß 27 km

Datum km Schnitt Max km/h Höhenmeter Zielort
3.3.2020 102,41 17,30 31,71 290 Montelimar
4.3.2020 117,88 17,13 35,40 391 Roussillon
5.3.2020 103,94 17,75 39,71 506 Villefranche sur Saone
6.3.2020 110,25 10,21 39,50 320 Chalon sur Saone
7.3.2020 88,99 17,53 36,26 240 Auxonne sur Saone
8.3.2020 111,46 19,28 50,46 802 Corre

Am Morgen ging es mit der aufgehenden Sonne, die mir in die Augen blendete, hinaus aus Avignon. Dabei war ich wieder so glücklich über mein Reisewetter. Es ist unglaublich wie wenig Regen ich in den 6 Jahren meiner Radreise gesehen habe. Doch heute war es kalt, weil mir der kalte Wind heftig entgegenwehte. Bin nicht gleich dem Rhoneradweg gefolgt, denn er machte einen Bogen, den ich über die Landstraße, die am Morgen nicht viel befahren war, abgekürzt habe. Danach bin ich ihm aber größtenteils gefolgt. Es gab wieder viel Weinanbau an der Strecke. So langsam wurde das zuvor flache Land immer mehr zu einem Tal mit steile Felswänden. In der Ferne waren einige weiße Gipfel der Alpen zu sehen, darunter auch der Mont Ventoux. Somit habe ich nun die Strecke von den Pyrenäen zu den Alpen geschafft und bin somit im Departement Rhone-Alp.
Nun war es Zeit für eine Pause mit dem zuvor gekauften Baguette auf einer Mauer in den Feldern.
Nach weiteren 35 km hatte ich dann mein Tagesziel Montelimar erreicht. Hier gab es schöne kleine Plätze und Gassen, auf dem Berg ein Chateau. Nach dem Besuch da oben habe ich für den Abend eingekauft und sitze gerade bei einem Kronebough 1947 im Café de la Sation. Nach dem Verspeisen meiner Einkäufe auf dem Zimmer habe ich gut geschlafen.
Am Morgen war ich schon wieder von meinem Wetterglück begeistert. Blauer Himmel zum Start. Ich glaube, das mein Vater im Himmel in der Abteilung Wetter gelandet ist und schaut, wo ich gerade bin und dort gutes Wetter macht. Am Gegenwind könnte er noch etwas schrauben. Doch ohne Regen in dieser Jahreszeit entlang der Rhone zu radeln ist schon super. Ich bin auch heute wieder größtenteils dem Rhoneradweg gefolgt, doch habe an einigen Stellen die Landstraße genutzt und mich auch mal etwas höher führte, um einen Blick über die Landschaft zu bekommen.
Mein angepeiltes Tagesziel lag schon hinter mir und bin so nach 113 km in Roussillon gelandet. Ich wollte einfach das Wetter ausnutzen, wer weiß was mein Vater morgen macht. Lyon ist nahe, doch ich werde es nur durch radeln und an der La Saone meine nächste Unterkunft suchen.
In meinem heutigen Zielort, wo ich schon eine Runde auf Hotelsuche gedreht habe, gab es nicht viel zu sehen, so sitze ich beim Bierchen in der Bar neben meinem Hotel. Anschließend bin ich 1 km entlang der Hauptstraße zum Lidl gelaufen um nur ein Baguette und Käse zu kaufen. Cola gab es hier nur in 2 Liter Flachen, diese passen leider nicht in meine Flaschenhalter am Reiserad. Zurück bin ich noch in der Café-Bar Le Majestic eingekehrt, der Inhaber war Marokkaner und so konnte ich meine Bilder von dort zum Besten geben. Auf dem Zimmer gab es noch Essen.
Als ich am Morgen aus dem Fenster schaute, war der angekündigte Regen angekommen. Also gleich Regenkleidung an und los. Ein gutes hatte der Regen, der Wind hatte gedreht und ich wurde von fettem Rückenwind beglückt. So lief es trotz Regen wie geschmiert. Ich flog im Dauerregen entlang der Rhone nach Lyon. Es waren doch noch 60 km bis zur Saone Mündung in die Rhone. Genau hier war ich schon mal als ich eine 3-wöchige Proberunde für meine jetzt langsam zu Ende gehende Traum-Radreise gemacht habe.
Doch an die Strecke entlang der Saone konnte ich mich nur noch schwach erinnern, einige Ortsnamen waren mir noch im Gedächtnis. Nach einer Pause im Ort Anse, wo ich mich mal bei einem Kaffee getrocknet habe, habe ich meinen Zielort Villefranche sur Saone erreicht. Zuvor bin ich noch am Restaurant Paul Bocuse vorbeigekommen aber nicht eingekehrt, dafür in ein teures Hotel im Zielort. Es war nichts anderes frei. Zum Zelten bin ich nicht mehr motiviert.
Mein Navi hat auch schon seit Tagen die Arbeit aufgegeben. Nach kleinem Stadtrundgang, sitze ich nun im Café Malongo und relaxe.
Am Morgen war wieder trockenes Wetter, es ließ sich sogar die Sonne blicken, doch es war echt kalt. Der Saone Radwegs, den ich nach 12 km erreichte, war jetzt auch ausgeschildert. Der Fluss hatte mächtig viel Wasser, es stand gerade so an der Grenze das der Weg überspült wurde. Ich bin dem Weg erst auf der rechten Seite Fluss aufwärts, aus meinem Blickwinkel, gefolgt. Doch an einer Brücke kam mir ein Wanderer entgegen und signalisierte mir das der kommende Weg unter Wasser steht, so habe ich die Flussseite gewechselt und bin durch Macon, wo ich am Ruderstützpunkt meine nun gewohnte Pause eingelegt, heute mit Toastbrot mit Käse und bin dann weiter dem Radweg gefolgt. Doch dann kein weiterkommen mehr, der Weg war unter Wasser. So musste ich zur D906 und bin ihr bis Chalon sur Saone gefolgt. Der Wind hatte wieder gedreht und kam teilweise von vorne, was meine Fahrt verlangsamte. So habe ich gleich das erste Hotel im Ort zu meiner Unterkunft erklärt 15 € günstiger als gestern aber immer noch teuer für diese Ausstattung. Doch ich konnte mir Chalon anschauen und sitze nun beim Absacker im Le Saint Pierre. Es ist eine ganz nette Stadt mit Kathedrale im Zentrum, Fachwerkhäusern und schönen Plätzen. Nun geht es zum Dosenfisch Essen aufs Zimmer. Das vorläufige Ende meiner Traum-Radreise nähert sich, Ich hoffe ja, nachdem ich meine Arbeit für einige Jahre wieder aufnehme meine Reise fortsetzen zu können. Man darf ja weiter träumen.
Am Morgen war ich nach langer Zeit mal wieder vor 8 Uhr auf dem Rad, die Tage werden wieder merkbar länger und ich freue mich auch wieder auf meiner Terrasse zu liegen und dort meine ganzen Erlebnisse Revue passieren zu lassen.
Ich bin erst mal wieder dem Radweg am Fluss gefolgt. Er war gut ausgeschildert. Es war 5 Grad bei lockerer Bewölkung. Was schön war, das der Weg nicht die ganze Zeit entlang der Saone ging, sondern auch mal abseits durch Felder und kleine Dörfer. Doch durch das Hochwasser der Saone musste ich immer öfter auf Nebenstraßen ausweichen und somit die Radroute verlassen.
Ich erreichte den Rhone-Rhin(Rhein) Kanal, an dem der Radweg kurz vorbeiführte und ich in Versuchung war ihm nach Mullhouse zu folgen, doch ich bin der Saone treu geblieben und nach mal wieder viel Gegenwind in Auxonne gelandet.
Hier in der Altstadt war Kirmes, so habe ich nach einem Rundgang eine Barrunde gemacht und sitze nun in der Bar Lounge, wo viele Engländer zu Gast waren, die hier an der Saone auf einem Hausboot leben.
In der Unterkunft gab es wieder Dosenfisch, nachdem ich mir zuvor noch einen Burger mit Fritten gegönnt habe.
Am Morgen bin ich bei leicht bedecktem Himmel gleich der Landstraße nahe der Saone gefolgt, um dem Hochwasser aus dem Weg zu gehen. Dies war auch sehr schön, denn es ging ständig durch kleine Dörfer. In Gray war ich mal wieder dicht am Wasser und ich war noch nicht überzeugt mein heutiges angepeiltes Ziel Corre zu erreichen.
Denn auf der D70 der ich folgte, ging es ständig auf und ab, der höchste Punkt lag schon über 315 m. Ich brauchte eine Stärkung und kaufte also mal wieder ein Baguette in einem Ort, der wieder unten lag. Im nächsten Ort den ich wieder über ein Hügel erreichte, fand ich in einem alten Buswartehäuschen vor dem Wind Unterschlupf und konnte mich stärken.
Und es folgte weiteres auf und ab abseits der Saone. Doch der Rückenwind, den mein Vater da oben vom Gegenwind auch noch umschalten konnte, lief es gut und ich erreicht doch mein Ziel Corre. Doch das Hotel war geschlossen und ich hatte mich schon auf kaltes, feuchtes Zelten eingestellt, als ich die Gites Chez Gaelle Metris erblickte. Ich wurde herzlich zu einem günstigen Preis aufgenommen. Geil! Ich konnte nach 111 km eine Dusche nehmen und fand am kleinen Hafen sogar ein, das einzige offene Restaurant. Es war der Beginn des Canal Est am Marina Corre. Hier gab es 1664 Bier und von nebenan freies W-LAN.
Nun wird es dunkel und so werde ich gleich über eine Abkürzung entlang des Kanals Est, der mich morgen an die Mosel führt, zurückwandern. In der Pension habe ich noch mein halbes Baguette, welches in meiner Tasche schlummerte, verspeist und habe dann gut geschlafen.

Vom 09.März 2020 - 12.März 2020 Tag 364 - Tag 366
Etappe Corre-Grenze Luxemburg 140 km; Zu Fuß 2 km

Datum km Schnitt   Höhenmeter Zielort
9.3.2020 141,24 17,62 41,01 953 Nancy
11.3.2020 114,72 18,60 39,22 380 Thionville

In der muß es geregnet haben den der Hof auf dem ich schauen konnte war nass. Doch bei meinem Start um 7:30 Uhr war es trocken doch bereits nach 5 gefahrenen Kilometern erwischte mich ein heftiger Schauer, es sollte einer von vier am heutigen Tag sein. Für den ersten fand ich einen Unterschlupf, wo ich im trockenen meine Regenkleidung anlegen konnte und so bin ich weiter durch den vom Wind auf mich ein peitschenden Regen. Nach einer Umleitung konnte ich nun endlich dem Canal Est zur Wasserscheide zwischen Nordmeer und Mittelmeer folgen. Sie lag auf 370 m und war durch ein Schild gekenzeichnet. Hier her gab es viele Schleusen die mich stufenweise nach oben führten. Hier verlief der Kanal erst einmal auf einer Höhe bis dann eine auf die andere Schleuse kurz hintereinander folgte, die hinab zur La Moselle führte. Der Kanal führte weiter parallel des Flußes. Ich konnte am Kanal noch in der Sonne eine Pause zwischen den Regenschauern. Dann erreichte ich die Außenbezirke von Nancy. Es war eine rießige Einkaufszone mit den üblichen Hotelketten. Doch ich bin lieber weiter bis ins Zentrum, welches gleich neben dem Bahnhof liegt. Ich bin neben dem 140 € teuren IBIS in ein 54 € teures Hotel eingezogen. Habe dann ein wenig die Stadt angeschaut und im Cafe 23 relaxt, was nach heute mal wieder 140 km, 4 Regenschauern und der Wasserscheide nötig war. Morgen geht es dann in die Nähe von Deutschland.
Doch am Morgen lies das Wetter in weiterfahren nicht zu. Dauerregen in Bindfäden bis zum Nachmittag. So habe ich mein Zimmer verlängert auch wenn der Preis sich von 54 auf 80 Euro erhöht hatte. Das tat echt weh. Doch ich habe den teuren Regentag genutzt um mal wieder Bericht zu tippen. Zuerst im Zimmer später wieder im Cafe 23. Habe im Carrefour noch eingekauft und gleich die Kalorien auf dem Zimmer zu mir genommen, dazu gab es zum erstem Mal deutsches Fernsehn, RTL. Mal wieder Nachrichten und wer wird Millionär.
Nach guter Nacht war wieder Regen als ich aus meinem Zimmer schaute. Doch wie ein Wunder war es genau trocken als ich mein Fahrrad gepackt hatte. Das mit dem Wetterglück ist mir schon fast unheimlich und es blieb den ganzen Tag ein blaues Loch in den dunklen Wolken über mir. Das Wetter ist mir auf meiner Traum-Radreise echt wohlgesonnen. Habe heute mal das Wolkenloch über mir fotografiert.
Heute war aber auch der Tag der Zusatzkilometer. Zuerst bin ich in falscher Richtung aus Nancy hinausgeradelt. Doch irgendwann fing ich an zu denken: Seit wann geht morgens die Sonne im Westen auf? Da stimmt doch was nicht. So schaute ich auf meine Offline Map auf meinem Tablett und habe nach der Bestätigung umgedreht. Bin also noch mal durch Nancy entlang des Kanals der parallel der …. verläuft. Dann kamen die nächsten Zusatzkilometer nach dem ich die Route verlor und ich landete in einem Dorf wo die Straße endete. Ich mußte durch ein Industriegebiet zurück über eine Brücke auf die andere Flußseite. Dort kam ich durch die Partnerstadt von Lohmar, Fouard.
Dann hatte ich endlich die Mosel erreicht und auch endlich Metz. Nun waren es noch 32 km bis zu meinem geplanten Zielort Thoinville. Starker Rückenwind half mir schnell entlang des Moselradweg vorran zu kommen. Doch mein Fehler war es eine Barriere zum umkurven. Hochwasser! Ich mußte umkehren da sonst meine tiefhängenden Vorderradtaschen im Wasser versunken wären. Ohne hätte ich durchfahren können. Nach diesen weiteren Zusatzkilometer erreichte ich schnell nach 114 km mein Tagesziel. Das war wohl die letzte 100 km Etappe meiner Radreise.
Am Ortseingang von Thoinville traf ich Engelbert aus Offenburg mit seinem E-Liegedreirad. Er war auf einer 3 Wöchigen Rundtour.
Nun sitze ich im Pause Cafe beim Diekircher Zielbier aus Luxemburg. Das Hotel war wieder doppelt über meinem Budget, doch morgen geht es nach Luxemburg, es wird mein Land Nummer 40 sein.
Und am Morgen, es war kaum zu glauben, traf ich an der Brücke im Zentrum von Thoinville auf Engelbert. So haben wie beschlossen gemeinsam Richtung Deutschland zu radeln. Nach 33 km erreichten wir Luxemburg. Es blieb ziemlich trocken. Durch die Gesellschaft verflogen die Kilometer wie im Flug. Wir hatte 2 Sperren auf dem Weg, die erste ein querliegender Baum und wir mussten 2 km zurück. Die zweite Sperre war ein Schild 3 km vor der Grenze und dort stand genau das in 3 km eine Sperre ist. Gleich der Gedanke: Grenze geschlossen wegen Corona Virus? Nein nur Hochwasser welches aber schon die Straße wieder freigegeben hatte. Letztes Bild in Frankreich und über die Grenze nach Schengen.

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